Existenzgründung

10 Tipps für Ihre erfolgreiche Gründung

10 Tipps für Ihre erfolgreiche Gründung
geschrieben von Dagmar Schulz

Sie möchten sich selbstständig machen, sind aber noch unsicher, was Sie alles bedenken müssen? Hier finden Sie Tipps für eine erfolgreiche Gründung.

1. Starten Sie gut vorbereitet und in Ruhe

Der Irrglaube ist groß, dass es einfacher ist, in einer Branche zu gründen, in der vorher bereits die Hauptberuflichkeit bestand. Wenn Sie sich selbstständig machen, ist nichts wie vorher. Bereiten Sie sich gründlich auf diesen neuen Lebensabschnitt vor und informieren Sie sich umfassend.

Besuchen Sie idealerweise am Anfang ein qualitativ gutes Gründungsseminar, um sich einen Überblick zu verschaffen und um danach in die Detailplanung zu gehen. Ein 3-tägiges Seminar muss nicht unbedingt besser sein als ein 2-tägiges Seminar. Manche Anbieter ziehen nur unnötig die Dauer in die Länge und / oder bieten bundesweit an ohne lokalen Bezug, um eine höhere Seminarförderung zu  erhalten.

Tipp: Achten Sie auf Referenzen.

2. Schreiben Sie Ihren Businessplan (für sich) selbst

Das ist das Allerwichtigste: Schreiben Sie einen Businessplan für Ihren eigenen Erfolg. Machen Sie sich frei von dem Gedanken, einen Businessplan für die Arbeitsagentur oder eine Bank zu schreiben. Letztendlich tun Sie das zwar wirklich, wenn Sie diesen dort vorlegen wollen bzw. müssen. Aber was nützt es Ihnen, wenn Sie bei der Konzeption nur daran gedacht haben, ob der Businessplan z. B. für die Genehmigung des Gründungszuschusses angenommen wird, Ihnen in Ihrer eigenen Praxis jedoch nicht als Wegweiser hilft.

Vermeiden Sie es unter diesen Aspekten, ein Schönwetterkonzept zu schreiben, sondern betrachten auch kritisch mögliche Risiken Ihres Vorhabens und wie Sie diese eliminieren oder vorbeugen können. Ein gut ausgearbeiteter Businessplan hilft Ihnen zusätzlich dabei, einen roten Faden und Wegweiser zu finden. Betrachten Sie Ihren Businessplan nicht als eine einmalige Sache sondern eher wie ein Arbeitspapier, das Sie immer aktualisieren und als "Bedienungsanleitung" und Nachschlagewerk  für Ihre Selbstständigkeit nutzen.

3. Liquiditätsengpässe durch gute Planung vermeiden

Konzipieren Sie zuerst ausführlich den Textteil Ihres Businessplanes. Dieser bildet den Grundstein und die Ausgangslage für die gesamte Planungsrechnung, den zweiten Teil Ihres Businessplanes. Nur wenn Sie vorher im Textteil genau zusammengetragen und geplant haben, z. B. wann gebe ich in welcher Höhe Geld für Marketing aus und wann rechne ich mit den ersten zahlenden Kunden, stimmt auch Ihre Planungsrechnung. Nur so können Sie sich einen finanziellen Rahmenplan erarbeiten.

Einer der häufigsten Scheitergründe ist eine ungeahnte Liquiditätslücke. Diese entsteht in den meisten Fällen dann, wenn die Zahlungsströme in der Liquiditäts- und Umsatzplanung nicht genau erfasst und geplant wurden.

4. Schaffen Sie für Ihre Kunden spürbare Unterschiede

Die Gretchenfrage: Wie gewinne ich und binde ich die (richtigen) Kunden?
Es reicht nicht aus, eine Homepage zu veröffentlichen und Flyer zu verteilen. Definieren und stellen Sie aufmerksamkeitsstark heraus:
Was ist das Besondere an Ihrem Angebot und warum soll der Kunde ausgerechnet zu Ihnen kommen?

Es ist nicht immer ganz einfach, das für sich herauszufinden. Vielleicht können Sie einen neuen oder anderen Service anbieten als Ihre Mitbewerber? Schaffen Sie Fakten und Servicegarantien, denn diese sind werbewirksamer als pauschale Aussagen.

Beispiel: Eigenlob – Fakten, Fakten, Fakten.
Statt der schnellste, zuverlässigste Bügeldienst – 5 Hemden perfekt gebügelt in 7 Min. abholbereit.
Mit dieser Aussage kann der Kunde "griffig" etwas anfangen.

