Verbraucherrecht

Diese Rechte haben Sie bei einer Kreditaufnahme

Die Rechte für den Verbraucher bei einer Kreditaufnahme haben sich in den letzten Jahren drastisch geändert. Der Verbraucherschutz konnte hier einige Erfolge für sich verbuchen, zum Beispiel sind eine Reihe von Informationspflichten für Banken, Sparkassen und Kreditvermittler beschlossen worden. Doch nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch wahrnehmen.

Wie Sie sich sicher durch die Vertragsverhandlungen bewegen und Ihre Rechte bei einer Kreditaufnahme einfordern können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Begriffsabgrenzung: Welche Kredite sind von Änderungen betroffen?

Unter dem Oberbegriff "Verbraucherdarlehen" sind einige Kreditarten zusammengefasst, wie beispielsweise der Ratenkredit, aber auch die Immobilienfinanzierung oder ein Kredit zur Existenzgründung. Für diese Darlehensarten gelten die Änderungen.

Ausdrücklich ausgeschlossen sind:

  • Kleinstkredite,
  • gewerbliche und echte Privatkredite,
  • Förderkredite,
  • Arbeitgeberdarlehen und
  • zinslose Kredite.

Bearbeitungsgebühr der Bank zurüchfordern

Wurde Ihnen bei Abschluss eine separate Gebühr für die Bearbeitung berechnet und/oder mitfinanziert, konnten Sie diese innerhalb der Verjährungsfrist zurückverlangen. Neue Verbraucherdarlehen dürfen diese Gebühr gar nicht mehr enthalten, da die Kosten der Bank mit dem effektiven Jahreszins abgedeckt sein müssen. Ein Wermutstropfen: Haben Sie eine der oben genannten ausgeschlossenen Finanzierungen abgeschlossen, können Sie die bezahlte Bearbeitungsgebühr nicht zurückfordern – bislang zumindest funktioniert das nur bei den Verbraucherdarlehen.

Informationspflicht: Welche Positionen müssen vor Vertragsabschluss offengelegt werden?

Die gestärkten Rechte bei der Kreditaufnahme umfassen vor allem die Pflichten der Bank, sämtliche Kosten und Bedingungen bereits vor Abschluss eines Kreditvertrages klar und verständlich zu kommunizieren. Es gelten EU-weit Musterverträge, die sich vor allem auf die Kosten der Finanzierung beziehen. Neben dem effektiven Jahreszins, der alle Gebühren und Aufwendungen der Bank abgilt, sollten auch der Darlehensbetrag sowie Ausführungen zu den Widerrufsrechten enthalten sein.

Werden diese Formerfordernisse nicht eingehalten, ist der gesamte Kreditvertrag nichtig.

Aber: Sobald der Kreditbetrag ausbezahlt wurde, können Sie die Mängel nicht mehr geltend machen. Es ist also wichtig, die obligatorische Vertragskopie nochmals gründlich zu prüfen, um Ihre Rechte bei Kreditaufnahme wahrnehmen zu können.

Widerruf: Auf welche Belehrungen und Rechte bei einer Kreditaufnahme können Sie bauen?

Grundsätzlich muss Ihnen bei einem Verbraucherdarlehen eine Widerrufsfrist von 14 Tagen eingeräumt werden. Innerhalb dieses Zeitraums können Sie vom Vertrag zurücktreten. Das umfasst auch die Kredite, die Sie im Rahmen eines sogenannten verbundenen Geschäftes, also zur direkten Finanzierung eines Einkaufs, abgeschlossen haben. Erweist sich der Kaufgegenstand beispielsweise als mangelhaft, können Sie sowohl vom Kauf als auch vom Kredit zurücktreten – selbst eine eventuell inkludierte Restschuldversicherung können Sie so rückwirkend wieder auflösen.

In der Vergangenheit wurden insbesondere bei der Widerrufsbelehrung gravierende Fehler gemacht, sodass die Widerrufsfrist für diese Kreditverträge noch nicht begonnen hat. Sie könnten diese Rechte bei der Kreditaufnahme auch noch nach Jahren in Anspruch nehmen – selbst wenn Sie den Kreditbetrag bereits zurückgezahlt haben.

Ausnahme: Bei Null-Prozent-Finanzierungen gelten diese Rechte bei der Kreditaufnahme nicht.

Vorfälligkeitsentschädigung: Wie viel verlangt die Bank für die vorzeitige Rückzahlung von Verbraucherdarlehen?

Die Höhe der als Vorfälligkeitsentschädigung bezeichneten Gebühr für die vorzeitige Rückzahlung von Krediten wurde bei Ratenkrediten, die nach dem 11. 06. 2011 vereinbart wurden, begrenzt: Diese Kredite lassen sich jederzeit kündigen, dafür darf die Bank maximal 1 Prozent der noch ausstehenden Summe als Entschädigung verlangen – bei einer Restlaufzeit von weniger als 12 Monaten sogar nur 0,5 Prozent.

Auch hier gibt es eine Ausnahme: Bei Immobilienfinanzierungen gelten diese verbesserten Rechte bei der Kreditaufnahme nicht.

Kreditwerbung: Welche Informationen dürfen die Banken verwenden?

Um Ihre Rechte bei einer Kreditaufnahme zu stärken, gelten strenge Auflagen in Bezug auf die Webeaussagen der Banken. Vor allem bei bonitätsabhängigen Krediten, bei denen die Konditionen erst nach der Prüfung Ihrer Kreditwürdigkeit festgelegt werden, können die Von-Bis-Angaben nämlich zur Wettbewerbsverzerrung führen. Aus diesem Grund muss der sogenannte 2/3-Zins aufgeführt werden, der sich auf den Zinssatz bezieht, den zwei Drittel der Kreditnehmer mindestens eingeräumt werden. Damit sollen Lock-Angebote effektiv vermieden werden.

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.