Erziehung

Vertraute Rituale stärken Kinder

Vertraute Rituale stärken Kinder
geschrieben von Adelheid Fangrath

Rituale sind kleine, liebevolle Gewohnheiten, die unser Leben positiv bereichern. Diese kleinen Regelmäßigkeiten bringen das Kinderleben in eine geordnete Struktur und vermitteln gleichzeitig das beruhigende Gefühl von Sicherheit. Unsere Anregungen helfen Ihnen, wunderschöne Rituale für Ihre Kinder zu finden.

Den Alltag mit Ritualen bereichern

Wer an seine Kindheit zurückdenkt, wird sich bestimmt gerne an liebevolle Rituale zurückerinnern: Das gemeinsame Nachtgebet mit der Mutter, ein besonderer Abschiedsgruß oder der obligatorische Lutscher vom Großvater. Und wehe, diese feste Gewohnheit wurde nicht eingehalten.

Kinder befinden sich oft in Phasen des Übergangs und der daraus resultierenden Unsicherheit. Wenn sie mit Neuem wie dem Besuch des Kindergartens oder einem Geschwisterchen konfrontiert werden, helfen Rituale, ihnen ein familiäres Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln. Aber nicht nur in Krisenzeiten schätzen Kinder immer wiederkehrende Erlebnisse.

Ein kleines Alltagsritual vertieft die Verbundenheit innerhalb der Familie, hebt das Selbstwertgefühl der Kinder und verleiht dem Tag einen positiven Anstrich.

Morgenrituale

Planen Sie morgens immer genug Zeit ein, damit Sie mit kleinen Ritualen den Morgen für die Kinder strukturieren können. Ein optimaler Beginn des Tages ist eine heitere Zeremonie, die Kinder liebevoll aufweckt. Denken Sie daran, Kinder haben unterschiedliche Bedürfnisse. Manche schätzen eine stürmische Wuschel-Kuschel-Begrüßung, andere wollen lieber noch bei den Eltern ins Bett schlüpfen und andere möchten vorsichtig von dem Lieblingskuscheltier mit einem launigen Spruch geweckt werden.

Körperpflege-Rituale

Bei Waschen, Zähneputzen und An- oder Ausziehen können Sie Ihr Kind mit vielen Ritualen helfen. Sie können Lieder singen und vielleicht witzig auf die Situation umtexten. Die Zahnbürste kann zum Bakterienjäger werden. Körperpflege können Sie auch mit kleinen Zärtlichkeiten wie Kitzeln oder Streicheln aufwerten. Creme verteilen Sie so: Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht (beim letzten Teil wild verwischen).

Die ungeliebte, langweilige Körperpflege gewinnt durch diese spielerischen Rituale an Reiz und wird gleich mit viel mehr Eifer von den Kindern erledigt.

Mahlzeiten

Eine gemeinsame Mahlzeit in der Familie ist für sich genommen schon ein Ritual. Achten Sie darauf, mindestens einmal am Tag mit allen Familienmitgliedern gemeinsam zu essen. Damit stärken Sie den Zusammenhalt in der Familie. Vielleicht wird es ein festes Ritual, dass Ihr Kind die schönen Tischsets hinlegt und jeder aus seinem Lieblingsglas trinkt.

Wer mag, kann das Essen mit einem Tischgebet, einem witzigen Reim oder mit „Guten Appetit“ beginnen. Während des Essens darf jeder in kurzen Sätzen von seinem Tag berichten und selbstverständlich bleiben alle so lange am Tisch sitzen, bis der letzte aufgegessen hat. Mit Ritualen lernen Kinder spielerisch, bestimmte Regeln zu akzeptieren und einzuhalten.

Rituale zum Abschied

Die Trennung von den Eltern fällt kleinen Kindern meistens schwer. Ein Abschiedsritual schafft einen vertrauten Rahmen, der Kindern die Angst vor der Trennung nimmt. Schon eine liebevolle Umarmung oder ein Kuss sind ein Abschiedsritual. Garnieren Sie es noch mit einer liebevollen Bemerkung zu Ihrem ganz persönlichen Event.

Sie können Ihrem Kind auch einen magischen Gegenstand mitgeben, zum Beispiel einen Schal. Bei längeren Trennungen können Sie auch Ihr Lieblings-Stofftier als Beschützer mitgeben.

Abendrituale

Viele Kinder schlafen schlecht ein, weil sie vom Tag überdreht sind oder sich vor der Dunkelheit fürchten. Ein gleich bleibender Ablauf erleichtert Kindern abzuschalten und sich auf die Nachtruhe einzustellen. Ein wundervolles Abendritual ist das Vorlesen. Auch ein Nachtgebet vermittelt Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Die Möglichkeiten für Gute-Nacht-Rituale sind unbegrenzt, allerdings sollten die Kinder nicht zu sehr aufgeregt werden. Also die Toberunde lieber auf einen anderen Zeitpunkt verschieben.

Wochenendrituale

Machen Sie aus dem Wochenende etwas Besonderes und leiten es mit einem entspannenden Ritual ein. Vielleicht kuscheln alle gemeinsam im Bett oder das gemeinsame Frühstück wird an einem besonderen Ort zelebriert. Das Wochenende ist eine gute Gelegenheit für alle Familienmitglieder, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Jeder erzählt von den besonderen Erlebnissen in der Woche.

Vielleicht tagt auch der Familienrat und beschließt gemeinsame Unternehmungen. Am Wochenende darf sich der berufstätige Vater gemeinsame Rituale mit den Kinder ausdenken: Spielen Sie ein Spiel, machen Sie wilde Kissenschlachten oder gehen Sie auf den Sportplatz.

Feiertage und Jahreszeiten

Das Jahr bietet viele Anlässe, den Kindern die Kontinuität des Lebens zu vermitteln. Besondere Rituale helfen ihnen, zeitliche Strukturen zu erkennen und zu begreifen. Welche Rituale Sie umsetzen, bleibt Ihnen überlassen. Vielleicht füttern Sie im Winter die Vögel, stellen im Sommer das Planschbecken in den Garten, basteln im Herbst mit Kastanien und verkürzen die Adventszeit mit einem Kalender.

Auch für Feiertage wie Ostern oder Weihnachten sollten Sie bestimmte Rituale einführen, die immer wieder auftauchen: Kirchgang, gemeinsam Räume schmücken oder mit Glöckchen die Bescherung einläuten.

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Adelheid Fangrath