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Schulangst bei Kindern ernst nehmen

Schulangst bei Kindern ernst nehmen
geschrieben von Adelheid Fangrath

Wenn Kinder nur widerwillig zur Schule gehen und häufig krank werden, kann dahinter Schulangst stecken. Es gibt sehr viele Ursachen, die zu dieser psychologischen Blockade führen. Die betroffenen Schüler brauchen neben seelischer Unterstützung meistens auch professionelle Hilfe.

Wie entwickelt sich Schulangst?

Viele Kinder gehen ungern zur Schule oder haben eine Abneigung gegen den Lehrer beziehungsweise ein bestimmtes Unterrichtsfach. Bei der Schulangst gehen die Gefühle über diese Ablehnung hinaus. Aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen zweifeln die Kinder an sich, fühlen sich überfordert und fürchten sich vor möglichen negativen Ereignissen. Auf diese Bedrohung reagiert das Kind unbewusst mit körperlichen Beschwerden, um sich dem Schulbesuch und damit der „Gefahr“ zu entziehen. Leider steigert diese Vermeidungsstrategie die Schulangst, weil der Schüler nicht lernt, sich seinen Ängsten zu stellen.

Symptome bei Schulangst

Bei Ängsten reagieren Kinder oft mit echten körperlichen Beschwerden. Fürchten sich Schüler vor dem Schulbesuch, leiden sie häufig unter Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Übelkeit. Auch Essstörungen weisen auf Probleme hin. Zudem blockieren die Ängste das Kind, es bringt keine Leistung in der Schule, ist unkonzentriert und ständig erschöpft. Auch Schlafstörungen und Einnässen sind Symptome für Schulangst.

Angst vor der Schule wegen Mobbing

Hänseleien von Mitschülern bis hin zur Gewalt auf dem Schulhof sind häufig der Auslöser von Schulangst. Oft ist es nur eine Kleinigkeit, die einen Schüler in die Opferrolle drängt. Vielleicht wird er mit einem lustig gemeinten Spitznamen gehänselt. Manchmal entwickelt sich Schulangst aber auch durch das Verhalten eines Lehrers oder durch starre Strukturen an der Schule.

Schulangst durch Überforderung

Vor allem Mädchen setzen sich selber so unter Druck, dass sie befürchten, den Anforderungen in der Schule nicht gerecht zu werden. Nicht selten kommt der Leistungsdruck aus dem Elternhaus dazu. Besonders schwierig wird es, wenn die übertriebenen Erwartungen der Eltern nicht den Fähigkeiten des Kindes entsprechen. Eltern brauchen viel Fingerspitzengefühl, um ihr Kind zur Leistung anzuhalten, ohne es zu überfordern.

Angst vor der Schule bei überbehüteten Kindern

Wenn die Eltern ihre Kinder verzärteln, besteht die Gefahr, dass diese wenig Selbstvertrauen in die eigene Stärke entwickeln. Oft entstehen schon im Kindergarten heftige Trennungsängste. Die besorgen Eltern verspüren bei ängstlichen Kindern den Drang, diese übertrieben zu beschützen. So lernen Kinder aber nicht, sich ihren Ängsten zu stellen und diese zu überwinden.

Diagnose Schulangst

Wenn Ihr Kind oft krank ist, äußerst ungern zur Schule geht und sich zu Hause einigelt, kann Schulangst vorliegen. Gehen Sie unbedingt zum Kinderarzt, um mögliche körperliche Beschwerden auszuschließen. Halten die Beschwerden über einen Monat an, suchen Sie bitte therapeutische Hilfe beim Kinderpsychologen oder schulpsychologischen Dienst. Auch wenn Ihnen die Ursachen für die Schulangst unbedeutend erscheinen, Ihr Kind überwindet seine Ängste nicht alleine. Bleibt die Schulangst unbehandelt, besteht die Gefahr, dass diese negative Verhaltensweise auch auf andere Lebensbereiche Ihres Kindes übergreift.

Wie Eltern Ihren Kindern helfen können

  • Bleiben Sie immer gesprächsbereit.
  • Versuchen Sie im Gespräch die Ängste Ihres Kindes zu ergründen. Schüler sind sich ihrer Probleme nicht immer bewusst. Fragen Sie nach Lieblingsfächern, Lieblingslehrern und Schulkameraden. Stellen Sie Fragen, was Ihrem Kind nicht so gut gefällt.
  • Hören Sie Ihrem Kind zu, wenn es sein Herz ausschüttet. Es braucht jetzt Trost und Mitgefühl.
  • Überlegen Sie gemeinsam, wie sich die Situation verbessern lässt.
  • Bei Problemen mit Mitschülern hilft oft ein Gespräch mit dem Klassenlehrer.
  • Überlegen Sie selbstkritisch, ob Ihr eigenes Verhalten die Schulangst Ihres Kindes fördert.
  • Ihr Kind überwindet die Schulangst nicht, wenn Sie eine Krankmeldung schreiben. Mit dieser Verdrängungsstrategie verschieben Sie nur das Problem.
  • Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes, indem Sie seine Talente hervorheben. Geben Sie Ihrem Kind alltägliche Aufgaben, die es gut lösen kann. Loben Sie Ihr Kind bei jeder Gelegenheit.
  • Ein Kind darf Kind sein: Es kann Fehler machen und muss nicht perfekt sein. Geben Sie Ihrem Kind statt Leistungsdruck eine schöne Kindheit.
  • Hobbys oder Sport fördern das Selbstbewusstsein. Suchen Sie für Ihr Kind einen Sportverein, bei dem der Spaß der Kinder über der Leistung steht.
  • Animieren Sie Ihr Kind, sich regelmäßig mit Freunden zu treffen.
  • Springen Sie nicht gleich bei jedem kleinen Problem Ihrem Kind bei. Geben Sie ihm Zeit, eigene Lösungsstrategien zu entwickeln

Lesen Sie hier, wie Sie unsichere Kinder behutsam fördern

Bildnachweis: DoraZett / stock.adobe.com

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