Mit diesen 3 Tipps sparen Sie als Kapitalanleger Abgeltungsteuer

Trotz Abgeltungsteuer können Sie Steuern auf Kapitaleinkünfte sparen.

Mit der Einführung der Abgeltungsteuer 2009 wurde die 1-jährige sogenannte Spekulationsfrist auf Kapitalerträge aus Aktien abgeschafft. Die pauschale Abgeltungsteuer muss seitdem auf alle Kapitaleinkünfte gezahlt werden – soweit der Sparerfreibetrag ausgeschöpft ist. Dennoch haben Sie als Kapitalanleger weiterhin Möglichkeiten, bei den Steuern zu sparen. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie.

Auf Kursgewinne fällt die Abgeltungsteuer genauso an, wie auf Zinsen und Dividenden. Die Abgeltungsteuer beträgt pauschal 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Gleichzeitig können Sie bei Anwendung der Abgeltungsteuer keine Werbungskosten geltend machen. Ebenso können Sie keine Verluste aus Kapitaleinkünften mit Gewinnen aus anderen Einkunftsarten verrechnen, sondern nur mit etwaigen Gewinnen in späteren Jahren.

Aber: Das Einkommensteuergesetz sieht verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten vor, mit denen Sie die Steuerbelastung auf Ihre Kapitaleinkünfte verringern können. Diese drei sind besonders interessant:

1. Veranlagung zur Besteuerung (pauschal)

Wenn Sie Ihren Sparerfreibetrag noch nicht ausgeschöpft haben oder Verluste verrechnen wollen, können Sie beantragen, dass Kapitaleinkünfte in Ihre persönliche Einkommensteuererklärung eingetragen werden (Veranlagungsoption).

Beispiel: Weil Sie keinen Freistellungsauftrag erteilt haben, behält die Bank von Zinseinnahmen von 1.000 Euro 263,70 Euro Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag ein. Der Sparerfreibetrag von zurzeit 801 Euro kann aber nachträglich berücksichtigt werden, wenn Sie die 1.000 Euro in Ihrer Steuererklärung angeben. Dann sind nur noch 199 Euro steuerpflichtig. Die Belastung sinkt auf 52,70 Euro. Sie bekommen Steuern in Höhe von 211,23 Euro erstattet.

2. Veranlagung zur individuellen Besteuerung

Sie können beim Finanzamt auch einen Antrag auf Günstigerprüfung stellen. Dann wird geprüft, ob die individuelle Besteuerung Ihrer Kapitaleinkünfte günstiger ist als nach der Abgeltungsteuer. Die individuelle Besteuerung kann sich für Sie lohnen, wenn Ihr persönlicher Steuersatz unter dem Abgeltungsteuersatz von 25 % liegt.

Beispiel: Ihr persönlicher Einkommensteuersatz liegt bei 20 %. Dann ist die Besteuerung nach dem individuellen Tarif günstiger als nach der Abgeltungsteuer.

3. Versteuerung nach dem Teileinkünfteverfahren

Haben Sie Unternehmensbeteiligungen, z.B. an einer GmbH, im Privatvermögen, können Sie auf Gewinne aus diesen Beteiligungen das Teileinkünfteverfahren anwenden lassen. Dann werden 60 % der Gewinne mit ihrem individuellen Steuersatz versteuert. Gleichzeitig können Sie 60 % Ihrer Kosten in Verbindung mit der Beteiligung als Werbungskosten geltend machen. Das wäre bei Versteuerung nach der Abgeltungssteuer nicht möglich.

Die Voraussetzungen für die Option zum Teileinkünfteverfahren:

  • Sie sind zu mehr als 25 % an einem Kapitalunternehmen beteilgt.
  • Oder Sie sind mit mindestens 1 % an dem Unternehmen beteiligt und dort z.B. als Geschäftsführer tätig.

Beachten Sie: Den Antrag auf Versteuerung nach dem Teileinkünfteverfahren stellen Sie spätestens zusammen mit Ihrer Einkommensteuererklärung. Die Option bleibt dann für einen Zeitraum von insgesamt fünf Jahren bestehen.

Teile diesen Artikel, wenn er Dir gefällt!

Veröffentlicht am 21. Januar 2005
Autor
experto.de