Erziehung

So verhalten sich Kinder sicher im Straßenverkehr

So verhalten sich Kinder sicher im Straßenverkehr
geschrieben von Adelheid Fangrath

Das Geschehen auf der Straße erleben Kinder ganz anders als Erwachsene. Wenn Eltern von Anfang an auf Verkehrserziehung achten, bewegen sich auch kleine Kinder sicher im Straßenverkehr. Dabei übernehmen die Eltern eine wichtige Vorbildfunktion. Unsere Tipps unterstützen Eltern dabei, mit Ihren Kindern die richtigen Verhaltensweisen im Straßenverkehr zu trainieren.

Warum Kinder sich nicht sicher im Straßenverkehr bewegen

Kinder sind auf den Straßen besonders gehandicapt, weil sie die Umwelt ganz anders als Erwachsene wahrnehmen. Sie sind schlicht physisch nicht in der Lage, komplexe Situationen schnell zu erfassen und diese zu verarbeiten. Neben der fehlenden Erfahrung stellt sich Kindern ein ganz simples Problem, nämlich die Verkehrsregeln zu lernen und diese als feste Grenzen anzuerkennen.

  • Kinder haben ein deutlich engeres Gesichtsfeld als Erwachsene. Sie bemerken ein seitlich herannahendes Auto nicht aus den Augenwinkeln.
  • Kinder hören zwar das herankommende Auto, aber es fällt ihnen schwer zu erkennen, aus welcher Richtung das Geräusch kommt.
  • Noch bis ins Grundschulalter schaffen Kinder es nicht, beim Laufen ihren Kopf zur Seite zu drehen. Läuft ein Kind über die Straße, schaut es dabei also nicht nach links oder rechts.
  • Kinder bewegen sich nicht sicher im Straßenverkehr, weil sie die Entfernungen nicht einschätzen können. Es fällt ja sogar Erwachsenen schwer zu erkennen, wie schnell sich ein Auto nähert.
  • Wenn Kinder ein Auto sehen, nehmen sie selbstverständlich an, dass der Autofahrer sie ebenfalls sieht.
  • Kinder sind oft zu klein, um über Hindernisse wie geparkte Autos hinwegsehen zu können.
  • Rollt der Ball über die Straße, laufen Kinder spontan hinterher. Dieses klassische Beispiel verdeutlicht, dass Kinder durchaus unüberlegt und manchmal auch irrational reagieren.
  • Wenn es darum geht, eine Situation einzuschätzen und entsprechend zu reagieren, brauchen Kinder doppelt und dreifach so lange wie Erwachsene.

Grundlagen der Verkehrserziehung

Damit sich Kinder sicher im Straßenverkehr bewegen, brauchen sie die Unterstützung ihrer Eltern. Es reicht nicht, die Verkehrsregeln theoretisch zu erklären, sondern das verantwortungsvolle Verhalten im Straßenverkehr muss vorgelebt und geübt werden. Das Üben beginnt, wenn Sie das erste Mal mit Ihrem Kind durch die Straßen gehen. Spätestens jetzt heißt es für die Eltern, das richtige Verhalten konsequent vorzuleben.

Sicher mit Kleinkindern im Straßenverkehr

  • Gehen Sie mit Ihrem Kind Hand in Hand auf dem Bürgersteig, dabei geht Ihr Kind auf der dem Verkehr abgewandten Seite.
  • Gehen Sie nur bei Grün über die Ampel.
  • Befestigen Sie reflektierende Anhänger an der Kleidung Ihres Kindes.
  • Lassen Sie Ihr Kind nur auf vom Verkehr gesicherten Spielplätzen spielen.

Sicher mit Kindergartenkindern im Straßenverkehr

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind auf dem Gehsteig weit von der Bordsteinkante entfernt geht.
  • Kinder halten nie direkt auf dem Bordstein sondern eine Kinderschrittlänge entfernt.
  • Gehen Sie mit Ihrem Kind einen Umweg, wenn Sie deshalb an einer Ampel oder einem Zebrastreifen die Straße überqueren können.
  • Achten Sie darauf, dass Sie und Ihr Kind die Fahrbahn immer gerade und niemals schräg überqueren.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, langsam aber zügig die Straßen zu überqueren.
  • Gehen Sie erst über einen Zebrastreifen, wenn die Autos angehalten haben.
  • Kurze klare Aussagen wie „Stopp“ oder „Halt“ helfen Ihrem Kind eher statt langwieriger oder umständlicher Erklärungen.

Sicher im Straßenverkehr mit Vorschulkindern

  • Jetzt kann das Kind schon kleine Wege alleine gehen. Allerdings geht es nur Strecken, die es kennt und wo die Straßenüberquerungen mit Ampel geregelt sind.
  • Geht Ihr Kind über den Zebrastreifen, nimmt es Blickkontakt mit dem Fahrer links auf, ab Mitte der Straße schaut es zum Fahrer auf der rechten Seite.
  • Überlegen Sie bei Straßen ohne Ampel oder Zebrastreifen, welche gut einsehbare Stelle sich für das Überqueren der Straße eignet. Zwischen zwei parkenden Autos ist die Straße für Kinder nicht einsichtig. Deshalb eine bessere Möglichkeit für das Überqueren der Straße suchen.
  • Sensibilisieren Sie Ihr Kind für Ausfahrten. Hier aufmerksam bleiben.
  • Mit Dreirad, Roller oder Fahrrad gehören Vorschulkinder nicht ohne Aufsicht in den Straßenverkehr.
  • Stellen Sie sich mit Ihrem Kind an den Straßenrand und versuchen Sie, die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos zu schätzen.
  • Erklären Sie Ihrem Kind die wichtigsten Verkehrszeichen.

Lesen Sie unsere Tipps, wie Sie mit Ihrem Kind den sicheren Schulweg üben.

Bildnachweis: Sasenki / stock.adobe.com

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Adelheid Fangrath