Das Urteil der Woche: Lebensversicherungen

Wenn Sie einen lang laufenden Lebensversicherungsvertrag abgeschlossen haben, stehen Sie oftmals vor einem Problem, wenn Sie sich Teile des angesammelten Überschussguthabens auszahlen lassen wollen: Selbst, wenn eigentlich die 12-Jahres-Frist für die Steuerfreiheit abgelaufen ist, werden oft Steuern fällig, weil viele Finanzämter eine solche Teilauszahlung als steuerpflichtigen Kapitalertrag behandeln.

Das Finanzgericht Düsseldorf (Az.: 10 K 4981/00 E) aber hat jetzt zu Gunsten der Sparer entschieden: Es kann nicht sein, so die Argumentation der Richter, dass 12-Jahres-Verträge an sich steuerfrei sind, längere Verträge aber besteuert werden, wenn nach 12 Jahren ein Teil des Guthabens ausgezahlt wird.

Wer einen Vertrag mit einer Vertragslaufzeit von mehr als 12 Jahren abschließe, diesen aber bereits nach 12 Jahren kündige oder auszahlen lasse, solle nicht schlechter behandelt werden als derjenige, der von vornherein einen Vertrag mit einer Laufzeit von nur 12 Jahren abschließt.

Eine Lebensversicherung ist in der Regel steuerbegünstigt, wenn die Beiträge laufend für mindestens 5 Jahre geleistet werden, die Vertragsdauer mindestens 12 Jahre beträgt und der Todesfallschutz mindestens 60% der Beitragssumme beträgt.

Der simplify-G€ld-Tipp: Wenn Sie sich nach mehr als 12 Jahren Teile Ihres Überschussguthabens auszahlen lassen wollen, bestehen Sie unter Hinweis auf das Düsseldorfer Urteil auf eine steuerfreie Auszahlung.

Veröffentlicht am 11. März 2004