Erziehung

Mit diesen 7 Tipps den Schulranzen richtig packen

Mit diesen 7 Tipps den Schulranzen richtig packen
geschrieben von Adelheid Fangrath

Auch ein ergonomisch geformter Tornister kann Haltungsschäden bei Kindern verursachen. Wenn die Schüler zu viele Bücher wild in ihre Schultasche stopfen, entsteht ein ungesundes Ungleichgewicht. Die folgenden Tipps zeigen Ihnen, wie Sie und Ihr Kind den Schulranzen richtig packen.

1. Auf Qualität achten

Kinder haben genaue Vorstellungen vorm Aussehen ihres Schulranzens. Es sollen Pferde, Rennautos oder Motive der Lieblingsserie aus dem Fernsehen abgebildet sein. Achten Sie aber unbedingt auf eine hervorragende Qualität.

Ein guter Schulranzen zeichnet sich durch ein ergonomisch geformtes, gepolstertes Rückenteil und breite, gepolsterte Gurte aus. Die Schultergurte müssen auf jeden Fall stufenlos verstellbar sein. Je leichter die Schultasche, desto weniger Gewicht lastet auf den Schultern Ihres Kindes. Ist der Ranzen nach DIN 58124 zertifiziert, erfüllt er alle diese Anforderungen.

2. Jeden Tag entrümpeln

Es ist unglaublich, wieviel unnötiger Ballast sich innerhalb eines Schuljahres in dem Tornister sammelt. Gewöhnen Sie Ihrem Kind an, die Schultasche jeden Tag auszuräumen. Der beste Zeitpunkt ist nach den Hausaufgaben. Anschließend kommen nur die Bücher und Hefte in den Ranzen, die entsprechend dem Stundenplan am nächsten Tag im Unterricht gebraucht werden.

Am besten führen Sie dieses Ritual gleich zu Beginn des Schuljahres ein. In den ersten Wochen unterstützen Sie Ihr Kind bei dieser Aufgabe. Sprechen Sie gemeinsam durch, ob bestimmte Hefte, Bücher oder andere Materialien wirklich gebraucht werden. Dann hat sich diese Verhaltensweise so verfestigt, dass das Kind automatisch dieses Muster beibehält.

Tipp: Wenn Kinder den Überblick über die erforderlichen Materialien für den Unterricht verlieren, hilft dieser clevere Trick.

Nehmen Sie einen leeren Stundenplan und schreiben Sie in die jeweiligen Kästchen der Zeilen und Spalten, welche Bücher, Hefte, Stift usw. an diesem Tag benötigt werden.

3. Die Schultasche richtig packen

Viele Schulranzen haben klug durchdachte Fächereinteilungen für Bücher und Hefte. Die schweren Bücher gehören unbedingt in die Fächer direkt am Rücken. Lastet das Gewicht nah am Körper, ist es für das Kind leichter auszubalancieren. Die leichten Hefte gehören in die vorderen Fächer.

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es die Tasche so packt, dass sich das Gewicht möglichst gleichmäßig verteilt. Also nicht alle schweren Bücher auf einer Seite stapeln. Außerdem gehören kleine Teile in die entsprechenden Fächer, damit nichts wild durch den Ranzen rutscht und das Kind aus dem Gleichgewicht bringt.

4. Auf das Gewicht achten

Laut einer Faustregel sollte das Gewicht eines Schulranzens nicht mehr als 10 – 12 Prozent des Körpergewichts des Kindes überschreiten. Allerdings fehlt ein wissenschaftlicher Beweis, dass sich durch eine schwerere Belastung wirklich Haltungsschäden einstellen.

Die Saar-Universität führte zusammen mit der Saarbrücker Zeitung neuere Studien durch. Die Aktion Kidcheck zeigte, dass sich ein stärkeres Gewicht nicht negativ auf die Gesundheit des Kindes auswirkt. Tatsächlich trainiert mehr Gewicht auf dem Rücken die bei vielen Kindern schlaffe Bauch- und Rückenmuskulatur. Erst wenn der Tornister ein Drittel des Körpergewichts des Kindes erreicht, ist das Kind laut der Studie Kidcheck gesundheitlich überfordert. Die Kommission zur Wahrung der Belange der Kinder des Deutschen Bundestages hat sich dem Thema angenommen und folgende Empfehlungen für das Gewicht des Schulranzens ausgegeben:

Körpergewicht des KindesHöchstgewicht des Schulranzens
18 bis 23 kg2,2 bis 2,8 kg
24 bis 28 kg2,9 bis 3,4 kg
29 bis 33 kg3,5 bis 4,0 kg
34 bis 38 kg4,1 bis 4,6 kg
39 bis 43 kg4,7 bis 5,2 kg
44 bis 48 kg5,3 bis 5,8 kg
49 bis 53 kg5,9 bis 6,4 kg
54 bis 58 kg6,5 bis 7,0 kg

5. Haltungsschäden erkennen

Jedes Kind ist individuell und hat seine eigene Konstitution. Sie sind unterschiedliche belastbar und deshalb sind die Werte auch nur als Hilfestellung gedacht. Schauen Sie sich Ihr Kind genau an. Kann es den Schulranzen alleine und ohne große Mühen alleine aufsetzen? Und wie steht Ihr Kind mit der Schultasche auf dem Rücken? Muss es sich stark nach vorne beugen oder zieht das Gewicht das Kind nach hinten?

Der Ranzen ist auf jeden Fall zu schwer, wenn die Finger des Kindes durch die Belastung anfangen zu kribbeln oder gar taub werden. Besondere Vorsicht ist außerdem geboten, wenn das Kind über Schmerzen in Schultern, Nacken und Rücken klagt. Überprüfen Sie den Sitz des Ranzens, sowie sein Gewicht.

Tipp: Sport und regelmäßige Bewegung stärken die Muskulatur Ihres Kindes.

6. Gewicht verringern

Es kann durchaus passieren, dass Ihr Kind zu viele Bücher in die Schule mitnehmen muss. Ist das Gewicht des Schulranzens an einzelnen Tagen zu schwer, nützt es auch nicht, diesen richtig zu packen.

Sprechen Sie in diesem Fall mit der Lehrerin oder dem Lehrer. Vielleicht können die Kinder schwere Bücher wie Atlanten in der Schule deponieren. Oder die Kinder sprechen sich ab und teilen sich zu zweit jeweils ein Lehrbuch in der Schule. Als weitere Option ist es auch möglich, die entsprechenden Arbeitsseiten zu kopieren und die Kopien statt der schweren Bücher mitzunehmen.

7. Auf einen guten Sitz achten

Viele Kinder tragen den Schulranzen über einer Schulter, an viel zu langen Tragegurten oder am Tragegriff. Das sieht zwar lässig aus, ist aber aus gesundheitlicher Sicht nicht zu empfehlen.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind den Tornister immer auf dem Rücken trägt. Der Ranzen sitzt richtig, wenn sich seine Oberkante in Höhe der Schultern befindet. Sind die Gurte zu lang, zu kurz oder ungleichmäßig lang eingestellt, verteilt sich das Gewicht ungünstig. Das macht sich durch Rücken- und Nackenschmerzen sowie Verspannungen in der Schulter bemerkbar.

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Bildnachweis: Irina Schmidt / Adobe Stock

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Adelheid Fangrath