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CPU-Kühler reinigen – so gelingt Ihr blitzsauberer PC-Service

CPU-Kühler reinigen – so gelingt Ihr blitzsauberer PC-Service
Rudolf Ring
geschrieben von Rudolf Ring

Die Kühlung des Prozessors (CPU = Central Processing Unit) wird standardmäßig mit einem Kühler vorgenommen, der mit einem Lüfter kombiniert ist. Die ungefilterte Raumluft hinterlässt allerdings schon nach wenigen Monaten deutliche Spuren: nach nur zwei Jahren kann ein PC-Kühler verstaubt und verstopft bis zur Funktionsuntüchtigkeit sein. Mit diesen Schritten beheben Sie diese fiese Fehlerquelle.

Die CPU-Luftkühlung ist ein echter "Drecksjob"

Gängige Standard-PCs sind heute intern mit zwei oder drei Kühlern bzw. Lüftern bestückt. Zu unterscheiden ist zwischen dem Kühler, der aus einem meist quadratischen Metallblock mit Kühlrippen besteht, und dem Lüfter, sozusagen einem "Mini-Ventilator".

Der Lüfter saugt die Umgebungsluft an und drückt sie durch die Kühllamellen des Kühlers in Richtung des zu kühlenden Prozessors. Im englischen Sprachgebrauch wird das allerdings weniger genau unterschieden, es ist immer von einem "cooler" die Rede, ganz egal, ob mit oder ohne Lüfter.

Insgesamt machen Kühler und Lüfter einen echten "Drecksjob". Denn es wird bei Standard-PCs ja die ganz gewöhnliche Raumluft zur Kühlung verwendet, die ungefiltert Stäube aller Art, Zigarettenrauch, Mikroorganismen, Keime, gasförmige Chemikalien und was sonst noch so in der Wohnungsluft wabert, über den Kühlkörper gepustet. Dies allerdings kann in vergleichsweise kurzer Zeit zu erheblichen Verschmutzungen führen, weshalb in Rechenzentren die Räume klimatisiert sind, und zudem die Luft für die Kühlung nochmals gefiltert wird.

Vorsicht vor Lüfterausfall

Doch solcher Aufwand wird bei Standard-PCs nicht betrieben, weshalb es schon nach zwei Jahren zu einer drastisch verringerten Leistung des CPU-Lüfters oder sogar einem Lüfterausfall kommen kann. Beachten Sie die folgenden drei Effekte:

  • Ist die Leistung des CPU-Lüfters verringert, wird er beim Vorhandensein einer elektronischen Lüfterregelung schneller gedreht, um die eingestellte Temperatur zu halten. Dadurch wird der Rechner allerdings insgesamt lauter, zudem wird noch mehr Luft transportiert und der Effekt, dass Verschmutzungen abgeladen werden, verstärkt sich nur noch mehr.
  • Kann der CPU-Lüfter seine Arbeit nicht mehr erfüllen und die CPU überhitzt, schalten moderne PCs sich ab einer CPU-Temperatur von rund 70 Grad ab. Es kann allerdings auch schon vorher zu Instabilitäten kommen, die in den meisten Fällen fälschlich Windows in die Schuhe geschoben werden. Bei alten PCs, die keinerlei Temperatur- oder Lüfterüberwachung bieten, kann es sogar zu einem CPU-Defekt durch Überhitzung kommen.
  • Kommt der CPU-Lüfter zum Stillstand, startet der Rechner bei modernen PCs gar nicht mehr, denn das interne BIOS- oder EFI-Betriebsprogramm bemerkt, dass der CPU-Lüfter kein Tachosignal mehr liefert und startet den Rechner gar nicht mehr, um die CPU vor einem Totaldefekt zu schützen.

CPU-Kühler und -Lüfter mit wenigen gezielten Arbeitsschritten reinigen

Um einen CPU-Kühler und -Lüfter zu reinigen, sind an Werkzeugen nur ein mittelgroßer Kreuzschlitz-Schraubendreher und ein mittelgroßer Pinsel (Malerpinsel, Staubpinsel oder ausrangierter Rasierpinsel) erforderlich. Hilfreich kann eine Taschenlampe sowie ein Akku-Staubsauger oder ein Staubsauger mit Reduzierdüse sein.

