5 Fragen und Antworten rund ums Thema Elternzeit

Mit diesen Tipps, bereiten Sie sich optimal auf die Elternzeit vor.

Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen rund um Elternzeit und Elterngeld. Viele Eltern möchten ihren Nachwuchs möglichst lange selbst betreuen und dazu die Elternzeit voll ausschöpfen. Vielerorts ist dies dazu sogar absolut notwendig, da die Stellen bei Tagesmüttern und in Kindertagesstätten Mangelware sind und selbst bei frühzeitigen Anmeldungen mit erheblichen Wartezeiten gerechnet werden muss.

Doch was gibt es bei Elternzeit und Elterngeld zu beachten?

  1. Elternzeit aufteilen
  2. Vom Arbeitgeber verweigert
  3. Jobwechsel nach der Elternzeit
  4. Währenddessen arbeiten
  5. Neuerungen beim Elterngeld

1. Kann die Elternzeit aufgeteilt werden?

Ja, die Elternzeit kann sowohl auf Mutter und Vater als auch zeitlich aufgeteilt werden. So können beispielsweise beide Elternteile während der ersten Monate gemeinsam beim Nachwuchs bleiben und sich anschließend bei der Betreuung abwechseln. Es ist sogar möglich, einen wöchentlichen oder monatlichen Wechsel einzuplanen. Seit Ergehen des neuen Gesetzes im Jahr 2015 dürfen Eltern mit Kindern, die nach dem 01.07.2015 geboren wurden, bis zu 24 Monate dieser Zeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr ihres Nachwuchses in Anspruch nehmen. Damit wird die Planung noch flexibler.

2. Kann die Elternzeit vom Arbeitgeber verweigert werden?

Nein, nach Eingang der Elternzeiterklärung beim Arbeitgeber ist eine Zustimmung nicht mehr nötig. Auch dann nicht, wenn ein Arbeitgeberwechsel stattfindet. Allerdings kann dieser eine Bescheinigung über die bereits genutzte Elternzeitdauer verlangen.

Eine Ausnahme stellt es zudem dar, wenn ein Arbeitgeberwechsel nach dem dritten Geburtstag des Kindes stattfindet ohne dass die komplette Elternzeitdauer aufgebraucht wurde. Ein Übertragen in die Zeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr ist dann nur mit Zustimmung des neuen Arbeitgebers möglich.

Dazu besteht generell Kündigungsschutz vom Einreichen der Elternzeiterklärung bis zu deren Ende. Befristete Verträge verlängern sich allerdings nicht.

3. Welche Vor- und Nachteile bringt ein Jobwechsel nach der Elternzeit?

Vielen Eltern wird während der anfänglichen Betreuung ihres Kindes klar, dass der alte Job nicht mehr zu den neuen Prioritäten passt. Lange Anfahrtswege, Überstunden und ein schlechtes Betriebsklima können ohne Nachwuchs eine ganze Weile ertragen werden und sind ärgerlich aber zu verschmerzen. Mit Kind sieht es schnell anders aus. Ein Jobwechsel nach der geplanten Elternzeitdauer ist daher keine Seltenheit und kann einige Vorteile mit sich bringen, wenn er richtig vorbereitet wird. Darunter:

  • Die Betreuungszeit ist zumindest zum großen Teil schon "weg" und das Familienleben hat sich eingependelt. Das sehen viele Arbeitgeber als positiv. Ist die Kinderbetreuung darüber hinaus abgesichert und können Sie hierzu einen Plan vorlegen, stehen Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt gut.
  • Haben Sie die Betreuungszeit für Weiterbildungen genutzt oder arbeiten Sie bereits während dieser wieder in Teilzeit, zeigen Sie Initiative und Organisationsgeschick – sogar mit Kind. Begehrte Qualitäten, die nicht nur bei Personalern gut ankommen und Ihnen einen Vorteil verschaffen können.
  • Sie haben die Chance für einen Neuanfang und Zeit sich darauf auszurichten. Sei es durch Weiterbildungen, den Aufbau der Selbstständigkeit oder durch den firmeninternen Wechsel in eine Abteilung, die besser zu Ihren Anforderungen passt.

Aber: Überschätzen Sie die Zeit nicht. Je nach Branche kann das erfolgreiche Bewerben durchaus mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Zudem kann der Jobwechsel auch Nachteile mit sich bringen. Sie fangen beispielsweise unter Umständen wieder bei null an und sei es nur in Bezug auf die Position im Team. Wägen Sie daher gründlich ab und vergessen Sie auch Alternativen im eigenen Unternehmen, wie vermehrtes Arbeiten im Home Office, Wechsel in den Außendienst oder Vorschläge zur Verbesserung des Firmenklimas, nicht.

4. Darf ich während der Elternzeit arbeiten?

Ja, bis zu 30 Stunden pro Woche. Wer sich die Kinderbetreuung mit dem Partner teilt oder wenn sich der Nachwuchs in der Eingewöhnungsphase in einer Kindertagesstätte befindet, kann also bereits ein langsamer Wiedereinstieg in den Beruf erfolgen.

5. Welche Neuerungen gibt es beim Elterngeld seit 2015?

Es wird zwischen dem Basis-Elterngeld und Elterngeld-Plus unterschieden. Das Elterngeld kann nur in den ersten 14 Monaten nach der Geburt bezogen werden – also nicht nach Kalendermonaten, sondern nach Lebensmonaten des Kindes. Hier empfiehlt es sich also, einen frühzeitigen Antrag auf Elterngeld zu stellen. Am besten so schnell wie möglich nach der Geburt des Kindes.

Das Elterngeld-Plus kann sogar doppelt so lange, dafür aber auch nur in halber Höhe bezogen werden. Beide Varianten lassen sich miteinander kombinieren.

Extra-Tipp: Informieren Sie sich bereits vor der Geburt bei den entsprechenden Stellen, um keine Fristen verstreichen zu lassen. Nach der Ankunft des Nachwuchses wird es auch ohne Anträge erst einmal hektisch genug. Zudem lässt es sich mit sicherem Elterngeld und organisierter Elternzeit entspannter in die Betreuung starten.

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Veröffentlicht am 5. August 2016
Autor
Edmunda von Roit