Finanzen Praxistipps

Das kostet ein Auto wirklich

Lesezeit: 4 Minuten Sicherlich stehen beim Gedanken an einen Autokauf die Kaufkosten im Vordergrund. Allerdings gehört ein Auto zu den Gütern, die fortlaufend Kosten verursachen. In gewisser Weise lassen sie sich mit einem Haustier vergleichen, denn auch bei ihnen sind die Unterhaltskosten nach Jahren höher, als die eigentlichen Anschaffungskosten. Nur: Was kostet ein Auto eigentlich? Welche Punkte kommen, inklusive der Anschaffung, wirklich zusammen? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

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Das kostet ein Auto wirklich

Das kostet ein Auto wirklich

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Anschaffung: Der Kaufpreis ist nicht alles

Der Kaufpreis ist das, was bei einem Auto gleich auf den ersten Blick auffällt. Selbst Gebrauchtwagen kosten schnell einige tausend Euro, bei Neuwagen erhöht sich die Zahl massiv. Doch während der Kaufpreis das auffällige Kriterium ist, fallen faktisch betrachtet um die Anschaffung noch weitere Kosten an:

  • Anmeldung – jeder Wagen muss angemeldet werden. Einige Händler sind zwar so freundlich und übernehmen die Gebühren für die Anmeldung und das Nummernschild, doch sollte man hierauf nicht vertrauen. Zudem ist es möglich, dass diese Freundlichkeit schon in den Kaufpreis inkludiert wurde. Wie teuer die Anmeldung tatsächlich ist, hängt vom jeweiligen Straßenverkehrsamt und den eigenen Wünschen ab. Wer beispielsweise ein bestimmtes Nummernschild wünscht, der kann, auch wieder kommunal unterschiedlich, teilweise mit zusätzlichen 20,00 Euro je Buchstabe oder Ziffer rechnen.
  • Finanzierung – hier fallen Kosten an, die gerne übersehen werden. Immerhin zahlt der Käufer bei jeglicher Finanzierung Zinsen oder auch weitere Gebühren. Allerdings haben es Autokäufer vorab selbst in der Hand, da sie die Finanzierungsangebote des Händlers mit Auto- und Ratenkrediten vergleichen können. Wer eine gute Kfz Finanzierung nutzt, spart Zinsen und so letztendlich bei den Anschaffungskosten.

Trotz allem sind dies die Kosten, die in ihrer Höhe vorab bekannt sind. Bei der Finanzierung wird sogleich ersichtlich, welcher Betrag am Ende tatsächlich zurückgezahlt wird. Drastischer sind eigentlich die echten Unterhaltskosten.

Laufender Betrieb: Mehr als nur Sprit

Würde ein Auto nur Benzin, Diesel oder Strom kosten, wäre wohl jeder Autofahrer glücklich. In der Realität sind die Spritkosten einzig die Gebühren, die regelmäßig aktiv bezahlt werden. Hinzu kommen:

  • Steuern – die Steuern können einzig anhand des Fahrzeugs und der Stadt berechnet werden. Hier gibt es sowohl zwischen den Modellen als auch den Städten große Unterschiede. Neuwagen und Elektrofahrzeuge sind teilweise oder ganz von der Kfz-Steuer befreit. Künftig wird die CO2-Steuer kommen, von der Elektrofahrzeuge wieder ausgenommen werden, die aber alle anderen Autofahrer zusätzlich belastet.
  • Versicherung – jedes Fahrzeug muss in Deutschland versichert sein. Die Haftpflichtversicherung ist die günstigste Möglichkeit, doch eignet sie sich niemals für finanzierte Fahrzeuge. Hier ist die Vollkaskoversicherung notwendig. Auch die Kfz-Versicherung kann einzig anhand des Fahrzeugs, des Wohnorts, aber auch des Fahrers berechnet werden. Fahrzeughalter sollten unbedingt einen ausführlichen Vergleich durchführen und prüfen, wo sie Kosten einsparen können, ohne auf wichtige Leistungen verzichten zu müssen.
  • Inspektionen – gerade bei Neuwagen sind Inspektionen wichtig, da sie zum Werterhalt beitragen. Die Inspektionen sind in festen Abständen notwendig und kosten eine Gebühr. Hinzu kommen natürlich bei der Inspektion festgestellte Mängel, die repariert werden.
  • Feste Prüfungen – zudem muss jedes Fahrzeug zum TÜV und zur Abgasuntersuchung. Auch hier gibt es feste Vorgaben und ein Fahrzeug, welches nicht vorgestellt wird oder keine Plakette erhält, verliert die Betriebszulassung. Die eigentlichen Gebühren für beide Prüfungen sind übersichtlich, problematisch ist hier immer die Feststellung eines Mangels. Ist dieser schwerwiegend, kommt es zu einer Nachprüfung, dann müssen die Reparaturkosten und die Nachprüfung bezahlt werden.

