Bundeselternrat fordert bundesweite Regelung für Legasthenie und Dyskalkulie

Für 500.000 Schülerinnen und Schüler mit Legasthenie oder Dyskalkulie fehlen bundeseinheitliche Regelungen. Der Bundeselternrat fordert deshalb die Kultusministerkonferenz (KMK) eindringlich auf, bundeseinheitlich verbindliche Richtlinien zur Diagnostik, Anerkennung Förderung und zum Nachteilsausgleich für die Behinderungen Legasthenie und Dyskalkulie zu erstellen.

Der Bundeselternrat zur Dyskalkulie
"Sie erhalten in fast keinem Bundesland angemessene Regelungen auf Nachteilausgleich und begabungsadäquate Beschulung", erklärt der Bundeselternrat bei seiner Frühjahrstagung im Mai.

Deshalb fordert er die Kultusministerkonferenz (KMK) eindringlich auf, bundeseinheitlich verbindliche Richtlinien zur Diagnostik, Anerkennung Förderung und zum Nachteilsausgleich für die Behinderungen Legasthenie und Dyskalkulie zu erstellen und in Kraft zu setzen.

Die Umsetzung dieser Forderung sei ein Indikator dafür, wie ernst es der KMK mit der von ihm selbst geforderten individuellen Förderung aller Schülerinnen und Schüler tatsächlich sei.

Unterstützung für Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.
Mit der Resolution unterstützt der Bundeselternrat die Forderungen des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie e.V. (BVL), bundeseinheitlich verbindliche Richtlinien für die Betroffenen zu schaffen.

Seit Jahren kämpft der BVL für eine leistungsgerechte Beschulung und einen Rechtsanspruch auf Nachteilsausgleich für die betroffenen Kinder.

Als Hemmschuh für eine bundesweite Chancengleichheit sieht der BVL die 16 unterschiedlichen Schulsysteme mit 16 Lehrerausbildungen, 16 Lehrplänen und 16 Versetzungsordnungen – verteilt noch einmal auf mindestens drei Schulformen.

Schüler mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen werden nach den Erfahrungen des BLV in diesem System nahezu gar nicht aufgefangen.

Der Verband fordert außerdem die Länder auf, die Frühförderung dieser Kinder in ihr Bildungsprogramm aufzunehmen, um ihnen eine Odyssee durch unser Bildungssystem zu ersparen.

"Solange knapp jeder vierte Schulabgänger auf dem Arbeitsmarkt als schwer vermittelbar gilt, weil er das Lesen und Rechnen nicht ausreichend beherrscht, hat unsere Bildungspolitik ihre Hausaufgaben nicht gemacht!", kritisiert Christine Sczygiel, die Vorsitzende des BVL.

Veröffentlicht am 16. Juli 2006