Vertrieb und Selbstvermarktung

Kriterien erstellen, um Onlineseminare und -angebote auszuwählen

Kriterien erstellen, um Onlineseminare und -angebote auszuwählen
geschrieben von Hans Janotta

Werden Sie auch im Internet erschlagen von Hunderten von Gratis-Seminaren und -Angeboten? Sicherlich finden Sie dort kompetente Beratung; aber genauso sicher ist, dass Sie nicht die Zeit haben, sich alles anzuschauen und an allem teilzunehmen. Henry Ford sagt: „Ich schaue mir jedes Angebot an, es könnte die Chance meines Lebens sein.“ Lesen Sie hier, wie Sie das Problem managen und eine Informationsüberflutung vermeiden.

Ich habe jeden Tag fast 100 Angebote im Posteingang und in den Social Networks, in denen ich aktiv bin. Die meisten lösche ich, weil ich mir nicht die Zeit nehmen will, alles anzuschauen. Vieles gehört momentan nicht zu meinem Fokus, manches aber vielleicht schon. Trotzdem kann es vorkommen, dass ich es übersehe, weil ich fast erschlagen werde von Botschaften, die alle die wichtigsten überhaupt zu sein scheinen.

Das wäre weiter nicht schlimm, wenn ich nicht vermuten müsste, dass doch mal etwas gelöscht wird, das relevant sein könnte. Da ich weder unter einer permanenten Informationsüberflutung zusammenbrechen noch etwas Wesentliches übersehen möchte, habe ich mir ein Verfahren geschaffen, das mir sicher hilft, die Prio1-Spreu vom Prio1-Weizen zu trennen.

Das wesentliche Element dabei ist die Formel, die ich hier schon an anderer Stelle erörtert habe:

ERFOLG = LEIDENSCHAFT + FOKUS

Wichtig ist, die Entscheidung getroffen zu haben, Erfolg zu wollen und zu wissen, dass nichts das Recht hat, Sie davon abzulenken. Wenn mich also irgendeine Idee anfliegt, oder eben ein Angebot in den Posteingang flattert, frage ich: "Welches Recht hast Du, mich zu belästigen?" Dahinter steckt die nicht ganz ernst gemeinte, aber doch praktizierte Einstellung, dass Arbeit immer Belästigung ist.

Erst wenn ein Angebot sagen kann: "Ich bin ein Beitrag zu deinem Erfolg" oder "Ich mache einfach Spaß", hat es eine Chance, auf meinem Zeitplan zu landen. Um das aber sicher beurteilen zu können, brauche ich eine Messlatte für meine Entscheidungen. Die Messlatte sind alle Kriterien, die mir der Businessplan für meinen Erfolg geliefert hat. Und diese Kriterien nie mehr zu vergessen, ist der FOKUS in der Formel.

Was sind also Kriterien und Maßnahmen, die helfen werden, den Fokus zu behalten?

