Verbraucherrecht

Anlageberatung – Was Sie als Bankkunde beachten sollten

Anlageberatung – Was Sie als Bankkunde beachten sollten
geschrieben von Burkhard Strack

Vor Kurzem sendete das ZDF die spannende WISO-Dokumentation mit dem Titel „Die Bank gewinnt immer“. Der Beitrag zeigte, wie Bankkunden häufig über den Tisch gezogen werden, während die Banken gute Provisionen kassieren. Lesen Sie hier, wie Sie es vermeiden, von Banken überrumpelt zu werden.

Glauben Sie nie, dass die Banken nur Ihr Bestes wollen
Die schon erwähnte WISO-Dokumentation enthüllte erschreckende Details über die Art und Weise, wie viele Banken knallhart ihre Interessen gegenüber der Kundschaft verfolgen. Nur zu häufig geht es der Bank bei der Beratung vor allem darum, solche Geldanlagen zu empfehlen, welche besonders lukrative Provisionen generieren.

In der Dokumentation kommt auch ein Anlageberater zu Wort, der erwähnt, dass die Provisionen etwa bei der Anlage in Fonds bis zu acht Prozent betragen können. Wenn der Kunde zum Beispiel 30.000 Euro in einen Fonds investiert, kassiert die Bank sofort 2.400 Euro – von Ihnen. Gehen Sie also nie blauäugig in ein Beratungsgespräch. 

Verbieten Sie der Bank, Ihren Hauskredit abzutreten
Häufig treten Banken ausgereichte Kredite an andere Banken ab. Es kann daher vorkommen, dass Darlehensnehmer sich plötzlich mit Rückzahlungsforderungen von Banken konfrontiert sehen, mit denen sie vorher gar nichts zu tun hatten. Der Gesetzgeber hat zwar versucht, die Kunden bei solchen Abtretungen zu schützen, aber prinzipiell sind solche Abtretungen gesetzlich zulässig.

Am besten ist es, Sie legen schon bei der Darlehensaufnahme fest, dass Sie keine Abtretung des nicht notleidenden Kredits an andere Banken wünschen. Oft wissen die beteiligten Banken nicht einmal, welche Bank nun Inhaber der Darlehensforderung geworden ist. Bei diesem Chaos hilft dann bestenfalls noch ein Anlegeranwalt. 

Finger weg von Schrottimmobilien
Immer wieder wurden vor allem
in den 1990er Jahren Verbrauchern sogenannte Schrottimmobilien
angedreht. Dabei zeigte sich, dass die meisten Anleger erneut viel zu
gutgläubig gegenüber den Anlageberatern gewesen sind. Zum Beispiel wurde
einer Familie eine Immobilie für 290.000 Euro verkauft, obwohl sich
später herausstellte, dass sie nur 90.000 Euro wert war. Investieren Sie
nie in Immobilien, die Sie nicht vorher selbst gesehen haben. Wenn Sie
selbst nicht über die nötige Fachkunde verfügen, sollten Sie die Immobilie
begutachten lassen, andernfalls sollten Sie auf das Investment
verzichten.

Bestehen Sie darauf, dass die Bank Provisionen offenlegt
Häufig
erfahren die Kunden im Beratungsgespräch nicht einmal, wie groß die
Provision für die Bank ausfällt, wenn der Anleger gerade das Investment
akzeptiert, das die Bank so wärmstens empfiehlt. Dabei liegt der Grund
dafür, dass die Bank gerade ein bestimmtes Anlagemodell empfiehlt,
häufig nicht etwa daran, dass diese Anlage für den Kunden besonders
interessant ist, sondern, dass die Bank bei diesem
Produkt besonders viel Provision verdient. Bestehen Sie also darauf,
dass Ihnen alle Provisionen aufgedeckt werden. 

Unterschreiben Sie nie vorschnell Dokumente
In der bereits
erwähnten WISO-Dokumentation wurden Anleger erwähnt, die so großes
Vertrauen in die Aufrichtigkeit ihrer Bank hatten, dass sie vorgelegte
Unterlagen sogar unterschrieben, ohne diese vorher durchzulesen – ein
grober Fehler. Auch wenn der Anlageberater noch so freundlich zu Ihnen
ist und in seinem schicken Banker-Anzug noch so seriös aussieht,
vertrauen Sie nie blind Ihrem Berater.

Wenn Sie böse Überraschungen
vermeiden wollen, müssen Sie in jedem Fall alles, was Sie
unterschreiben, vorher in Ruhe durchlesen. Gegebenenfalls verlangen Sie
von Ihrem Anlageberater ausreichend Bedenkzeit.

Nehmen Sie bei Beratungsgesprächen immer Zeugen mit
Zwar
müssen die Banken inzwischen die Beratungsgespräche protokollieren, aber
es soll vorkommen, dass auch diese Protokolle nicht immer
wahrheitsgemäß angefertigt werden. Daher sollten Sie für das
Beratungsgespräch Zeugen mitnehmen, damit Sie im Ernstfall auch beweisen
können, ob das Beratungsprotokoll falsch ist.

Zudem sollten Sie sich
selbst über bestimmte Anlagen informieren, wenn Sie ein Investment
planen. Im Internet gibt es hierzu inzwischen gute Beraterportale, wie
eben auch experto.de. Im Konfliktfall kann Sie ein Anlegeranwalt beraten und
Ihre Rechte durchsetzen. 


Stand: 13.10.2011

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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