Hardware

Praxistipps für die Nutzung von USB-Surfsticks

Viele Tätigkeiten sind heute ohne Internetverbindung nur umständlich oder gar nicht durchführbar. USB-Surfsticks machen beim mobilen Einsatz auch Notebooks und Netbooks fit fürs Internet und sind in manchen Notfall-Situationen sogar eine sinnvolle Alternative zu den Festnetzzugängen. In diesem Beitrag lesen Sie Praxistipps für Anschluss und Betrieb von USB-Surfsticks.

Ein USB-Surfstick – was genau ist das?

Es handelt sich bei einem USB-Surfstick sozusagen um einen Mobilfunkadapter, den Sie per USB-Schnittstelle (Universal Serial Bus) mit Ihrem Rechner verbinden. Nach einer kleinen Software-Installation können Sie dann mit dem Rechner über den USB-Surfstick auf das Internet zugreifen und alle Dienste wie gewohnt nutzen. Ein USB-Surfstick macht daher in mehreren Fällen Sinn, wie diese Beispiele zeigen:

  • Mit dem Surfstick können Sie im Urlaub mit Ihrem Notebook ins Internet und sind nicht auf WLAN-Zugänge oder Internet-Cafés angewiesen.
  • Mit einem Surfstick organisieren Sie einen Mobilfunk-Internet-Zugriff auch für Rechner, die ab Werk nur mit WLAN ausgestattet sind, insbesondere Netbooks.
  • Als Notfall-Reserve bieten USB-Surfsticks auch Desktop-PCs eine Internet-Zugriffsmöglichkeit, wenn andere Verbindungsarten ausgefallen sein sollten.

Praxistipps für den Einsatz von USB-Surfsticks

USB-Surfsticks stellen also im Wesentlichen das Überall-Internet für Ihr Notebook oder Netbook bereit. In der Praxis gibt es allerdings so mache Hürde, bis der beste Einsatz gelingt. Die folgenden Tipps und Tricks helfen Ihnen weiter.

USB-Schnittstelle und Betriebssoftware

Prinzipiell können Sie Surfsticks an jedem Rechner einsetzen, der mit einer USB-Schnittstelle ausgestattet ist (USB 2.0 oder 3.0). Eine entscheidende Einschränkung ist aber das Betriebssystem des Rechners. Denn Surfsticks benötigen für die Einwahl eine bestimmte Software, die zwar in jedem Fall für Windows mitgeliefert wird, bei anderen Betriebssystemen ist der Surfstick möglicherweise aber gar nicht nutzbar. Schon für Apple Mac- und Linux-Rechner gibt es nur ein sehr dünnes Angebot an nutzbaren Surfsticks, für andere "Betriebssystem-Exoten" gibt es praktisch gar nichts.

Einwahl mit Parkuhr-Prinzip

Wenn Sie sich über die Einwahl-Software des Surfstick-Herstellers in das Mobilfunknetz einwählen, bieten Surfsticks Ihnen eine Auswahl an Zeittarifen an. Beim Einwählen entscheiden Sie sich dann je nach Produkt zwischen einem Monats-, Wochen-, Tages-, Stunden- oder auch Minutentarif. Vorsicht! Bei jedem Tarif gilt das "Parkuhr-Prinzip". Das bedeutet, dass beispielsweise beim Start eines Wochentarifs die Uhr immer tickt, ganz gleich, ob Sie tatsächlich auf das Internet zugreifen oder die Verbindung tagelang gar nicht benutzen.

Surfstick plus SIM-Karte

Ein betriebsbereiter USB-Surfstick besteht wie ein Mobiltelefon aus der Gerätehardware plus der SIM-Karte (Subscriber Identity Module, dt. "Teilnehmer-Identitätsmodul") des zugehörigen Mobilfunkbetreibers. Genau wie viele Mobiltelefone haben Surfsticks daher ein SIM-Lock, können also nur mit der mitgelieferten SIM-Karte betrieben werden. Mit anderen, möglicherweise vom Datentarif her günstigeren SIM-Karten, funktionieren solche Surfsticks also nicht. Informieren Sie sich daher am besten vor dem Kauf und fragen hartnäckig, ob der USB-Surfstick mit oder ohne SIM-Lock geliefert wird.