  1. Kriterien für den Erfolg ermitteln
    Ein Businessplan ist die organisatorische Voraussetzung, dass Sie überhaupt an Erfolg denken können. Viele fertigen einen PLan an, um sich dann den Gründungszuschuss zu holen, das ist aber nur 10% der Wahrheit. Zu 90% brauchen Sie einen Businessplan, um unternehmerische Klarheit zu erreichen. Und genau daraus entsteht eine Kriterienliste für Ihren operativen Plan, der dann die Messlatte darstellt.
  2. Kriterien für den Erfolg dokumentieren
    Wichtig ist, dass Sie diese Kriterien nicht nur im Businessplan schlummern lassen, sondern dokumentieren. Sie wären nicht der Erste, der seine eigenen Ziele und Kriterien über das Tagesgeschäft vergisst. Fertigen Sie eine Kriterienliste an und legen Sie so ab, dass Sie mindestens einmal am Tag darauf stoßen.
  3. Kriterien sichtbar am Arbeitsplatz aufhängen
    Wenn Sie sich im Verdacht haben, Sie könnten doch im Tagesgeschäft ertrinken, dann setzen Sie sich unter Druck, indem Sie die wichtigsten Kriterien gut sichtbar am Arbeitsplatz aufhängen. Sie werden sie irgendwann nicht mehr jeden Tag wahrnehmen, wenn Sie sich aber immer wieder mal daran erinnern, bedeutet das ein Zurückgehen auf dem geraden Weg.
  4. Strukturierter Wochenplan
    Fertigen Sie einen strukturierten Wochenplan für alle wichtigen Aufgaben an und halten sich daran. Wenn Sie das tun, werden Sie gar keinen Raum mehr für unsinnige Aktivitäten finden.
  1. Ist das nur interessant oder wichtig?
    Ihre Kriterien sagen Ihnen genau, was wichtig ist. Natürlich werden Sie auch Themen finden, die nur interessant sind. Und auch ich befasse mich mit solchen. Aber eben nie im Rahmen meines strukturierten Wochenplans. Für Interessantes muss Ihr Wochenplan so konstruiert sein, dass Sie neben den Prio1-Einträgen auch Raum für anderes finden.
  2. Was ist mein erster Eindruck vom Angebot?
    Alle Angebote erzeugen einen ersten Eindruck. Und auch Sie haben eine innere Stimme, die Ihnen sofort einen Hinweis gibt. Verlassen Sie sich darauf, indem Sie durchaus weiter recherchieren, aber sich nie dem Opportunismus hingeben, es könnte doch die gesuchte Lösung sein. Wenn Sie schon einen Warnhinweis bekommen, dann sind Sie wachsam, wo er sich im Verlauf der Recherchen bestätigt.
  3. Gibt es jemanden, der das für mich recherchieren kann?
    Vielleicht müssen Sie auch nicht selbst recherchieren. Vielleicht haben Sie einen Lebens- oder Geschäftspartner, der ebenso Interesse am Thema hat und das im Sinne von Teamwork für Sie und das Team erledigen kann. Für diesen Fall sollten aber alle die Kriterien kennen, an denen zu messen ist.
  4. Hat es etwas mit meinen Projekten zu tun?
    Wenn scheinbar interessante Angebote reinkommen, müssen Sie die Frage stellen, ob diese etwas mit Ihren Projekten, und damit mit Ihrem Erfolg zu tun haben. Wenn das nicht der Fall ist, dann kann es immer noch etwas mit der nächsten Frage zu tun haben, hat aber nichts in Ihrer Prio1-Liste zu suchen.
  1. Hat es etwas mit Innovation zu tun?
    Jeder Unternehmer und Selbstständige muss offen sein für Innovation, sonst wird er unter die Räder einer schnellen Entwicklung kommen. Innovation darf aber nie vom Fokus ablenken und sich aus purer Lust in den Wochenplan drängen. Wenn Innovation angesagt ist, müssen Sie diesem Thema einen festen Platz in Ihrem Wochenplan geben.
  2. Gibt es Meinungen anderer dazu?
    Bevor Sie aufwendig Zeit investieren, könnte auch eine zweite Meinung hilfreich sein. Zwar sind die Internet-Foren voll von überflüssigem Geschwätz, aber auch da müssen Sie aus eigenem Interesse die Spreu vom Weizen trennen. Wir wollten zum Beispiel ein Shopsystem, das uns sehr brauchbar erschien. Die Foren waren aber voll von negativen Kundenmeinungen zum Support. Also haben wir uns nicht dafür entschieden und uns so aufwendige 4 Wochen Testzeit erspart.
  3. Wann rede ich mit meinem Brain-Trust darüber?
    Lesen Sie zu diesem Thema auch meinen Artikel "My BrainTrust – Lebensversicherung für gute Entscheidungen." Es geht darum, die Hirne mehrerer Gleichgesinnter zusammenzuspannen, und damit einen Mehrwert zur Verbesserung der unternehmerischen Entscheidungsqualität zu schaffen. Sie sollten unbedingt so einen eigenen Brain-Trust haben.
  4. Wie baue ich das Thema in meinen Tagesplan ein?
    Wenn ein neues Thema Gnade vor den Augen Ihrer Erfolgskriterien gefunden hat, müssen Sie ihm angemessenen Raum in Ihren Wochenplan einräumen. Ein neues Thema darf weder die "normale" operative Arbeit stören noch so knapp mit Zeit ausgestattet sein, dass keine qualifizierten Resultate zu erreichen sind. 

Ich vermeide mit dieser Vorgehensweise sehr viel unnützen Aufwand und bringe mich immer wieder zu meinem Fokus zurück. Das bin ich mir als Unternehmer schuldig. Viel Erfolg bei Ihren Planungen!

Über Ihren Experten

Hans Janotta

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