Erziehung

Mit diesen 5 Tipps lernen Kinder den Umgang mit Geld

Mit diesen 5 Tipps lernen Kinder den Umgang mit Geld
geschrieben von Adelheid Fangrath

Laut Schuldneratlas 2011 ist im Schnitt jeder 10. Deutsche verschuldet. Auch Kinder geraten in die Schuldenfalle, wenn sie nicht den Umgang mit Geld lernen. Vor allem Hersteller von Spielwaren und modernen Medien schaffen es geschickt, die Begehrlichkeiten bei Kindern und Jugendlichen zu wecken. Mit diesen Tipps schaffen Sie es, Ihrem Kind ein Gespür für den Umgang mit Geld zu vermitteln.

 

Kinder und Konsum

Kinder und Jugendliche sind für die Wirtschaft eine lukrative Zielgruppe. Süßigkeiten, Spielwaren oder elektronische Geräte, wie zum Beispiel Handys, ziehen die jungen Käufer magisch in den Bann. Kaum ist der Kauf getätigt, gibt es schon ein neueres, moderneres Modell. Oft entsteht unter den Kindern und Jugendlichen bei ihrem Konsumverhalten eine verhängnisvolle Gruppendynamik. Wer das neueste Spielzeug oder Handy besitzt, erhält für kurze Zeit die Aufmerksamkeit und Bewunderung seiner Freunde. Jedenfalls so lange, bis ein anderer mit etwas Neuem glänzt.

Kinder brauchen Übung, um den richtigen Umgang mit Geld zu lernen. Da sie nicht für ihr Geld arbeiten, fehlt ihnen oft die Wertschätzung für ihr Taschengeld. Warum auch, offensichtlich ist das Geld in den meisten Familien reichlich vorhanden, um die zahlreichen Wünsche der Kinder zu erfüllen. Dass viele Eltern zugunsten ihrer Kinder ihre eigenen Bedürfnisse zurückstecken, sehen diese gar nicht.

So lernen Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld

1. Tipp: Überprüfen Sie Ihre eigene Einstellung zum Geld

Aufgrund der zunehmenden Zahl verschuldeter Jugendlicher fordern Experten, das Thema Gelderziehung im Schulunterricht zu behandeln. Aber auch Sie als Eltern sind gefordert, denn Kinder lernen von guten Vorbildern. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie kritisch Ihren eigenen Umgang mit dem Geld betrachten. Schaffen Sie es, Ihr Geld bis zum Monatsende einzuteilen oder geraten Sie regelmäßig in ein finanzielles Minus? Legen Sie regelmäßig eine bestimmte Geldsumme für eine größere Anschaffung zurück oder kaufen Sie auf Kredit?

Wenn Sie mit Ihren monatlichen Einnahmen nicht auskommen, beginnen Sie ein Haushaltsbuch zu führen. Auf diese Weise erkennen Sie überflüssige Geldausgaben und gewinnen einen Überblick über Ihre finanziellen Verpflichtungen. Haben Sie diesen Schritt geschafft, gelingt es Ihnen viel leichter, das Geld so einzuteilen, dass es sogar für Extras reicht. Lesen Sie unsere Tipps, wie Sie mit dem Haushaltsbuch Geld sparen.

2. Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Geld

Laut einer Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken von 2011 redet fast ein Drittel der Eltern nicht oder nur selten mit dem Nachwuchs über das Thema Geld. Versuchen Sie ab dem Grundschulalter Ihr Kind an den verantwortungsvollen Umgang mit Geld heranzuführen, indem Sie es an Ihrem finanziellen Alltag teilnehmen lassen. Damit ist nicht gemeint, die Kinder mit eventuellen finanziellen Sorgen zu belasten, sondern sie über wichtige Kniffe im Umgang mit dem Geld zu informieren.

Die folgenden Beispiele zeigen, wie Sie die wirtschaftliche Bildung bei Grundschulkindern fördern:

  • Besuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Ihre Bank oder Sparkasse. Erklären Sie, dass auf Ihr Konto das Gehalt eingezahlt wird und Sie damit Ihre Rechnungen bezahlen, zum Beispiel die Miete.
  • Erzählen Sie Ihrem Kind, wenn Sie monatlich eine kleine Geldsumme ansparen, um sich das neue Auto oder den nächsten Urlaub leisten zu können. So lernt Ihr Kind, dass sich nicht alle Wünsche sofort erfüllen lassen.
  • Richten Sie für Ihr Kind ein Sparbuch ein. Hier kann es Geld für eventuelle größere Wünsche ansparen.
  • Kaufen Sie Ihrem Kind eine Spardose. So kann es überschüssiges Taschengeld sparen und einmal im Jahr auf das Sparbuch einzahlen.
  • Schreiben Sie vor dem Einkauf einen Einkaufszettel und halten Sie sich weitgehend daran. So lernt Ihr Kind von Ihnen, dass Sie sich nicht von Lockangeboten im Supermarkt verführen lassen.
  • Geben Sie Ihrem Kind im Supermarkt die Aufgabe, die Preise der vermeintlichen Sonderangebote direkt vor der Kasse mit denen im Geschäft zu vergleichen. Oft handelt es sich gar nicht um Sonderangebote.

