Achtung: Falschberatungen bei Versicherungen in Alten- oder Pflegeheimen

Sichten Erben später den Nachlass, stoßen sie immer häufiger auf interessenwidrige Beratungssünden der Vergangenheit. So im Falle einer 89-Jährigen, die kurz vor ihrem Tod eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen hatte. Mit 14-jähriger Laufzeit und einer Einmaleinzahlung von 100.000 Euro. Der Anwalt, der in diesem Fall tätig ist, meint dazu: „Hier ging es doch offensichtlich allein um die Vermittlungsprovision.“

Bei Durchsicht der Bankunterlagen traten zugleich angeblich getätigte Barabhebungen zutage. Diese hatten in gleichem Maße zugenommen, wie Gesundheitszustand und Gedächtnis der alten Dame schlechter wurden. Recherchen ergaben, dass der Leiter einer Bankfiliale fast alle Heimbewohner als Kunden gewonnen hatte. Er hatte den Bewohnern häufig sogar unaufgefordert Geld mitgebracht. Ob mit Vollmacht, bleibt zu prüfen. Wollten Heimbewohner das Geld nicht haben, kündigte er Rückeinzahlung an.

Deshalb:

1. Bei nicht nachvollziehbaren Barabhebungen dieser Art müssen bei den Erben die Alarmglocken läuten. Es sollte immer geprüft werden, ob und welche Vollmachten der kontoführenden Bank vorgelegen haben. Achten Sie auch darauf, wer die einzelnen Auszahlungsbelege unterschrieben hat.
2. Ergibt sich dabei der Verdacht auf eine Schädigung, schalten Sie umgehend einen Rechtsanwalt ein. Ist durch diesen selbst der Sachverhalt nicht aufklärbar, kann er Strafanzeige gegen unbekannt stellen. Falls sich so die Drahtzieher ausfindig machen lassen, leiten Sie weitere Schritte ein.

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Veröffentlicht am 4. März 2008
Autor
*Nikki*