Steuern sparen

Versteckte Steueränderungen, die Sie seit dem 1.1.2004 beachten müssen

Das Haushaltsbegleitgesetz (HBeglG) 2004, so der offizielle Name, beinhaltet versteckte Steueränderungen, auf die sich der Vermittlungsausschuss in seiner Nachtsitzung am 19.12.2003 geeinigt hat.

Haben Sie die Presseveröffentlichungen hierzu verfolgt, konnten Sie den Eindruck haben, dass Sie als Unternehmer von den Steueränderungen des Jahres 2004 nicht betroffen sind, da vorwiegend in den Medien über die Pendlerpauschale und die Kürzungen bei der Eigenheimzulage berichtet wurde. Über die pauschale Kürzung von so genannten Steuervergünstigungen wurde kaum berichtet. In Artikel 9 des HBeglG finden Sie versteckte Steueränderungen, die für Sie wichtig sind.

Geschenke nur noch bis 35 € abzugsfähig
Ihre Aufwendungen für Geschenke an Personen, die nicht bei Ihnen beschäftigt sind, dürfen Sie nur noch bis zu einem Betrag von 35 € (bis 31.12.2003: 40 €) als Betriebsausgabe erfassen. Hierbei handelt es sich um einen Jahresbetrag, der für die jeweils beschenkte Person gilt.

Bewirtungsaufwendungen nur noch zu 70% abzugsfähig
Bewirtungsaufwendungen aus geschäftlichem Anlass sind seit Jahresbeginn nur noch zu 70% (2003: 80%) als Betriebsausgabe abzugsfähig. Ein geschäftlicher Anlass besteht immer dann, wenn Sie andere Personen zum Essen einladen, zu denen entweder bereits eine Geschäftsbeziehung besteht oder aber erst aufgebaut werden soll. Laden Sie einen Ihrer Mitarbeiter zum Essen ein, um z.B. ein Projekt zu besprechen, handelt es sich um eine betrieblich veranlasste Bewirtung, die Sie weiterhin in voller Höhe als Betriebsausgabe erfassen dürfen (R 21 Abs. 6 EStR).

Abschreibung st jetzt monatsgenau zu berechnen

Bis einschließlich 2003 konnten Sie beim Beginn der Abschreibung von einer Vereinfachungsregel Gebrauch machen. Für Wirtschaftsgüter, die Sie in der ersten Jahreshälfte angeschafft haben, konnten Sie den vollen Jahresabschreibungsbetrag geltend machen. Bei Anschaffungen in der zweiten Jahreshälfte konnten Sie immerhin den halben Jahresbetrag gewinnmindernd buchen. Doch damit ist jetzt Schluss. Ab sofort müssen Sie die Abschreibung monatsgenau ermitteln. Angefangene Monate zählen aber mit zum Abschreibungszeitraum.
Beispiel: Sie erwerben am 2.3.2004 ein Notebook für 1.440 €. Bei einer Nutzungsdauer von 3 Jahren können Sie jetzt nur noch 400 € (1.440 € / 3 x 10/12), anstatt 480 € als Abschreibungsbetrag erfassen.

Änderung der Gebäudeabschreibung
Überlassen Sie eine Wohnung oder ein Gebäude Ihrem Mieter zu dessen Wohnzwecken, verschlechtern sich die Abschreibungsbeträge, wenn Sie die Wohnung oder das Gebäude nach dem 31.12.2003 angeschafft oder aber mit der Herstellung begonnen haben. Als Anschaffungsdatum gilt das Datum des notariellen Kaufvertrages. Für den Beginn der Herstellung kommt es auf den Bauantrag an. Ab 2004 gelten für Sie diese Abschreibungssätze:

ZeitraumAfA-Satz
1. bis 10. Jahr4,00 %
11. bis 18. Jahr2,50 %
19. bis 50. Jahr1,25 %

Warengutscheine: Freigrenze für Sachbezüge auf 44 € gesenkt
Die Freigrenze für Sachbezüge wurde von 50 € (2003) auf 44 € ab 2004 gesenkt. Da es sich hierbei um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag handelt, müssen Sie besonders aufpassen: Überschreiten Sie die Grenze auch nur um einen Cent, entfällt die Steuerfreiheit für den gesamten Monat. Prüfen Sie, ob Sie in den zurückliegenden Wochen z.B. Warengutscheine an Ihre Mitarbeiter verteilt haben, die sich noch an der bisherigen Grenze orientieren. Stellen Sie Ihren Mitarbeitern z.B. Benzingutscheine zur Verfügung, darf der Betrag nicht angegeben sein. Korrigieren Sie ggf. noch im Februar die Bezugsgrößen (Literangabe).

Gesetz zur Änderung der Gewerbesteuer
Freiberufler zahlen nach wie vor keine Gewerbesteuer. Die ursprünglich geplante Einbeziehung der Freiberufler in die Gewerbesteuerpflicht ist am Widerstand des Bundesrats gescheitert. Steueroasen bei der Gewerbesteuer gibt es künftig nicht mehr. Ab 2004 müssen Städte und Gemeinden die Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von mindestens 200% auf den Gewerbesteuermessbetrag erheben (§ 16 Absatz 4 GewStG).

Steuerfreiheit für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeitszuschläge eingeschränkt
Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit sind steuerfrei, soweit die in §3b Absatz 1 EStG genannten Prozentsätze, berechnet vom Grundlohn, der für die regelmäßige Arbeitszeit gezahlt wird, nicht überschritten werden. Seit dem 1.1.2004 ist der Grundlohn, nach dem die Steuerfreiheit der Zuschläge berechnet wird, auf einen maximalen Stundenlohn von 50 € begrenzt worden. Damit wird vermieden, dass Sport-Millionäre, die abends und am Wochenende auf dem Fußballplatz stehen, überproportional von der Regelung profitieren.

100%iger Vorsteuerabzug bei Reisekosten und Firmen-PKW
Die Regelung des § 15 Absatz 1a Nr. 2 UStG, die den Vorsteuerabzug bei Reisekosten ausgeschlossen hat, wird endlich aufgehoben. Das gilt auch für Fahrtkosten von Fahrzeugen des Personals, soweit der Unternehmer Leistungsempfänger ist. Diese Einschränkungen des Vorsteuerabzugs wurden ohnehin nicht mehr angewendet, weil sie gegen europäisches Recht verstoßen haben. § 15 Absatz 1b UStG wird ebenfalls aufgehoben, weil auch die Begrenzung des Vorsteuerabzugs auf 50% nicht mit europäischem Recht vereinbar war.

Konsequenz: Ab dem 1.1.2004 ziehen Sie alle Vorsteuerbeträge, die für Ihren Firmenwagen anfallen, unabhängig vom Zeitpunkt der Anschaffung des Firmenwagens wieder zu 100% ab. Dafür müssen Sie die private Nutzung der Umsatzsteuer unterwerfen.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.