Die folgenden Beispiele zeigen, wie Sie die wirtschaftliche Bildung bei Jugendlichen fördern:

  • Besuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Ihre Bank oder Sparkasse. Erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie sich für diese Bank entschieden haben. Vielleicht um die Kontoführungsgebühren zu sparen.
  • Sprechen Sie mit Jugendlichen darüber, was ein Überziehungskredit ist. Ein Vergleich der Überziehungszinsen mit denen für Sparanlagen verdeutlicht, warum diese Art der Geldbeschaffung extrem teuer ist.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind weiß, welche Ausgabenarten mit Ihrem privaten Leben verbunden sind: Miete, Strom, Telefon, Versicherungen, Vereinbeiträge, Abos.
  • Beziehen Sie Ihr Kind mit ein, wenn Sie zum Beispiel zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln. Suchen Sie gemeinsam im Internet vergleichende Angebote heraus. So entwickelt Ihr Kind ein Gespür für den Preisvergleich.
  • Diskutieren Sie mit Ihrem Kind über die Ausgaben für eine neue Anschaffung, zum Beispiel ein Elektrogerät oder ein neues Auto. Manchmal ist es sinnvoll, für Qualität mehr zu bezahlen oder wie bei einem Auto auf die Nebenkosten zu achten.
  • Bei Konsumgütern entscheidet nicht immer der Preis über die Qualität. Erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie lieber zu den preiswerten No-Name-Produkten greifen und wann lieber nicht.

3. Tipp: Taschengeld für eigene Ausgaben

Damit Kinder den Umgang mit Geld lernen, brauchen Sie ein regelmäßiges Taschengeld. Die Höhe richtet sich nach dem Alter des Kindes. Zahlen Sie für Grundschüler das Taschengeld wöchentlich aus, Jugendliche erhalten die Summe einmal im Monat. Es ist ganz wichtig, dass Ihr Kind über dieses Geld frei verfügt und eigene Erfahrungen sammelt.

Dazu gehört auch, Geld für in Ihren Augen nutzlose Dinge auszugeben. So lernt Ihr Kind ganz pragmatisch aus möglichen Fehlern. Diese Erfahrungen helfen Kindern, den Wert des Geldes und der damit verbundenen Anschaffung gegeneinander abzuwägen. Lesen Sie weitere Informationen zum Thema Taschengeld.

4. Tipp: Sparfüchse contra Konsumrausch

Das breite Angebot an Lebensmitteln, Kleidung und Waren aller Art weckt bei Kindern Bedürfnisse. Hinzu kommt, dass materielle Werte in unserer Gesellschaft oft eine große Rolle spielen. Für Kinder ist es schwierig zu lernen, dass nicht alle Wünsche sofort realisierbar sind. Sie als Eltern sind für Kinder ein entscheidendes Vorbild. Wenn die Eltern ihr Kaufverhalten ihrer wirtschaftlichen Situation anpassen, übernehmen die Kinder diesen verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld.

Geld zu sparen ist für Kinder eine abstrakte Vorstellung. Aber es macht Spaß sich vorzustellen, welche Wünsche sich mit dem ersparten Geld erfüllen lassen. Geben Sie Ihrem Kind die Gelegenheit, sich große Anschaffungen selber anzusparen statt ihnen diese sofort zu schenken. Als zusätzlichen Anreiz vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, ab einer angesparten Summe den Rest beizusteuern.

5. Tipp: Kinder und Schulden

Selbst sparsame Jugendliche verlieren gelegentlich den Überblick über ihre Finanzen. Vielleicht haben mehrere lustige Unternehmungen mit den Freunden ein tiefes Loch in die Taschengeldkasse gerissen. Oder sie erlagen dem Zauber eines schicken Kleidungsstücks. Kommt dies nur gelegentlich vor, brauchen Sie sich nicht zu beunruhigen. Geben Sie einen Vorschuss auf das nächste Taschengeld oder steuern Sie einen einmaligen Zuschuss dazu.

Wenn das Taschengeld regelmäßig Mitte des Monats verbraucht ist, besteht Handlungsbedarf. Setzen Sie sich mit Ihrem Kind zusammen und finden Sie gemeinsam heraus, weshalb das finanzielle Defizit entsteht. Vielleicht braucht Ihr Kind eine altersgemäße Taschengelderhöhung. Oft denken Jugendliche in Sachen Geld nicht vorausschauend. Es hilft ihnen, sich das Taschengeld wochenweise einzuteilen. So behalten sie leichter den Überblick und teilen sich die Summe besser ein.

Unterrichtshilfe Finanzkompetenz ist ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördertes Onlineprojekt. Auf diesen Seiten finden Sie viele spannende Arbeitsmaterialien für Schüler sowie zahlreiche nützliche Links.

Bildnachweis: Oksana Kuzmina / stock.adobe.com

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