Schon in diesem Bereich lohnt es sich, monatlich Geld beiseite zu legen. Wer beispielsweise in eine günstigere Kfz-Versicherung wechselt, der sollte den eingesparten Betrag auf ein »Autosparbuch« legen.

Reparaturen: Teils ein Loch ohne Boden

Es gibt wohl nur wenige Autobesitzer, die nicht den Moment fürchten, in dem irgendwas am Gefährt zu Bruch geht. Das Problem ist, dass Autoreparaturen dazu neigen, zu den unpassendsten Augenblicken zu kommen – und teuer zu sein. Dabei kann sich niemand vollständig vor Reparaturen schützen. Was jedoch möglich ist, ist die Vorbereitung:

  • Pflege – die Pflege eines Autos hilft dabei, Reparaturen zu vermeiden. Das geht schon bei den gängigen Prüfungen von Öl und Kühlwasser los. Wer stets auf einen ausreichenden Stand achtet, der schützt sich direkt vor kostspieligen Schäden. Doch auch bei der Reinigungen des Fahrzeugs lassen sich erste Probleme gut erkennen. Wackelt der Auspuff? Gibt es einen Lackschaden unterhalb der Tür, weil man einmal am Stein entlanggeschrappt ist? Wer frühzeitig handelt, der verhindert wieder teure Reparaturen. Die rasche Ausbesserung des Lacks ist wesentlich günstiger als die Erneuerung eines tragenden Teils.
  • Ansparen – es ist wirklich sinnvoll, gleich zu Anfang ein Autosparbuch anzulegen. In welcher Art dies auch geschieht, so sollte jeden Monat ein fester Betrag angespart werden, der rein für das Auto gedacht ist. Kommt nun eine Reparatur oder müssen früher neue Reifen gekauft werden, ist wenigstens ein Guthaben vorhanden. Bei der Kaskoversicherung sollte übrigens nicht jeder Schaden gemeldet werden. Wer zu häufig von der Kaskoversicherung Gebrauch macht, der erhält oft die Kündigung, eine Hochstufung, zudem ist es schwieriger, einen neuen Vertrag zu finden. Experten sagen, dass Teilkaskoschäden bis zu 800,00 Euro und Vollkaskoschäden bis zu 1.300,00 Euro am eigenen Fahrzeug lieber selbst getragen werden sollten. Die Beträge sind natürlich nur Beispiele und müssen sich in der Realität am eigenen Einkommen orientieren.

Gegen Reparaturen kann sich kein Autobesitzer schützen, denn eine absolute Vorsichtsmaßnahme funktioniert nicht. Doch ein Guthaben anzusparen, sich im Umkreis nach guten und günstigen Werkstätten umzusehen und bei einer Reparatur zu überlegen, ob das Ersatzteil nicht auch ein Gebrauchtteil sein kann, ist immer nützlich.

Fazit – teuer im Unterhalt

Bei jedem Auto ist der Unterhalt der wirklich teure Faktor. Auf einige Kostenpunkte hat der Fahrer durchaus Einfluss, denn wer sein Auto gut pflegt und somit Mängel schon beim Entstehen entdeckt, der trägt allgemein geringere Kosten, da die Reparatur weniger Aufwand bedeutet und keine Folgeschäden mit sich zieht. Auch bei Versicherungen und der Finanzierung lässt sich sparen. Dennoch gilt immer, dass eine Rücklage rein für das Auto gebildet werden sollte. Auch mit ihr sind Reparaturen ärgerlich, doch zumindest ist das Geld direkt vorhanden.

Bildnachweis: Vasyl / stock.adobe.com

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