Steuererklärung per Elster – Kostenlose Software vom Fiskus

Steuererklärung per Elster – Kostenlose Software vom Fiskus

Mit der kostenlosen Software „Elster“ vom Fiskus lässt sich die Steuererklärung am Computer erstellen und per Internet an das Finanzamt schicken. Zu unterscheiden ist dabei Elster-Formular und Elster-Online.

Das Verfahren nennt sich Elster, hat aber nichts mit einem diebischen Vogel zu tun. Es ist die Abkürzung für elektronische Steuererklärung. Bereits seit 1999 lassen sich Steuer-Daten verschlüsselt via Internet an das Rechenzentrum des Finanzamtes schicken. Das hat Vorteile, denn solche Steuererklärungen bearbeiten die Finanzämter bevorzugt.

Der Bescheid kommt meist schon nach zwei bis vier Wochen, außerdem entfallen Fehler bei der Datenübertragung von Papier ins EDV-System. Rund zehn Millionen Einkommensteuer-Erklärungen wurden nach Angaben der Finanzverwaltung im vergangenen Jahr mit Elster erstellt.

Das bietet Elster-Formular

Die kostenlose Software kann unter Elster.de heruntergeladen oder auf CD bei zahlreichen Finanzämtern abgeholt werden. Elster-Formular läuft mit aktuellen Windows-Versionen, nicht jedoch mit dem Betriebssystem Linux. Auf Mac-Computern ist Nutzung über Umwege möglich. Wie das geht, erklärt experto.de-Autor Markus Kahr in seinem Beitrag.

Nach der Installation füllt der Nutzer seine Steuererklärung am Bildschirm aus und sendet die Daten mit einem Knopfdruck per Internet ans Finanzamt. Von den gesendeten Daten erstellt das Programm eine Kurzversion, die ausgedruckt mit Unterschrift den üblichen Weg über die Post zu nehmen hat.

Mit ElsterFormular kann nicht nur die Einkommensteuererklärung erledigt werden, sondern zum Beispiel auch die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR), die Umsatzsteuererklärung, die Gewerbesteuererklärung oder die Umsatzsteuer-Voranmeldung. ElsterFormular ist eine reine Ausfüll-Software, die keine beratenden Funktionen bietet. Daneben gibt es zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Steuerprogramme von anderen Anbietern, die mehr Hilfe leisten und ebenfalls eine "Elster-Schnittstelle" haben.

Das bedeutet: Mit diesen Programmen kann die Steuererklärung ebenfalls direkt ans Finanzamt übermittelt werden. Eine Liste von kostenloser und kostenpflichtiger Steuersoftware mit Elster-Funktion lässt sich hier anzeigen.

Ganz ohne Papierkram ist ElsterFormular nicht möglich. Neben dem Ausdruck der Steuererklärung müssen zum Beispiel noch Spendenquittungen oder Bescheinigungen über Vermögenswirksame Leistungen an das Finanzamt gesendet werden. Welche Belege für die Steuererklärung notwendig sind und welche nicht, ist ausführlich in diesem PDF beschrieben.

Das bietet Elster-Online

Unter Elsteronline.de  lassen sich Steuerdaten online ausfüllen und abgeben. Der Nutzer braucht dazu nur noch einen Browser. Das Herunterladen und Installieren von Programmen ist nicht mehr erforderlich – somit können auch Linux- oder Mac-Nutzer dieses Elster problemlos gebrauchen. Allerdings nutzt Elster-Online bislang nur Unternehmern, die etwa eine Umsatzsteuer-Voranmeldung, eine Dauerfristverlängerung oder die Lohnsteuer-Anmeldung online erledigen wollen. Die typische Einkommensteuererklärung lässt sich noch nicht über Elster-Online machen.

Um das Portal nutzen zu können, ist zunächst eine Registrierung notwendig. Dabei erhält der Steuerbürger neben seinem Passwort ein persönliches Zertifikat, das ihn gegenüber seinem Finanzamt eindeutig identifiziert. Das digitale Zertifikat lässt sich als eine elektronische Eintrittskarte vorstellen – eine verschlüsselte Datei, die nur zusammen mit dem Passwort und der Steuernummer den Zugang freimacht.

Für die Registrierung gibt es wiederum drei Wahlmöglichkeiten:

  • Elster-Basis: Das Zertifikat liegt als spezieller Softwarecode auf der Festplatte des Computers und ist drei Jahre gültig. Die Steuererklärung ist nur über diesen Computer möglich.
  • Elster-Spezial: Das Zertifikat wird als spezieller Softwarecode auf einem USB-Stick abgelegt, es ist unbegrenzt gültig und erlaubt den Zugang von jedem Computer.
  • Elster-Plus: Das Zertifikat befindet sich auf einer speziellen Signaturkarte, es ist zwei Jahre gültig. Zusammen mit einem Lesegerät (etwa 60 Euro) kann sogar das Steuerkonto abgefragt werden Bei einigen Banken und Sparkassen gibt es diese Geräte vergünstigt.

Antworten auf viele weitere Fragen zu einer Steuererklärung finden Sie ebenfalls auf experto.de, etwa:

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Veröffentlicht am 9. Februar 2012
Autor
Andreas Kunze