Erziehung

Und ein kleiner Klaps auf den Po schadet doch – Alternative Möglichkeiten der Erziehung

Und ein kleiner Klaps auf den Po schadet doch - Alternative Möglichkeiten der Erziehung
geschrieben von Manuela Aberger

„Ein kleiner Klaps hat noch niemandem geschadet“ so heißt eine Redewendung, die wir im Alltag immer wieder zu hören bekommen. Kanadische Wissenschaftler konnten durch eine kürzlich durchgeführte Studie jedoch Gegenteiliges beweisen. Auch ein noch so kleiner Klaps kann zu Angst führen und beim Kind langfristige Spuren hinterlassen. Welche alternativen Möglichkeiten der Erziehung bieten sich an?

Der kleine Klaps auf den Po und seine Auswirkungen

Studienleiterin Tracie Afifi (University of Manitoba) und ihre Kollegen kamen bei Ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass auch leichte Formen von körperlicher Gewalt bleibende Spuren bei Kindern hinterlassen und das Risiko einer psychischen Erkrankung im Erwachsenenalter massiv steigern. Wenn Sie Ihr Kind für sein schlechtes Benehmen mit körperlicher Züchtigung bestrafen – und schon ein Klaps auf den Po gehört dazu- , verletzen Sie also nicht nur seine Kinderseele sondern gefährden zudem seine spätere seelische Gesundheit.

Tracie Afifi und ihr Team sind sich sicher, dass körperliche Bestrafungen zu Angst und Scham bei den Heranwachsenden führen, dass sich diese im Laufe der Zeit immer mehr festsetzen und im Erwachsenenalter Depressionen und Angststörungen heraufbeschwören können.

Wann kommt der Klaps auf den Po zum Einsatz?

Meistens wird zum Klaps auf den Po gegriffen, wenn Eltern überfordert sind und sich nicht mehr zu helfen wissen. Ein Kind versucht stets, seine Grenzen auszutesten und wenn es Eltern dann zu bunt wird, nutzen Sie oftmals Ihre körperliche Überlegenheit aus, um ihre angestauten Emotionen zu entladen. Oftmals haben Betroffene im Nachhinein ein schlechtes Gewissen, weil Sie sich dessen bewusst werden, dass ihre Reaktion nicht angemessen war.

Alternative Möglichkeiten der Erziehung

Bedenken Sie, dass Angst keinen sehr guten Erziehungsberater darstellt. Ihr Kind lernt nichts dadurch, dass es Angst vor seiner Bestrafung hat. Laut einer Studie der US-Universität New Hampshire sorgen Sie durch Schläge zusätzlich sogar dafür, dass sich der IQ Ihres Kindes mindert. Nichtsdestotrotz sind Bestrafungen im Alltag manchmal nicht zu vermeiden, schließlich braucht ein Kind ja Grenzen.

Sanktionen sind dann sinnvoll, wenn sie Kindern einen Lernprozess ermöglichen. Greifen Sie anstatt auf wütende und willkürliche Verbote besser auf logische Konsequenzen, die automatisch aus dem Verhalten Ihres Kindes entstehen, zurück. Wenn Ihr Kind zum Beispiel heute von der Schule nach Hause kommt und beim Erledigen seiner Hausaufgaben trödelt, so hat es eben keine Zeit mehr, um mit seinen Freunden zu spielen.

Schaffen Sie klare Regeln und keine sinnlosen Strafen

Beim Essen gilt dasselbe: Wenn Sie Ihr Kind mehrmals auffordern, dass es essen soll und es kommt und kommt nicht, weil es gerade noch etwas wichtiges spielen muss, dann muss es sein Essen später eben kalt essen oder es bekommt erst zur nächsten Mahlzeit wieder etwas. Achten Sie stets darauf, dass Sie Ihrem Kind die Konsequenzen erklären. Sagen Sie nicht: „Weil du mit der Hausübung so langsam warst, musst du jetzt daheim bleiben“. Greifen Sie besser auf diese Aussage zurück: „Schade. Jetzt ist es schon so spät, dass du keine Zeit mehr für deine Freunde hast“.

Die Folge daraus ist, dass Ihr Kind aus seinem Verhalten lernt. Durch derartige Erziehungsmethoden brauchen Sie den Klaps auf den Po nicht mehr, Ihre Wut wird mit der Zeit weniger und Sie führen ein harmonischeres Familienleben.

Bildnachweis: contrastwerkstatt / stock.adobe.com

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Manuela Aberger