Franchise

McDonald’s Franchise – Lohnt sich der Einstieg?

McDonald’s ist ein weltweit bekanntes Unternehmen. Auch in Deutschland ist McDonald’s seit vielen Jahren etabliert. Es gibt zahlreiche Filialen in kleinen und großen Städten, so dass es in der Regel nicht schwierig ist, bei Bedarf in der Umgebung das nächste Restaurant von McDonald’s zu finden. McDonald’s hat ein sehr interessantes Konzept entwickelt, um das Filialnetz aufzubauen. Seit jeher betreibt McDonald’s Franchising, d.h. die Filialbetreiber bekommen gegen einen Entgelt das Recht, das Konzept von McDonald‘s umzusetzen.

Was ein Franchisenehmer von McDonald’s bekommt

Zunächst einmal ist ein funktionierendes Firmenkonzept für jedes Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg. Aber es gibt noch andere Faktoren. Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise, dass McDonald’s darauf achtet, dass die Filialen nicht zu nah aneinander stehen, so dass kein interner Verdrängungswettbewerb stattfindet.

Zudem kommt McDonald’s für die gesamten Bau- und Erschließungskosten auf. Für den gesamten Ablauf bei der Herstellung der Verkaufsprodukte im Restaurant und den Dienstleistungen liefert McDonald’s ein umfassendes Arbeitskonzept, das bis ins letzte Detail genau vorgibt, wie ein Restaurant von McDonald’s geführt werden muss. Dadurch entfällt ein großer Teil der Arbeit, die ein Unternehmer normalerweise in den ersten Jahren mühsam leisten muss

Was McDonald’s vom Franchisenehmer bekommt

McDonald’s schließt einen Vertrag mit dem Franchisenehmer ab, der eine Provision festschreibt, die am Nettoumsatz bemessen wird. Üblich sind dabei 5 Prozent. Darüber hinaus verlangt McDonald’s für die Pacht des Restaurants eine Gebühr. Die Höhe wird ebenfalls vom Nettoumsatz bestimmt.

Darüber hinaus ist jeder Franchisenehmer dazu verpflichtet, 5 Prozent seines Nettoumsatzes in Werbung zu investieren. Einen Teil dieser Summe erhält der "Werbefonds für nationale und regionale Absatzförderung", der damit beispielsweise überregionale Fernsehwerbung finanziert. Auch wenn die Gebühren für sich genommen gar nicht besonders hoch sind, ergibt sich in der Summe doch bereits eine relativ große finanzielle Belastung.

Was der Franchisenehmer sonst noch bezahlen muss

Der Franchisenehmer bekommt zwar das Restaurant gestellt, aber für die Einrichtung des Restaurants, das Equipment und diverse andere Kosten, die bei der Gründung einer Filiale entstehen, kommt McDonald’s nicht auf. In der Praxis bedeutet dies, dass der Franchisenehmer zunächst einmal eine hohe sechsstellige Summe investieren muss, bevor er überhaupt das Restaurant eröffnen kann. Das funktioniert im Regelfall natürlich nur mit Hilfe einer Bank. Das Kreditrisiko liegt dann allerdings ganz alleine beim Franchisenehmer, denn mit dem Kredit hat McDonald’s letztlich nichts zu tun.

Wie lukrativ ist das McDonald’s Franchise?

Es gibt keine allgemein verbindliche Antwort auf diese Frage, denn der Gewinn ist bei McDonald’s von sehr vielen Faktoren abhängig. Ganz wesentlich ist ein guter Standort. Eine Filiale, die mitten im Studentenviertel einer Großstadt beheimatet ist, wird keine Probleme haben, rund um die Uhr Gäste anzulocken.

Aber es gibt auch Standorte, die deutlich geringere Umsätze generieren. Zudem spielt auch die Konkurrenz eine große Rolle. Auch wenn es keine weitere Filiale von McDonald’s in der unmittelbaren Umgebung gibt, ist es doch typischerweise so, dass in der Nähe einer Filiale von McDonald’s oft mindestens noch ein weiterer Fastfood-Tempel zu finden ist.

