Kinder

Wie viel Lärm dürfen Kinder machen?

Wie viel Lärm dürfen Kinder machen?
geschrieben von Heike Schultz

Beim Spielen geht es meist lautstark zu. Während laute Geräusche im Freien meist schnell verhallen, kann es ganz schön nervig sein, wenn man mit kleinen Kindern in einem Mietshaus wohnt. Sie trampeln, schreien oder rollen gar mit einem Fahrzeug über den Fußboden. Aber müssen die Nachbarn alles hinnehmen?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Bei Kinderlärm hat der Gesetzgeber keine Grenzen gesetzt. Kinder sollen ihren natürlichen Spieltrieb ausleben dürfen und können dabei nach Herzenslust lachen oder schreien. Dabei ist es egal, ob sie in der Wohnung oder draußen aktiv sind. (Stand Oktober 2014)

Auch nächtliches Babygeschrei muss man hinnehmen. Allerdings sollte das kein Freibrief für die Eltern sein, ihre Kinder permanent unbeaufsichtigt toben zu lassen. Sie sind in der Pflicht, auf Ihren Nachwuchs derart einzuwirken, dass das gute nachbarschaftliche Verhältnis gepflegt werden kann.

Rücksichtnahme muss sich mit steigendem Lebensalter erhöhen

Während Babys noch jederzeit schreien und Kleinkinder unbeschränkt ihrem meist lautstarken Bewegungsdrang nachgehen dürfen, sollten ältere Kinder aber schon Rücksicht auf die Nachbarn oder die Umgebung nehmen. Stundenlanges Toben in der Wohnung braucht man von Teenagern nicht mehr auszustehen. Hier sind die Eltern gefragt, die darauf einwirken müssen, dass der Lärmpegel nicht ständig überschritten wird.

Nicht jede Grünfläche ist ein Spielplatz

In der Regel ist in den Hausordnungen festgelegt, ob angrenzende Höfe, Gärten oder Grünflächen mit genutzt werden dürfen. Wenn ja, dann dürfen die Kinder dort auch spielen. Sind allerdings Flächen explizit als Zier- oder Nutzungsareale ausgewiesen, dürfen diese auch nicht zum Spielen betreten werden. Gespielt werden darf den ganzen Tag. Allerdings sollten die Eltern auch hierbei Rücksicht auf eventuell ältere Nachbarn nehmen, die vielleicht über die Mittagszeit eine Ruhepause brauchen.

Ruhezeiten beachten

In der Zeit von 22 bis 6 Uhr gelten allgemeine Ruhezeiten. Akzeptieren muss man hier schreiende Säuglinge oder weinende Kleinkinder, wobei man allerdings davon ausgehen darf, dass die Eltern beruhigend auf ihre Kinder einwirken. Bei ständigem stundenlangem Geschrei darf und sollte man als Nachbar auf jeden Fall hinterfragen. Einschreiten darf man auch, wenn sich Teenager nachts ungewöhnlich laut verhalten, grölen oder Musik hören. Hier ist ebenfalls ein Gespräch mit den Eltern der erste Anlaufpunkt.

Festgelegte Mittagsruhezeiten gibt es nicht. Wer allerdings gute Nachbarschaft schätzt, lässt seine Kinder in dieser Zeit ruhiger spielen oder geht mit ihnen auf einen entfernteren Spielplatz.

Was kann man gegen Lärm tun?

An erster Stelle sollte immer das Gespräch mit den Eltern stehen. Bleiben Sie dabei ruhig und stürmen Sie nicht aufgebracht auf sie zu. Zeigen diese sich uneinsichtig, können Sie an den Vermieter herantreten. Steht der allerdings auf der Seite der Störenfriede, können Sie kaum etwas unternehmen. Suchen Sie sich Verbündete aus dem gleichen Mietshaus oder der unmittelbaren Umgebung und vereinbaren Sie eine gemeinsame Aussprache. Vielleicht lenken die Beteiligten dann ein.

Bildnachweis: Sunny studio / stock.adobe.com

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Heike Schultz