Lohnsteuer: „Sonstige Bezüge“ können Sie nicht mehr als laufenden Arbeitslohn besteuern

Bis zum 31.12.2003 konnten Sie sonstige Bezüge (z. B. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Jubiläumszuwendungen) bis 150 € pro Jahr, die neben dem laufenden Arbeitslohn gezahlt wurden, für die Berechnung der Lohnsteuer dem laufenden Arbeitslohn hinzurechnen.

Diese Vereinfachungsregel ist seit dem 1.1.2004 weggefallen. Sie wurde mit zunehmender Elektronisierung der Lohnabrechnung für nicht mehr erforderlich gehalten. Mit dem Steueränderungsgesetz 2003 (BGBl. I 2003, S. 2645) ist diese Möglichkeit zum Jahreswechsel abgeschafft worden. Sie müssen jetzt auch Zahlungen bis maximal 150 € wie alle übrigen sonstigen Bezüge versteuern. Und so gehen Sie jetzt vor: Sie ermitteln die Steuer für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn einschließlich aller sonstigen Bezüge. Davon ziehen Sie die Steuer für den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn ohne sonstige Bezüge dann ab. Das Ergebnis ist die Lohnsteuer, di e Sie für den sonstigen Bezug einbehalten müssen.

So ermitteln Sie die Steuer für sonstige Bezüge:

Steuer des Jahresarbeitslohns inkl. aller sonstigen Bezüge ./. Steuer des Jahresarbeitslohns ohne sonstige Bezüge
= auf die sonstigen Bezüge entfallende Lohnsteuer

Beachten Sie diese Besonderheit bei einem Arbeitgeberwechsel Ihres Beschäftigten:
Legt Ihnen ihr Arbeitnehmer keinen Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung aus dem vorangegangenen Dienstverhältnis vor, wird der laufende Arbeitslohn des Monats, in dem der sonstige Bezug gezahlt wird, auf das Jahr "hochgerechnet".
Achten Sie also unbedingt darauf, dass Ihnen Ihr Mitarbeiter die Lohnsteuerbescheinigung aus seinem früheren Dienstverhältnis unverzüglich vorlegt.

Veröffentlicht am 10. April 2004
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