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Wenn Kinder ihre Zähne verlieren: Traditionen rund um die Welt

Wenn Kinder ihre Zähne verlieren: Traditionen rund um die Welt
geschrieben von Burkhard Strack

Zahnfee, Zahnmaus und Zahn über das Haus – diese sind bekannte Traditionen für den Ausfall der ersten Wackelzähne der Kinder. Weltweit gibt es unterschiedliche Bräuche, aber die Hauptidee bleibt dieselbe: magische Geschichten ermuntern die Kleinen, so dass sie mit ihrem Zahnverlust besser zurechtkommen.

Was machen Ihre Kinder mit den verlorenen Milchzähnen?

Die gebefreudige Zahnfee

In den meisten englischsprachigen und in einigen nordeuropäischen Ländern wie Dänemark, Deutschland und Norwegen beteiligt sich die Zahnfee an einer bizarren Transaktion mit Zähnen: Kinder legen ihre ausgefallenen Zähne unter das Kissen und die Zahnfee ersetzt sie mit Geld. Sie ist auch recht großzügig, wenn wir denken, dass sie für einen ausgefallenen Milchzahn auch 1 bis 2 Euro ausgibt. Doch muss man sich noch fragen: was ist dabei für sie drin?

Es bleibt ein Rätsel, woher die Zahnfee so viel Geld hat und was sie mit ihrer Zahnsammlung macht. Manche Kinder meinen, sie würde aus ihnen ein Palast bauen, während andere glauben, dass ihre Zähne eine Art Währung in der Welt der Zauberwesen sind. Auf jeden Fall sind Kinder wie Erwachsene für ihren Aufwand dankbar und feiern die Zahnfee jedes Jahr am 22. August oder 28. Februar, die inoffizielle Nationalfeiertage der Zahnfee.

Geschenke von der Zahnmaus

Der Mythos der Zahnfee selbst soll zurück auf die Geschichte “Die gute kleine Maus” (“La Bonne Petite Souris”) gehen, ein französisches Märchen aus dem 17. Jahrhundert, geschrieben von Madame d’Aulnoy. Es geht um eine Fee, die sich in einer Maus verwandelte, um eine Königin von einem bösen König zu retten. Um dieses zu tun, versteckte sich die Maus unter dem Kissen des Königs und brach alle seine Zähne. So werden Kinder in Frankreich und in französischsprachigen Ländern nicht von der Zahnfee, sondern von Le Petite Souris (die kleine Maus) besucht.

Auch in spanischsprachigen Ländern gibt es eine Maus, die ausgefallene Zähne der Kinder sammelt. Man nennt sie el Ratón oder el Ratoncito Pérez und, ähnlich wie bei der Zahnfee, warten Kinder auf die Zahnmaus, indem sie ihre Milchzähne unter das Kissen legen. Die Maus tauscht ihn dann gegen Geschenk, Süßigkeiten oder Münzen ein. Wenn Sie mal in Madrid mit ihren Kindern sind, können Sie das Museum von Ratoncito Pérez besuchen.

Zahn über das Dach und andere Traditionen

Nach einem alten Glauben, wenn ein Tier deinen Milchzahn isst, nimmt der bleibende Zahn die Eigenschaften des Tieres  an. So gab man manchmal die Milchzähne den Nagetieren als Futter, in der Hoffnung, dass den Kindern scharfe und starke Zähne wachsen.

In der Mongolei gab es die Tradition, den Wackelzahn in Fleisch zu stecken und damit einen Hund zu füttern. Wenn es keinen Hund gab, dann begrub man den Zahn in der Erde, in der Nähe von Baumwurzeln, damit der bleibende Zahn auch starke Wurzeln entwickelte. In El Salvador gibt es diesmal ein anderes Tier, das für die verlorenen Zähne zuständig ist: der Hase.

In einige Ländern aus Asien, aber auch in osteuropäischen Länder wie Rumänien, gibt es den Brauch, die Zähne über das Dach des Hauses zu werfen. Während man den Zahn wirft, schreit man den Wunsch, dass man einen starken und gesunden bleibenden Zahn anstelle des alten Milchzahns erhält.

Bildnachweis: Rafael Ben-Ari / stock.adobe.com

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.