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Auswertung der Hamburger Schreibprobe HSP

Die Auswertung der Hamburger Schreibprobe (HSP) ist sehr umfangreich. Neben der Summe der richtig geschriebenen Wörter werden die einzelnen Buchstaben und Buchstabenkombinationen mit erfasst und ausgewertet.

Auswertung der HSP 1-9 – differenzierte Ergebnisse
Neben dem Wert für die vollständig  richtig geschriebenen Wörter wird durch die genaue Auswertung der einzelnen Bereiche ein Wert für die Anwendung der alphabetischen Strategie ermittelt. Außerdem werden durch die Auswertung der HSP Werte für die Anwendung der orthographischen Strategie und für die Anwendung der morphematischen Strategie bei der Rechtschreibung ermittelt.

Auswertung der Hamburger Schreibprobe – die einzelnen Werte und ihre Bedeutung
Die Auswertung der Graphemtreffer bei der HSP
Der Wert für die Summe der richtigen Graphemtreffer durch die Auswertung der HSP gibt Auskunft über die Konzentration des getesteten Kindes, über seine Fähigkeiten, Worte lautgetreu zu verschriften und einfache Buchstabenkombinationen entsprechend ihrer Aussprache sicher einzusetzen. (Beispiel "sch", "ch", "st", "sp")

Die Auswertung der HSP – die Anwendung der alphabetischen Strategie
Durch die Auswertung der Hamburger Schreibprobe erhält man ebenfalls einenWert für die Anwendung der alphabetischen Strategie. Er gibt Aufschluss über die Fähigkeit des Kindes, die Buchstaben an ihren Platz zu setzen und sich die Rechtschreibung eines Wortes auf der Basis des alphabetischen Grundwissens herzuleiten.

Die Auswertung der HSP – die Anwendung der orthographischen Strategie
Durch die genaue Auswertung der HSP enthält man auch einen Wert für die Anwendung der orthographischen Strategie. Dieser gibt Aufschluss darüber, in welchem Maße das getestet Kind bereits in der Lage ist, Worte richtig zu schreiben, deren Verlautung anders klingt, als es die Rechtschreibung vermuten lassen würde. (Beispiel: Worte mit "au" drin werden oft wie "ao" gesprochen und Worte die "ei" enthalten werden oft wie "ai" gesprochen.)

Die Auswertung der Hamburger Schreibprobe – der Wert für die morphematische Strategie
Die Auswertung der HSP ergibt darüber hinaus auch einen Wert für die Anwendung der morphetamischen Strategie. Er lässt Schlüsse darüber zu, in welchem Umfang das getestete Kind  über Wissen um die jeweiligen Wortstämme eines Wortes verfügt und dieses Wissen für die Rechtschreibung nutzen kann.

Auswertung der HSP – fünf Werte, fünf Prozentränge
Für jedes Auswertungskriterien, das in der HSP miterfasst wird, kann der Testleiter einen einzelnen Wert errechnen und diesen mit altersgerechten Normen vergleichen. Als Ergebnis bekommt er jeweils einen Prozentrang (PR), der nun Auskunft darüber gibt, wie das getestet Kind im Vergleich zu anderen Kindern seiner Altersstufe abschneidet.

Ein Prozentrang von 30 bedeutet dann, dass 30% der Kinder seiner Altersstufe so wie er oder schlechter in dem Bereich der HSP abgeschnitten haben, während 70% höhere Werte in diesem Bereich erzielt haben.

Die Auswertung der HSP – das Auswertungsprofil
Häufig ergeben sich durch die Auswertung fünf Werte, die ungefähr im gleichen Prozentrang-Bereich liegen. Manchmal ist aber auch ein Wert deutlich schlechter ausgefallen. Das Profil mit den einzelnen Ergebnissen gibt dem Testleiter genaue Auskunft darüber, in welchem Bereich (alphabetische, orthographische oder morphematische Strategie) das getestete Kind besondere Defizite hat und wo möglicherweise schon ein recht fundiertes Wissen und ein sicherer Umgang besteht.

Die Hamburger Schreibprobe – Feststellung einer LRS
Häufig wird die HSP eingesetzt, wenn es darum geht, eine Lese-Rechtschreibschwäche sicher festzustellen. Hierzu muss allerdings gleichzeitig auch eine umfassende Intelligenz-Diagnostik und möglichst auch ein Konzentrationstest durchgeführt werden. Erst danach kann eine LRS sicher diagnostiziert werden.

Nur wenn das Ergebnis in der HSP deutlich von dem Wert abweicht, der aufgrund der vorliegenden Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit zu erwarten wäre, kann die Diagnose "Lese-Rechtschreibstörung" gestellt werden. Als Richtwert gilt, dass die HSP unter dem PR 7 ausgefallen sein muss und die Intelligenz-Diagnostik mindestens einen durchschnittlichen Wert ergeben hat.

Fazit
Die Auswertung der Hamburger-Schreibprobe ist zwar recht aufwändig, ergibt dafür aber ein sehr differenziertes Bild über die einzelnen Strategien, die zur Rechtschreibung beherrscht werden müssen. Die Werte, die für die alphabetische, orthographische und morphematische Strategie erzielt werden, werden genauso in Prozentränge und T-Werte umgewandelt, wie die Werte für die Summe der richtig geschriebenen Worte und die Summe der Graphemtreffer.

Für die Kinder der höheren Klassen ergeben sich durch die umfassende Auswertung  zusätzliche Werte für das Beherrschen der"Wortübergreifenden Strategien" und einen Wert für "überzählige Orthographie". Auch die Werte, die sich durch die Auswertung der Hamburger-Schreibprobe unter diesen Gesichtspunkten ergeben, geben Aufschluss darüber, wo genau das getestete Kind Defizite hat und in welchem Bereich es schon über gute Strategien für die sichere Rechtschreibung verfügt.

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Marion Walsdorff