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Zugewinnausgleich: Der Gefährdung des GmbH-Vermögens können Sie vorbeugen

Zugewinnausgleich: Der Gefährdung des GmbH-Vermögens können Sie vorbeugen
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geschrieben von experto.de

Die wichtigste Besonderheit der ehelichen Zugewinngemeinschaft ist der Zugewinnausgleich. Der Zugewinnausgleich findet statt, wenn Sie sich scheiden lassen oder auf Wunsch Ihres Ehepartners, wenn Sie sterben (freiwilliger Zugewinnausgleich statt erbrechtlicher Lösung).

Zugewinn ist nach gesetzlicher Definition der Betrag, um den der Wert des Endvermögens eines Ehepartners den Wert seines Anfangsvermögens übersteigt. Hat ein Ehepartner einen höheren Zugewinn als der andere, muss er ihm die Hälfte des Überschusses auszahlen (§ 1378 BGB) – Zugewinnausgleich.

Nicht in den Zugewinnausgleich fallen Lebensversicherungen auf Rentenbasis und solche mit Rentenwahlrecht.

So wird der Zugewinnausgleich berechnet
Gemeinsame Vermögenswerte werden bei einer Scheidung zwischen den Ehepartnern aufgeteilt. Beachten Sie: Erbt ein Ehepartner während der Ehe Vermögen, wird nur die Wertsteigerung vom Erbfall bis zur Scheidung aufgeteilt.

Den Zugewinnausgleich angemessen einschränken
Ganz ausschließen sollten Sie den Zugewinnausgleich nicht. Das würde automatisch zur Gütertrennung führen (§ 1414 BGB). Die Vorteile beim Zugewinnausgleich wären dann verloren.

Die bessere Lösung: Schränken Sie den Anspruch auf Zugewinnausgleich angemessen ein, damit zum Beispiel eine GmbH als Existenzgrundlage für Ihre Familie auch im Fall einer Scheidung erhalten bleibt.

Dazu haben Sie folgende Möglichkeiten:

1. Stundung oder Ratenzahlung vereinbaren
Als Minimallösung sollten Sie im Ehevertrag vereinbaren, dass ein Zugewinnausgleich nicht sofort voll auszuzahlen ist. Eine Stundung oder Ratenzahlung sollte möglich sein, wenn Sie so viel Geld nicht auf einmal aufbringen können. Sie beugen damit dem Extremfall vor, Ihre GmbH verkaufen zu müssen, weil Sie nicht genug Geld zur Verfügung haben.

2. Anfangs- und Endvermögen abweichend festlegen
Besonders in älteren Eheverträgen finden sich oftmals rechtlich zulässige, aber von der Realität abweichende Vereinbarungen über das jeweilige Anfangs- und Endvermögen der Ehepartner. Das beeinflusst die Höhe beim Zugewinnausgleich.

Beispiel: Die Eheleute vereinbaren für den Ehepartner, der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH ist, ein überhöhtes Anfangsvermögen und ein herabgestuftes Endvermögen: Dadurch fällt sein Zugewinn niedriger aus. Eine solche Vereinbarung ist nicht ratsam.

Grund: Beim Abschluss des Ehevertrags können Sie nur spekulieren, wie sich der Wert der GmbH entwickelt. Die Gefahr ist groß, dass einer der Ehepartner benachteiligt würde.

3. Modalitäten für die Vermögensbewertung festlegen
Sinnvoller ist es, wenn Sie konkrete Modalitäten zur Bewertung Ihres Vermögens für den Zugewinnausgleich vereinbaren. Das betrifft vor allem den Wert, mit dem die GmbH-Anteile angesetzt werden. Positiver Nebeneffekt: Sie vermeiden Konflikte über die Art und Weise, in der die GmbH bewertet werden soll – denn so leicht ist ein Unternehmenswert nicht zu berechnen.

4. Zugewinnausgleich von Bedingungen abhängig machen
Einen Anspruch auf Zugewinnausgleich können Sie an Bedingungen knüpfen, zum Beispiel eine bestimmte Mindestdauer der Ehe oder dass der Ehepartner im Interesse der Familie seine Berufstätigkeit aufgegeben hat.

5. Unternehmerisches Vermögen ausklammern
Sie dürfen das unternehmerische Vermögen auch ganz aus dem Zugewinnausgleich herausnehmen. Die GmbH wird dann einschließlich der Wertänderung während der Ehe weder beim Anfangsvermögen noch beim Endvermögen des betreffenden Ehepartners berücksichtigt.

Vereinbaren Sie aber gleichzeitig einen fairen Ausgleich für den Ehepartner, der nicht Unternehmer ist. Das kann etwa ein Mindestunterhalt oder die Übertragung bestimmter privater Vermögen wie das Familienheim sein.

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