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Mein Kind kommt in den Kindergarten: Was muss ich beachten?

Mein Kind kommt in den Kindergarten: Was muss ich beachten?
geschrieben von Heike Schultz

Wenn Mutter oder Vater wieder in die Berufstätigkeit einsteigen, kommt der Zeitpunkt, an dem das Kind eine Kindertagesstätte besuchen muss. Hier erfahren Sie, wie Sie sich und Ihr Kind ausreichend auf die neue Situation vorbereiten.

Nicht nur dem Kind wird es schwer fallen, nun einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Auch der Elternteil, der das Kind bisher zuhause betreut hat, muss erst lernen, den Nachwuchs loszulassen. Deshalb sollten Sie den Schritt sorgfältig und langwierig vorbereiten. Beziehen Sie das Kind auf jeden Fall von Anfang an mit in die Planungen ein.

Im Vorfeld die richtige Kindertagesstätte aussuchen

Zunächst einmal müssen Sie sich Gedanken darüber machen, welches Konzept Sie für Ihr Kind für das Beste halten. Dabei haben Sie zum Beispiel die Wahl zwischen städtischen, kirchlichen, Waldorf- oder Waldkindergärten mit offenen oder geschlossenen Gruppen. Überlegen Sie genau, was am besten zu Ihrem Kind passen könnte und orientieren Sie sich dabei an räumlicher Nähe zu Ihrer Wohnung oder Ihrer Arbeitsstelle. Besuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind verschiedene Kitas und überzeugen Sie sich von den Bedingungen vor Ort.

Passt der ausgewählte Kindergarten organisatorisch in den Familienalltag?

Überprüfen Sie, ob sich der Fahrweg, die Öffnungszeiten oder regelmäßige Schließtage mit Ihrem familiären Alltag in Übereinstimmung bringen lassen. Hat der Kindergarten über Mittag geschlossen? Gibt es Betreuungsmöglichkeiten in Zeiträumen, in denen der Kindergarten nicht geöffnet hat? Wie viel Engagement wird von den Eltern verlangt? Können Sie das zeitlich erfüllen?

Das Kind rechtzeitig auf den ersten Tag vorbereiten

Reden Sie mit Ihrem Kind schon lange vor dem ersten Tag über den Kindergarten. Spazieren Sie immer mal wieder an einer Kita vorbei und zeigen Sie, wie schön dort die Kinder miteinander spielen. Lesen Sie mit Ihrem Kind Bücher über Begebenheiten in Kindergärten. Vielleicht gibt es in Ihrer Familie oder bei Freunden auch Kinder, die schon den Kindergarten besuchen und die bei Ihrem Kind ein wenig Vorfreude erregen können.

Kaufen Sie gemeinsam mit dem Kind benötigte Utensilien

Suchen Sie gemeinsam mit dem Kind eine schöne Kindergartentasche oder besser noch einen kindlichen Rucksack aus, damit das Kind einen täglichen Begleiter hat, der ihm auch gefällt. Achten Sie dabei auch auf praktische Dinge wie Wasserfestigkeit, Abwischbarkeit, einfache Handhabung und schmutzabweisendes Material. Es sollten eine Brotdose, etwas zu trinken und vielleicht auch ein kleines Kuscheltier hinein passen. Auch die Brotdose und eine passende Trinkflasche sollten Sie das Kind selbst aussuchen lassen.

Einige Wochen Eingewöhnungszeit einplanen

Der erste Kindergartentag sollte einige Wochen vor Ihrem Arbeitsbeginn liegen. Am ersten Tag ist nicht nur für das Kind alles neu, sondern auch Sie selbst müssen erst einmal den Tagesablauf kennenlernen. Planen Sie mindestens vier Wochen Eingewöhnungszeit, damit sich das Kind mit der neuen Situation anfreunden kann.

In der ersten Woche sollte das Kind nur etwa ein bis zwei Stunden in der neuen Umgebung bleiben. Mutter oder Vater sind dann auf jeden Fall mit dabei. Das Kind hat so die Sicherheit, dass es sich bei Bedarf jederzeit an seine Eltern wenden kann. Es muss sich erst auf die Erzieherin als neue Bezugsperson einstellen.

Lassen Sie Ihr Kind nicht gleich allein

In der zweiten Woche können Sie die Anwesenheitszeit schrittweise erhöhen und zwischendurch schon einmal den Raum verlassen. Bleiben Sie aber in unmittelbarer Nähe und verfolgen Sie, wie es Ihrem Kind während Ihrer Abwesenheit geht. Sie stören auf keinen Fall den Kindergartenalltag. Die Erzieher sind mit solchen Situationen vertraut und werden Sie in jedem Fall unterstützen.

Jedes Kind reagiert anders

Manche Kinder betreten den Gruppenraum, vertiefen sich in ein Spiel und schauen nicht mehr nach der Mutter oder dem Vater zurück. Aber so einfach ist es in den seltensten Fällen. Viele Kinder fangen an zu weinen und manche können sich erst beruhigen, wenn ein Elternteil wieder aufgetaucht ist. Geben Sie Ihrem Kind diese Zeit. Lassen Sie es nicht über lange Zeit schreien, nur weil Ihnen jemand einredet, dass es da jetzt durch muss. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl und nehmen Sie Ihr Kind ruhig wieder in den Arm, wenn es Ihre Nähe braucht.

Planen Sie am Anfang viel Zeit für die Verabschiedung ein

Auch wenn Ihr Kind die Eingewöhnungsphase gut hinter sich gebracht hat und Sie sicher sind, dass es sich in seiner neuen Umgebung wohl fühlen wird, sollten Sie morgens für die Verabschiedung nicht zu wenig Zeit einplanen. Das Kind spürt, wenn Sie in Eile sind und wird dann vielleicht besonders anhänglich. Wenn Sie sich dann aus Zeitnot losreißen müssen, haben Sie vielleicht den ganzen Tag über ein schlechtes Gewissen und können sich nur schlecht auf Ihre Arbeit konzentrieren.

Organisieren Sie rechtzeitig eine Betreuung im Krankheitsfall

Wenn Ihr Kind nun tagtäglich mit anderen Kindern zusammenkommt, kann es sein, dass es am Anfang häufiger krank wird. Seien Sie auch darauf vorbereitet. Sicher sieht es Ihr Arbeitgeber nicht gern, wenn Sie unmittelbar nach der Rückkehr in den Beruf deswegen gleich häufig wieder ausfallen. Überlegen Sie im Vorfeld also auch, wer aus der Familie oder dem persönlichen Umfeld in diesem Fall zur Betreuung des Kindes einspringen könnte.

Bildnachweis: Alena Ozerova / stock.adobe.com

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