5. Erstellen Sie einen Maßnahmenplan

Erstellen Sie einen Maßnahmenplan/To Do Liste für die Gründungsphase, so dass Ihr eigener Gründerfahrplan entsteht. Versuchen Sie direkt von Anfang an (die richtigen) Prioritäten zu setzen. Haben Sie immer einen Block und Stift dabei, damit Sie Gedankenblitze sofort notieren können und diese nicht in Vergessenheit geraten. So haben Sie den Kopf wieder frei und neue Ideen können sprudeln.

6. Lernen Sie verkaufen und erfolgreiches (Eigen-) Marketing

Nur wenn Sie absolut hinter dem stehen, was Sie anbieten möchten, können Sie dieses auch mit Herzblut "verkaufen". Vergessen Sie dabei nicht, authentisch zu bleiben. Wenn Sie schon immer eine sehr zurückhaltende und  stille Person waren, werden Sie es schwer haben, sich am Markt zu positionieren und zu behaupten. Sie müssen nicht gleich zum Entertainer Ihres Unternehmens mutieren aber Sie sollten schon in der Lage sein, sich selber und das eigene Produkt zu präsentieren und zu verkaufen.

"Wer nichts mehr weiß macht`s über den Preis" sollten Sie tunlichst vermeiden. Wenn Sie am Anfang diese Preisstrategie fahren, wird es schwer sein, einen Preis durchzusetzen von dessen Ertrag Sie (über-) leben können.

7. Nutzen Sie Ihr Netzwerk oder bauen Sie sich ein hilfreiches Netzwerk auf.

Kontakte schaden nur dem, der keine hat! Jede Person, die Sie kennen, ist die Verbindung zu einem potentiellen Kunden. Erzählen Sie Ihrem Umfeld, was Sie vorhaben oder gerade gestartet haben. Ihr Ziel sollte sein, dass Ihr Produkt/Dienstleistung mit Ihnen in Verbindung gebracht wird und Sie idealerweise empfohlen werden.

Gerade in der Anfangsphase sollten Sie viele Netzwerktreffen besuchen, um sich persönlich bekannt zu machen. 

8. Nutzen Sie neue Medien zur Kundengewinnung

Ohne Internet läuft heute in der Kundenakquisition nichts mehr. Wenn Sie eine Homepage erstellen (lassen), starten Sie lieber klein dafür "fein" und geben direkt im ersten Moment einen professionellen Eindruck. Sie haben nur eine einzige Chance, wenn der Kunde auf Sie blickt.

Nutzen Sie die gängigen Social Media Kanäle, auf ihnen ist in den wenigsten Fällen ein Marketing Verzicht zu empfehlen. Die Einbindung des Internets in den Alltag erfolgt immer schneller und stärker und bietet eine enorme Marketing Chance.

9. Nutzen Sie sämtliche verfügbaren staatlichen Zuschüsse

Wenn Sie gründen, gibt es eine Vielzahl staatlicher Förderungen vor und nach der Gründung, egal aus welcher Situation heraus Sie starten.
Wenn Sie in der Businessplanphase keine Beratung in Anspruch genommen haben, nutzen Sie die (ruhige) Anfangsphase für ein professionelles Coaching. In dieser Zeit haben Sie naturgemäß weniger Kunden, dafür umso mehr Zeit.

Sie können sich so ein sicheres Fundament für den Start aufbauen in einem neuen Terrain und erhalten Begleitung in der schwierigsten Phase: der Anfang. Achten Sie bei der Auswahl eines Coaches nicht nur auf die Listung in der KfW Beraterbörse, sondern unbedingt auch auf dessen Erfahrungen, eigene Außendarstellung und Referenzen. Eine Listung ist kein Garant für eine qualitativ gute Beratung.

10. Bewahren Sie die Ruhe, wenn nicht alles sofort glatt läuft

Die Selbstständigkeit ist ein Auf und Ab – auch nach Jahren. Sie werden immer wieder viele Lektionen lernen, auch wenn Sie schon länger am Markt sind. Hier gilt auch in turbulenten Zeiten die Ruhe zu bewahren.

Verfallen Sie nicht in Hektik oder Panik, wenn die Geschäfte nicht gut laufen und verursachen durch Fehlentscheidung unter Umständen noch größeren Schaden. Besprechen Sie sich mit Kollegen, die auch selbständig sind oder Sie holen sich Rat bei einem Experten und nutzen Sie die staatlich geförderte Beratung.

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Dagmar Schulz

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