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Was Sie tun können, wenn sich Ihr Kind vergiftet hat

Was Sie tun können, wenn sich Ihr Kind vergiftet hat
geschrieben von Heike Schultz

Hat Ihr Kind eine giftige Substanz zu sich genommen, ist schnelles Handeln erforderlich. Verfallen Sie nicht in Panik, sondern leiten Sie umgehend die Notfallbehandlung ein. Im Zweifelsfall verständigen Sie lieber sofort den Notarzt.

Es reicht ein unachtsamer Moment, in dem Sie ihr Krabbelkind aus den Augen gelassen haben. Auch wenn Sie sich noch so viel Mühe geben, alle gefährlichen Stoffe im Haushalt zu verschließen oder außer Reichweite des Kindes zu positionieren, kann es passieren, dass es trotzdem zu einem Giftunfall kommt, weil Ihr Kind irgendetwas eingenommen oder daran geleckt hat. Da Sie in der Regel nicht wissen, ob das enthaltene Gift stark toxisch wirkt oder nur Übelkeit verursacht, müssen Sie schnell handeln.

Ist Ihr Kind apathisch oder hat starke Schmerzen, rufen Sie sofort den Notarzt. Klagt Ihr Kind plötzlich über Übelkeit oder Magenbeschwerden, ist der Giftnotruf die richtige Wahl. In allen Fällen müssen Sie so schnell wie möglich herausfinden, was das Kind zu sich genommen hat.

Was ist der Auslöser der Vergiftung?

Überlegen Sie, womit sich das Kind zuletzt beschäftigt hat.

  • War es in Ihrer Nähe, als Sie mit Waschpulver, Reinigungsmitteln oder Spülmittel hantiert haben?
  • Hat das Kind irgendwo einen Stuhl herangeschoben, um etwas besser erreichen zu können?
  • War das Kind alleine im Bad?
  • Steht ein Aschenbecher in greifbarer Nähe?
  • Haben Sie Duftöle aufgestellt oder Lampenöl stehengelassen?
  • Liegen irgendwo Arzneimittel herum?
  • Haben Sie giftige Pflanzen in der Wohnung?

Wie erkenne ich eine Vergiftung?

Dem Kind ist plötzlich übel, es klagt über Bauchschmerzen, weint und verhält sich anders als sonst. In manchen Fällen kommt es zu unerklärlicher Bewusstlosigkeit. Vermuten Sie dahinter einen Kontakt mit giftigen Substanzen, rufen Sie sofort den Notarzt unter 112. Leiten Sie dann eine Erstbehandlung ein. Auf keinen Fall sollten Sie das Kind zum Erbrechen bringen. Reden Sie beruhigend auf es ein und überprüfen Sie Puls und Atmung.

Sollte das Kind sich von allein übergeben, bewahren Sie das Erbrochene auf. Durch dessen Geruch können die Rettungskräfte später herausfinden, was das Kind zu sich genommen hat.

Muss ich unbedingt den Giftnotruf wählen?

Der Giftnotruf ist eine Einrichtung, die Ihnen bei einem Notfall mit giftigen Stoffen sofort weiterhelfen soll. Manchmal jedoch ist Eile geboten und es würde zu viel wertvolle Zeit kosten, sich dort beraten zu lassen. Wenn Sie also ängstlich sind, rufen Sie in jedem Fall zuerst den Notarzt und beruhigen das Kind. Braucht der Notarzt Hilfe, kann er sich noch selbst an die Giftnotzentrale wenden.

Besteht für das Kind keine unmittelbare Lebensgefahr, wählen Sie den Giftnotruf und schildern Sie so genau wie möglich, wie es zu dem Giftunfall gekommen ist und was Ihr Kind eingenommen haben könnte. Die Giftnotzentrale wird Sie dann im Zweifelsfall an einen Arzt weiterverweisen. Auf jeden Fall sollten Sie die Telefonnummer immer griffbereit liegen haben. Es gibt in Deutschland verschiedene Nummern. Machen Sie sich daher unbedingt sachkundig, sobald Ihre Kinder mobil werden.

So können Sie Giftunfällen vorbeugen

  • Lassen Sie keine Spülmittel, Badezusätze, Waschmittel oder Reiniger in unverschlossenen Schränken oder gar auf dem Regal herumstehen. Auch wenn Sie denken, Ihr Kind würde in den oberen Bereichen nicht herankommen, kann sich das Kind ganz schnell mit Hilfsmitteln hoch hangeln.
  • Lassen Sie niemals einen vollen Aschenbecher auf dem Tisch stehen.
  • Auch Kosmetika sollten Sie nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Medikamente gehören in einen abschließbaren Medizinschrank.
  • Vorsicht mit Batterien. Auch diese sollten nicht offen herumliegen. Vor allem kleine Knopfzellen können schnell verschluckt werden.
  • Verbannen Sie giftige Pflanzen aus ihrer Wohnung.

Bildnachweis: photophonie / stock.adobe.com

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