Keine Sprachtelefonie

Die mit dem USB-Surfstick gelieferte SIM-Karte ist branchenüblich ausschließlich für Datenkommunikation, aber nicht für Sprachtelefonie oder VoIP-Nutzung (Voice over IP = Telefonate über eine Internet-Verbindung) ausgelegt. Die SIM-Karte des Surfsticks ist also für die Sprachtelefonie in einem normalen Handy nicht nutzbar.

Quadband und Roaming

Damit Ihr Surfstick auch im Ausland funktionieren kann, muss er den dortigen Netzstandard unterstützen. Sie sind weltweit auf der sicheren Seite, wenn Sie einen modernen Quadband-Surfstick (GSM 850, GSM 900, GSM 1.800, GSM 1.900) erwerben. Vorsicht! Prüfen Sie die Roaming-Konditionen des Surfstick-Mobilfunkbetreibers, bevor Sie den Surfstick außerhalb deutscher Grenzen einsetzen, denn sonst kann es durch das Roaming empfindlich teuer werden.

USB-Anschlussprobleme

Der Anschluss eines USB-Surfsticks ist nicht an jedem Rechner völlig problemlos. Um die erforderliche Betriebsspannung sicherzustellen, ist oft ein USB-Y-Kabel für den Anschluss an zwei USB-Schnittstellen im Lieferumfang. Dieser Anschluss ist jedoch an manchen Notebooks gar nicht so einfach herzustellen, wenn mehrere USB-Geräte bereits angeschlossen sind. Einen Ausweg hierbei bieten kleine USB-Hubs, die speziell für den mobilen Einsatz vorgesehen sind.

Surfgeschwindigkeit und Netzabdeckung

Die Surfgeschwindigkeit hängt beim Zugang per USB-Surfstick ganz wesentlich von der Empfangsqualität im betreffenden Mobilfunknetz ab. Die Netzabdeckung hat in der Praxis einen spürbar höheren Einfluss als die theoretische Maximalgeschwindigkeit des verwendeten USB-Surfsticks. Es ist daher sinnvoll, vor einer Anschaffung eines USB-Surfsticks zuerst die Netzabdeckung zu prüfen, wenn Sie das Gerät vorzugsweise an einem bestimmten Ort einsetzen möchten.

Trick für besseren Empfang

Als Notfall-Maßnahme kann in vielen Fällen die Empfangsqualität erheblich verbessert werden, wenn der Surfstick nicht direkt am Rechner angeschlossen wird, sondern durch ein USB-Verlängerungskabel von dem elektromagnetischen Störfeld rund um den Rechner entfernt betrieben wird. Auch eine erhöhte Betriebsposition des Surfsticks wirkt sich meist als verbessernde Maßnahme für den Empfang aus.

LTE auch für USB-Surfsticks

Richtig auf hohe Geschwindigkeiten kommen Surfsticks aber erst mit dem UMTS-Nachfolger LTE (Long Term Evolution). Das Netz für den neuen Mobilfunkstandard wird derzeit mit Hochdruck ausgebaut. Die ersten LTE-Surfsticks sind im Angebot und für leistungshungrige Datentouristen sicher das Mittel der Wahl.

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Über Ihren Experten

Rudolf Ring

Rudolf Ring

Rudolf Ring gehört zu den frühen Einsteigern in die Informationstechnologie in Deutschland und hat ab den 80er Jahren die Vorzüge so ziemlich jeden Computertyps irgendwann persönlich in Erfahrung gebracht. Nach Bundeswehr, Studium und freien Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung leitete der Computer-Experte die PC-Werkstatt eines mittelständischen IT-Unternehmens.

Als selbstständiger Journalist und Autor verfasste er seit Anfang der neunziger Jahre bis heute unter anderem für PC-Anwender-Handbuch, PC-Hardware-Profi und PC-Pannenhelfer mehrere hundert Beiträge, hinzu kommen Bücher und Studien. Vom ersten IBM-PC 1981 bis zu den neuesten Mobilgeräten reicht sein Interessengebiet.

Schwerpunkt seiner aktuellen Beiträge sind die klassischen Themen PC-Hardware und -Pannenhilfe, hinzu kommen Home-Entertainment und Mobile Computing. Dem Informationsdienst „Einfach Android“ steht Rudolf Ring als Chefredakteur vor.