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Depressionen bei Kindern: So erkennen Sie die Symptome

Depressionen bei Kindern: So erkennen Sie die Symptome
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geschrieben von experto.de

Die Symptome von Depressionen sind nicht immer eindeutig und erst recht nicht bei Kindern. Gerade Grund- und Vorschulkinder sind oft noch zu klein um ihre Gefühle zu reflektieren und bei Teenagern kommen die pubertären Stimmungsschwankungen bedingt durch die Hormonumstellung erschwerend hinzu. Für Eltern ist es aber wichtig die Symptome zu kennen, um im Zweifelsfall einen Psychologen zu Rate ziehen zu können.

Depressionen bei Kindern äußern sich anders als Depressionen bei Erwachsenen, sie leiden deshalb aber nicht weniger unter ihnen. Oft werden Depressionen bei Kindern übersehen, da die Symptome wie Ängstlichkeit oder Traurigkeit meist weniger ernst genommen werden. Zudem sind die Symptome andere als bei Erwachsenen.

Kindern fehlt zum Teil noch das Reflexionsvermögen, selber zu erkennen in welcher Situation sie sich befinden und dass ihre Traurigkeit einen bestimmten Grund hat.

An dieser Stelle sind die Eltern gefragt, die für die Symptome von Depressionen bei Kindern sensibilisiert werden müssen.

Depressionen können bei Kindern schon in ganz jungen Jahren auftreten

Schon im Vor- und Grundschulalter können bei Kindern Depressionen auftreten. 1 bis 2 % der Kinder leiden in ganz jungen Jahren schon an ihnen, sie verlieren die Lust am Spielen, sind müde und oft ohne erkennbare Ursache traurig.

Eltern gehen dann meist von einer vorübergehenden Phase aus, die sich herauswächst, Vitamine und Eisenpräparate sollen zumindest gegen die Müdigkeit helfen.

Stärker von Depressionen betroffen als Grundschulkinder sind Jugendliche in der Pubertät. Vor der Pubertät sind es eher noch Jungen, die unter den Symptomen von Depressionen leiden.

Ab der Pubertät ändert sich das Verhältnis und es sind vermehrt Mädchen, die mit der Pubertät zu kämpfen haben.

Die Symptome von Depressionen variieren je nach Alter

Je nach Alter zeigen sich die Symptome von Depressionen ganz verschieden. Auf diese Verhaltensweisen sollten Eltern achten:

Depressionen bei Vorschulkindern

  • Das Kind zieht sich zurück oder wirkt aggressiv
  • Es wirkt traurig und abwesend, die Mimik ist meist gleichbleibend
  • Nächtliche Alpträume
  • Keine Freude am Spielen
  • Starke Gewichtszunahme oder -abnahme

Depressionen bei Grundschulkindern

  • Spricht über die eigene Traurigkeit
  • Die schulischen Leistungen leiden
  • Leidet unter starken Ängsten
  • Veränderte Essgewohnheiten ohne offensichtlichen Grund
  • Leidet unter Hoffnungslosigkeit und Schuldgefühlen
  • Konzentrationsprobleme

Grundsätzlich gilt, dass Kinder ihr Befinden eher in ihrem Verhalten widerspiegeln als in ihren Worten. Sie sind also im Gegensatz zu Erwachsenen nicht unbedingt antriebslos oder niedergeschlagen, sondern reagieren oft aggressiv, anhänglich oder weinen viel.

Zudem fehlt ihnen noch die Fähigkeit ihre Gefühle richtig zu beschreiben, sodass Aussagen wie „Bauchschmerzen“ Eltern und dann auch Ärzte häufig in die völlig falsche Richtung lenken.

Je älter die Kinder werden, desto mehr gleichen die Symptome einer Depression denen von Erwachsenen

Depressionen bei Teenagern

  • Mangelndes Selbstvertrauen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • Rückzug von Freunden und sozialen Aktivitäten
  • Schlechte, schulische Leistungen
  • Schlaf-, Ess- oder Appetitstörungen
  • Suizidgedanken
  • Verletzt sich selbst

Im Ernstfall kann nur ein Psychologe helfen

Gerade bei Jugendlichen können Depressionen sehr gefährliche Züge annehmen, wenn sie beginnen sich selbst zu verletzen.

Eltern sollten daher ihre Kinder auf Verdacht hin gründlich beobachte und das offene Gespräch suchen. Je nach Schwere der Depression kann nur ein Psychologe helfen, den Problemen auf den Grund zu gehen.

Je älter Kinder werden, desto stärker ähneln ihre Depressions-Symptome denen von Erwachsenen. Stimmungsschwankungen sind gerade in der Pubertät üblich und nicht immer direkt Symptome einer Depression.

Sie sollten dennoch ernst genommen werden, um die Unterschiede zu erkennen und gegebenenfalls einen Psychologen zu Rate zu ziehen.

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