Familie

Therapien bei AD(H)S

Therapien bei AD(H)S
geschrieben von Corinna Wietelmann

Da AD(H)S multifaktoriell, d. h. aus mehreren Ursachen besteht, sollte darauf geachtet werden, dass auch die Therapie aus mehreren Bausteinen besteht. AD(H)S „wächst“ sich nicht raus, aber es kann besser werden. Je früher mit einer individuellen Therapie begonnen wird, umso besser für alle Beteiligten und umso besser und wirkungsvoller sind die unterschiedlichen „Bausteine“ für das Kind selber. Erfahren Sie daher hier mehr über verschiedene Therapien bei AD(H)S.

Es gibt verschiedene Therapien bei AD(H)S. Hier einige Beispiele:

  • Verhaltenstherapie

Da die Wahrnehmung der Kinder leicht „verzerrt“ ist, können sie Reaktionen der Mitmenschen nicht einschätzen und überschätzen sich selber, was zu permanenten Schwierigkeiten im Umgang mit der Umwelt führen kann. Hier setzen Verhaltenstherapien an, wie z. B. „Konzentrationstraining“ und Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten.

Ziel aller Verhaltenstherapien ist es, mit dem Kind neue Verhaltensweisen einzuüben. Mit Hilfe von Rollenspielen und Aufgaben lernen die Kinder neue Strategien, um mit Krisen und Konflikten besser klar zu kommen. Durch die vielen positiven Erfahrungen, die die Kinder während dieser Therapie für AD(H)S machen, wird ihr Selbstvertrauen gestärkt und sie bekommen ein positiveres Selbstbild. Inhalt dieser Therapien sind feste Regeln, klare Anweisungen und eindeutige Konsequenzen.

  • Elterntraining

Das Elterntraining ist die optimale Ergänzung zur Verhaltenstherapie bei AD(H)S der Kinder. Hier bekommen Eltern Rückendeckung und Unterstützung im stressigen und unplanbaren Leben mit ihren Kindern. Schnell schleichen sich im Umgang mit den Kindern ungünstige Verhaltensweisen ein, die die AD(H)S Symptome nur noch mehr verstärken können. Die Atmosphäre zu Hause wird somit nur noch bedrückender und Kinder und Eltern sehen immer mehr negative Verhaltensweisen ihrer Kinder.

Bei dieser Therapie für AD(H)S wird die Erziehung unter die Lupe genommen und die positiven Eigenschaften und Stärken der Kinder treten in den Vordergrund.

Therapie bei AD(H)S: Selbstinstruktionstraining

Das Selbstinstruktionstraining hilft den Kindern, mehr Struktur im Alltag zu bekommen und es steigert die Aufmerksamkeit und das Sozialverhalten, je nach dem, auf welchen Schwerpunkt das Training ausgelegt ist. Die Kinder können einzeln oder in der Gruppe geschult werden. Sie lernen ihre Impulsivität zu stoppen, nachzudenken, was sie als nächstes machen sollten und planen dann ihre nächsten Schritte. Es konnte an Hand vieler wissenschaftlicher Studien nachgewiesen werden, dass sich die Kinder durch das Selbstinstruktionstraining in der Schule besser konzentrieren können und die Sozialkompetenz positiv gesteigert werden kann.

Fragen Sie Ihren Arzt, welche Komponenten er bei der Therapie bei AD(H)S für Ihr Kindes empfiehlt und achten Sie darauf, dass viele unterschiedliche „Bausteine“ zum Tragen kommen. AD(H)S kann man nicht heilen, aber wesentlich verbessern. Es gibt viele wirkungsvolle Therapieansätze für Kinder und Eltern. Es gilt dabei immer der Grundsatz: Je früher, desto besser und je mehr unterschiedliche Wahrnehmungen, Schwierigkeiten und Stärken eine Therapie anspricht, umso wirkungsvoller ist sie.

Bildnachweis: Konstantin Yuganov / stock.adobe.com

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Corinna Wietelmann