Es ist sehr schwierig, verlässliche Zahlen über die Gewinne der Franchisenehmer zu bekommen. Aber die meisten Filialen sind vermutlich deutlich in der Gewinnzone. Es gibt aber ebenso sicher auch die eine oder andere Filiale, die keine großen Gewinne oder sogar Verluste macht.

Normalerweise schreitet McDonald’s dann aber relativ schnell ein, denn letztlich profitiert McDonald’s nur dann, wenn eine Filiale Gewinn abwirft. Das ist auch der größte Vorteil des Franchisenehmers, denn das Franchise-Konzept ist so gestaltet, dass McDonald’s nur dann erfolgreich ist, wenn die Franchisenehmer erfolgreich sind. Eine Garantie dafür, dass eine Filiale funktioniert, ist es aber nicht.

Langjährige Verpflichtung gegenüber McDonald’s

Ein Pachtvertrag läuft bei McDonald’s normalerweise 20 Jahre. Zunächst einmal bringt das eine sehr große Sicherheit für den Franchisenehmer. Auf der anderen Seite geht der Franchisenehmer aber auch ein beträchtliches Risiko ein, denn wenn eine Filiale nicht läuft, ist es nicht ganz einfach, aus dem Vertrag ohne große Blessuren rauszukommen.

Das finanzielle Risiko liegt zu einem erheblichen Teil beim Franchisenehmer, nicht zuletzt weil er einen großen Anteil bei der Anfangsfinanzierung übernimmt. Das große Filialnetz von McDonald’s in Deutschland und in vielen anderen Ländern spricht dafür, dass das Firmenkonzept grundsätzlich gut funktioniert. Aber es funktioniert nicht immer.

Bei McDonald’s Franchisenehmer werden oder nicht?

Diese Frage können Sie nur alleine beantworten. Zunächst einmal müssen Sie natürlich die Voraussetzungen erfüllen, die McDonald’s stellt. Wenn Sie nicht über genügend Eigenkapital verfügen, um einen großen Bankkredit zu bekommen, kommt McDonald’s für Sie überhaupt nicht infrage.

Wenn Sie aber so viel Geld zur Verfügung haben, dass Sie bei McDonald’s einsteigen könnten, sollten Sie sich fragen, ob ein Franchise-Konzept wirklich für Sie die optimale Lösung. Sie werden zwar auf eine gewisse Weise Unternehmer, aber Sie sind auch in einem starren Konzept eingebunden, das Sie kaum beeinflussen können. Ist das Ihr Traum vom freien Unternehmertum?

Auf der anderen Seite hat sich das Franchisekonzept von McDonald’s vielfach bewährt, so dass Sie ein geringeres Gründungsrisiko eingehen als bei einem eigenen Unternehmen, das Sie von Grund auf neu gestalten müssen. Dafür werden Sie bei McDonald’s aber wahrscheinlich nie Ihre eigene Handschrift im Restaurant erkennen.

Wenn es Ihnen ausreicht, jeden Monat einen ordentlichen Gewinn zu machen, ist McDonald’s allerdings durchaus eine interessante Alternative zu einer freien Unternehmensgründung. Sie müssen sich nur klarmachen, dass Sie mit einer Entscheidung für McDonald’s die nächsten Jahrzehnte Ihres Lebens vorplanen. Es ist zudem nicht einfach, ein Restaurant erfolgreich zu führen, denn Sie müssen mit sehr vielen Menschen zusammenarbeiten.

Haben Sie die nötigen Führungsqualitäten?

Selbst wenn Sie das Geld haben und eine bekanntermaßen lukrative Filiale bekommen können, sollten Sie in sich gehen und für sich klären, ob Sie dazu in der Lage sind, ein großes Team an 365 Tagen im Jahr zu führen. Darauf läuft es nämlich hinaus, denn Sie haben die Leitungsfunktion in Ihrer Filiale.

Wenn Sie alle Hürden nehmen und der festen Überzeugung sind, dass das Franchisekonzept von McDonald’s für Sie perfekt ist, dann haben Sie gute Chancen, ein erfolgreicher Gastronom zu werden. Wenn Sie auch nur die geringsten Zweifel haben, sollten Sie die Idee begraben, denn das finanzielle Risiko ist zu groß für einen halbherzigen Versuch.

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Julia Poluliakh