Gasanbieter – Preissteigerungen zwingen Verbraucher zum Wechsel

Bildquelle unter "jp26jp"/www.pixabay.com

Angesichts der neuesten Entwicklungen auf dem Gasmarkt müssen Verbraucher mit steigenden Preisen rechnen. Russland plant die Einstellung des bisherigen Gas-Exports über die Ukraine. Möglicherweise muss die EU das Gas künftig über die Türkei importieren, was zwangsläufig mit erhöhten Kosten verbunden wäre. Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft kommen Verbraucher nicht um einen Anbieterwechsel herum, um von möglichst günstigen Konditionen zu profitieren. Lesen Sie mehr dazu im folgenden Artikel.

Mitte Januar hatte Alexej Miller, Chef des Energieversorgers Gazprom, den EU-Kommissar für die Energieunion Maroš Šefčovič darüber informiert, dass der über die Ukraine laufende Gasexport ab 2020 von Russland eingestellt wird. Stattdessen soll das Gas künftig über die Türkei exportiert werden. Damit verbunden wären steigende Gaspreise, denn die Beschaffung aus der Türkei ist mit Zusatzkosten verbunden. Zudem wird Russland die Baukosten, die zur Realisierung des Exports über die Türkei anfallen werden, wieder einspielen wollen. Ob die EU Russland als Abnehmer erhalten bleibt, wird die Zukunft zeigen.

Forschungsdirektor am European Centre for Energy and Resource Security (EUCERS) in London Frank Umbach erklärte gegenüber des Nachrichtenportals Die Welt: "Die EU hat ein strategisches Interesse, die Gaspreise zu reduzieren, um so ihre Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Wirtschaft nicht zu gefährden und die ohnehin schleichenden Tendenzen einer Deindustrialisierung zu fördern, da die Gaspreise in Europa drei- bis viermal so hoch sind wie in den USA".

Dank freier Terminal-Kapazitäten zum Lagern und Empfangen von Flüssiggas ist die EU nicht gänzlich von Russland abhängig. Die Suche nach Ersatzlieferanten dürfte künftig dennoch ein Thema sein. Für Verbraucher wird es in Zukunft immer wichtiger sich mit dem Gasanbieterwechsel auseinanderzusetzen.

Anbieterwechsel – So klappt das Vorhaben

Seit der Liberalisierung des Gasmarktes und der Öffnung des Wettbewerbs haben Gaskunden die Möglichkeit ihren Anbieter zu wechseln. Ähnlich wie beim Strom kann ein Wechsel mittlerweile schnell und komfortabel stattfinden. Besonders bequem gestaltet sich das Vorhaben mit Hilfe von unabhängigen Plattformen wie gaspreisvergleich.org, wo sich ein Gaspreisvergleich durch die Eingabe von Daten wie Postleitzahl und jährlichem Verbrauch in wenigen Minuten durchführen lässt.

Über die Ergebnisse eines online durchgeführten Vergleichs wird es der Gaskundschaft erheblich erleichtert den günstigsten Anbieter im regionalen Markt ausfindig zu machen. Der Jahresverbrauch wird der letzten Jahresabrechnung entnommen. Falls ein Umzug in eine neue Wohnung ansteht oder der Verbrauch aus anderen Gründen nicht exakt bestimmt werden kann, wird der ungefähre Verbrauch anderweitig ermittelt. Während bei einer Wohnfläche von 30 Quadratmetern mit rund 4.000 kWh pro Jahr gerechnet wird, sind es bei Wohnungen mit 100 m² rund 14.000 kWh. 

Unterlagen für den Wechsel

Steht nach dem Gasanbietervergleich ein neuer Anbieter fest, müssen Gaskunden einige Unterlagen für den Wechsel vorbereiten. Wird ein Gasanbieter manuell herausgesucht, muss beim neuen Gasanbieter ein Vertragsformular angefordert werden. Einfacher funktioniert dies beim Wechsel über Online-Plattformen wie im obigen Beispiel. Dort werden die erforderlichen Vertragsdaten direkt über die entsprechende Internetpräsenz ausgefüllt. Nach Ausfüllen des Vertrags erhalten Kunden eine vollständige Druckversion ausgehändigt.

Der neue Anbieter benötigt sowohl die genaue Anschrift und den Namen des bisherigen Anbieters sowie die dort hinterlegte Kundennummer. Auch der jährliche Gasverbrauch wird angegeben. Sollte sich dieser künftig verändern, passt der neue Anbieter die Abschlagszahlungen entsprechend an. Das geschieht in der Regel nach der ersten Jahresabrechnung. Bei vielen Anbietern kann die Kundschaft die Anpassung aber bereits nach wenigen Monaten vornehmen, sobald erste Verbrauchsdaten vorliegen. Auch die Zählernummer wird benötigt um den Wechsel reibungslos durchzuführen.

Kündigung des alten Vertrags

Beim Gasanbieterwechsel ist es nicht erforderlich den Vertrag beim alten Anbieter zu kündigen. Diese Aufgabe übernimmt automatisch der neue Anbieter. Wann der neue Versorger Gas liefern kann, lässt sich anhand der Kündigungsfrist im bisherigen Vertrag nachlesen. Eine Ausnahme von der automatisierten Kündigung durch den neuen Versorger besteht im Falle des Sonderkündigungsrechts.

Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung

Kommt es beim bisherigen Versorger zu einer Preiserhöhung, besteht für Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Hier ist es sinnvoll die Kündigung selbstständig zu übernehmen, um die Einhaltung der Frist zu gewährleisten und nicht unter einer Verlängerung des Vertrags zu leiden .Die Kündigungsfristen beim Sonderkündigungsrecht aufgrund von Preiserhöhungen sind sehr kurz und können durchaus nur 14 Tagen betragen.

Diese minimale Zeitspanne reicht für den neuen Versorger oft nicht aus um den Wechsel zu gewährleisten, wodurch sich der alte Vertrag automatisch verlängern würde. Bis ein Wechsel vollständig abgeschlossen ist, können zwischen drei und sechs Wochen vergehen. Eine eigenständige Kündigung ist daher überaus empfehlenswert. Sollte es zu einer zeitlichen Überschneidung kommen, springt automatisch der Grundversorger vor Ort ein, um die Gasbelieferung aufrechtzuerhalten.

Versorgungslücke beim Wechsel

Eine Versorgungslücke müssen Kunden beim Anbieterwechsel zu keinem Zeitpunkt befürchten. Wie auch beim Strom ist der örtliche Grundversorger dazu verpflichtet, Gaskunden zu beliefern. Egal ob also ein Vertrag vom neuen Anbieter gekündigt oder die Kündigung selbst eingereicht wird: Eine Versorgungslücke ist nicht möglich.

Veröffentlicht am 11. Februar 2015