Bedenken Sie auch, dass es sich um eine ziemlich staubige Angelegenheit handeln kann, auf die Sie sich da einlassen. Es kann also von Vorteil sein, den Rechner weniger im Wohn- oder Arbeitszimmer zu verarzten, besser ist Terrasse, Balkon oder Keller.

Gehen Sie dann in den folgenden Schritten vor:

  1. Öffnen Sie das Gehäuse gemäß Anleitung des Herstellers. In den meisten Fällen sind auf der Geräterückseite hierzu nur die seitlichen Kreuzschlitzschrauben zu entfernen und dann können die Seitentüren oder der komplette Gehäusedeckel abgenommen werden.
  2. Lokalisieren Sie den CPU-Kühler (siehe Bild). Wenn der Lüfter mit Blechschrauben auf den metallenen Kühlkörper aufgeschraubt ist und die darunterliegenden Lamellen sichtbar verschmutzt sind, schrauben Sie den Lüfter ab. Ziehen Sie den Molex-Stecker des Kabels ab, mit dem der Lüfter mit dem Mainboard (Hauptplatine) verbunden ist.
  3. Reinigen Sie den Kühlkörper, indem Sie die Kühllamellen auspinseln und den Staub am besten direkt per Akkusauger oder Staubsauber (auf der niedrigsten Saugstufe und am besten mit Reduzierdüse) absaugen lassen.
  1. Dann reinigen Sie den Lüfter, gehen hierbei allerdings insgesamt vorsichtig vor. Es dürfen keine Blätter des Rotors verbiegen oder gar abbrechen. Widerstehen Sie der Versuchung, den noch am Mainboard angeschlossenen Lüfter abzusaugen, denn durch die Umdrehung des Lüfters können Spannungen induziert werden (Dynamo-Effekt), die Ihre PC-Hauptplatine beschädigen.
  2. Abschließend schrauben Sie den Lüfter nötigenfalls wieder auf den Kühlkörper und clipsen den Molex-Stecker des Versorgungskabels wieder an die Hauptplatine an. Ist alles montiert, sollten Sie den Rechner nur per Stromkabel mit dem Stromnetz verbinden und mit einer kurzen Einschaltkontrolle testen, ob der Lüfter korrekt losläuft. Nicht erschrecken: Bei temperaturgeregelten Lüftern läuft er logischerweise sehr langsam los. Ist der Test erfolgreich, schließen Sie das PC-Gehäuse wieder.

Wann muss der Kühler von der CPU komplett entfernt werden?

Für eine Reinigung empfiehlt es sich nicht, den Kühlkörper von der CPU zu lösen, denn dabei sind durch unfachmännische Handhabung schon häufig Schäden verursacht worden. Die Halteklammern liegen teils mit einem so großen Anpressdruck an, dass Beschädigungen des CPU-Sockels nicht selten sind.

Entfernen Sie nur dann den kompletten Kühler von der CPU, wenn er defekt ist und sie ihn komplett tauschen möchten. Einen defekten Lüfter erkennen Sie insbesondere daran, dass der Lüfter-Rotor wackelt, dies deutet auf einen Lagerschaden hin.

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Über Ihren Experten

Rudolf Ring

Rudolf Ring

Rudolf Ring gehört zu den frühen Einsteigern in die Informationstechnologie in Deutschland und hat ab den 80er Jahren die Vorzüge so ziemlich jeden Computertyps irgendwann persönlich in Erfahrung gebracht. Nach Bundeswehr, Studium und freien Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung leitete der Computer-Experte die PC-Werkstatt eines mittelständischen IT-Unternehmens.

Als selbstständiger Journalist und Autor verfasste er seit Anfang der neunziger Jahre bis heute unter anderem für PC-Anwender-Handbuch, PC-Hardware-Profi und PC-Pannenhelfer mehrere hundert Beiträge, hinzu kommen Bücher und Studien. Vom ersten IBM-PC 1981 bis zu den neuesten Mobilgeräten reicht sein Interessengebiet.

Schwerpunkt seiner aktuellen Beiträge sind die klassischen Themen PC-Hardware und -Pannenhilfe, hinzu kommen Home-Entertainment und Mobile Computing. Dem Informationsdienst „Einfach Android“ steht Rudolf Ring als Chefredakteur vor.

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