Erziehung

„Iiiiihgitt, die knutschen!“ – Was Kinder übers Verliebtsein wissen wollen?

"Iiiiihgitt, die knutschen!" - Was  Kinder übers Verliebtsein wissen wollen?
geschrieben von Burkhard Strack

Wenn wir über Sexualerziehung sprechen, denken wir meistens an die klassische Aufklärung und schnell auch an die Schattenseiten von Sexualität. Dabei gibt es da ja noch ganz anderes zu besprechen: zum Beispiel die „Sache mit der Liebe“ und dem Verliebtsein.

Kinder verstehen intuitiv, dass es Unterschiede zwischen ihren innigen Empfindungen zu Mama und Papa und deren Beziehung untereinander gibt. Die heißgeliebte Omi, die bevorzugte Erzieherin oder der Sandkastenfreund das alles sind völlig einmalige und unterschiedliche Beziehungen, die es erlebt.

Da sie in viele Erwachsenenangelegenheiten nicht eingeweiht werden, avancieren manche Kinder sogar zu richtigen Spezialisten, wenn es darum geht, die jeweilige zwischenmenschliche Atmosphäre zu erfassen und darauf zu reagieren. Jedenfalls können sie das, was da so manchmal zwischen zwei Menschen vorgeht und kribbelt und funkt,  dieses einmalige, wunderbare und universelle Gefühl „Verliebtsein!“ sofort als etwas Besonderes identifizieren.

Verliebtsein schon im Kindergartenalter

Betroffen sind davon nicht nur Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren. Völlig altersunabhängig kann es jeden treffen und nicht selten sind Menschen zum ersten Mal während ihrer Kindergartenzeit verliebt. Einem Verliebten braucht man diesen Ausnahmezustand nicht erklären: Diesen Wunsch, sich möglichst in der Nähe des/der Auserwählten aufzuhalten, diese Unfähigkeit, sich in seiner Nähe dann auch nur halbwegs normal zu verhalten, diese berauschenden Fantasien von diesem wundervollen Wesen: vom Aufwachen bis zum Schlafengehen. Die einen Momente, in denen wir die Welt umarmen möchte und die anderen, in denen wir uns wünschen, die sichere Betthöhle nie mehr verlassen zu müssen.

Ein Bilderbuch, das das Verliebtsein für alle Gerade-Nichtverliebten ganz meisterlich beschreibt: „Ein kleines Krokodil mit ziemlich viel Gefühl “ von Daniela Kulot, Thienemann-Verlag.  Es erzählt in einfacher Sprache und mit liebevoll gewählten Vergleichen den inneren Zustand von Krokodil und das, was bei der Außenwelt davon ankommt in einer Geschichte mit Happy End.

  • Es bietet sich an über Verliebtheit zu sprechen, wenn Ihr Kind auf jemand Verliebten aufmerksam geworden ist, Fragen stellt oder sich selbst verliebt.
  • Verwunderung rufen die heftigen Gefühle und die Veränderung der Beteiligten hervor. Kindern tut es gut zu wissen, dass dieser Zustand normal in dem Sinne ist, dass sich die meisten Menschen hin und wieder verlieben, dass dieser Zustand aber nicht beständig andauert.
  • Wenn Ihr Kind selbst verliebt ist, sind Eltern meist auf verschiedenen Ebenen betroffen. Ein wenig sticht die Eifersucht, denn der erste Platz im Leben des Kindes scheint da zumindest vorübergehend anders besetzt zu werden. Eine gute Übung. Auf Dauer werden Sie ihn ohnehin nicht einnehmen können.
  • Je jünger das verliebte Kind ist, umso eher sind Erwachsene geneigt, sich ein wenig lustig über sie zu machen. Aus meiner Arbeit weiß ich, dass solcher Spott auch noch später als sehr verletzend erinnert wird. Auch ein kleiner Mensch fühlt sich zu jedem Zeitpunkt vollwertig und seine Gefühle können sehr tief und ernsthaft empfunden sein. Nehmen sie ihr verliebtes Kind lieber ernst.
  • Ein verliebter Mensch ist aber auch ganz besonders verletzlich und die Verliebtheit allein zu empfinden macht niemanden auf Dauer glücklich. Viele Eltern möchten ihrem Kind Enttäuschung und Zurückweisung ersparen. Das können Sie nicht. Seien Sie, wenn es möglich ist, für Ihr Kind da. Hören Sie ihm bei seinen endlosen Schwärmereien geduldig zu und trauern sie mit ihm, wenn seine Gefühle nicht erwidert werden.

Bildnachweis: zaikina / stock.adobe.com

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.