Erziehung

Herausforderungen für Väter in der Pubertät

Herausforderungen für Väter in der Pubertät
geschrieben von Burkhard Strack

Wenn aus Kindern Jugendliche werden, ist der Vater besonders gefragt. Allerdings ganz anders als früher. Schließlich sind Sohn oder Tochter keine Babys mehr! Drei Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten.

Der Leistungspapa

“Für eine Eins habe ich immer fünf Mark bekommen”, sagt Gerhard. Die steckte ihm sein Vater zu, wenn er das Heft mit der Klassenarbeit präsentierte. Eine Zwei war weniger wert. Logisch, dass er schlechtere Noten überhaupt nicht präsentierte. “Mein Vater war fast immer im Büro”, erinnert er sich. Selbstverständlich hat er ihn bewundert, weil er für den Sohn groß und stark war. “Aber ein Mann zum Anfassen war er nicht.”

Gerhard wollte es anders machen, hat seinem Sohn vorgelesen und ihn abends ins Bett gebracht. Aber später fragte er vor allem “Wie war’s in der Schule?” Was sein Sohn erst mit “gut” beantwortete, später nicht mehr. Väter spielen zwar eine zentrale Rolle für die schulische Laufbahn ihrer Kinder und deren spätere Berufswahl, so der Nestor der deutschen Väterforschung, Wassilios E. Fthenakis.

Aber das sollte nicht der einzige Zugang zu den Kindern sein. Jugendliche wollen echtes Interesse spüren an ihrer Person, nicht nur am momentanen Leistungsstand und der letzten Mathearbeit. Etwas mit ihnen unternehmen, einen Spieleabend bis nach Mitternacht veranstalten oder gemeinsam ins Stadion gehen, gemeinsam mit ihren Freunden zu Abend essen – so lässt sich der Kontakt zu den Jugendlichen halten. Und man bekommt viel mehr Informationen, als man zunächst für möglich hielt!

Hier findet ihr weitere interessante Themen rund um die Pubertät.

Der Autoritäts-Papa

Jürgen war über sich selbst überrascht, als er vor der Tür stand, die seine Tochter eben zugeknallt hatte. “Du bist um zehn Uhr zu Hause”, schrie er. “Du kannst mich mal”, kam es zurück. Jürgen erkannte sich selbst nicht wieder. So ein Schrei-Vater hatte er nie sein wollen. Und jetzt hatte ihn seine Tochter genau an diesen Punkt getrieben.

Zwar treten laut Prof. Fthenakis nur noch die wenigsten Väter so autoritär auf wie in früheren Generationen. Aber Konflikte zwischen dem Autonomiestreben der Kinder und den gesellschaftlichen Anforderungen und Regeln müssen auch die modernen Väter durchstehen.

Es ist sicher nicht so, dass alle anderen viel länger unterwegs sein dürfen als die eigene Tochter. Das lässt sich durch einen Anruf bei anderen Eltern schnell klären. Außerdem gibt es gesetzliche Bestimmungen für den Aufenthalt in Kneipen und Diskotheken, und das nicht ohne Grund. Darüber kann man ganz unaufgeregt mit den Jugendlichen sprechen.

Natürlich nicht durch die geschlossene Tür hindurch, sondern ruhig und an einem anderen Tag. Auf dem Einhalten von Regeln bestehen heißt nicht brüllen und schimpfen. Sondern dem Jugendlichen die Konsequenzen seines Handelns klar machen. Und mit ihm besprechen, welche Konsequenzen Sie ziehen wollen, wenn er oder sie sich nicht an Absprachen hält.

Der Kumpel-Papa

Ein Vater ist ein Vater, kein Freund. Freunde sind Gleichaltrige, die sich das Kind selbst aussucht. Der Vater ist in der Regel über 30 Jahre älter, er gehört einer anderen Generation mit anderen Kommunikationsformen und teilweise auch anderen Werten an. Er ist in einer völlig anderen Lebenssituation. Und: Er ist für seine Kinder verantwortlich. Freunde sind das nicht. Darauf verweist der Erziehungsberater Jan Uwe Rogge immer wieder in seinen Büchern.

Was nicht heißt, dass man mit dem Sohn nicht mal zum Fußballspiel fahren und sich gemeinsam über die Fehler der gegnerischen Mannschaft auslassen darf. Oder der Tochter bei der Auswahl der Klamotten assistieren. Aber den Jargon der Kids kopieren, im gleichen Chatroom quatschen, die Frage, ob das rosa T-Shirt besser zum Rock passt oder doch das gelbe genauso aufgeregt zum alles bestimmenden Thema machen – das ist nicht angemessen.

Die Pubertät der Kinder bedeutet für die Eltern loslassen. Die Kinder erwachsen werden lassen. Sie ihren eigenen Weg gehen lassen. Sie ihre eigenen Fehler machen lassen. Und niemand hat gesagt, dass das für die Väter leicht ist. Mehr Informationen rund um die Vaterschaft können Sie hier nachlesen.

Bildnachweis: pololia / stock.adobe.com

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.