Computer

Finger weg von dieser Art Treiberprogrammen

Warum umständlich suchen, wenn es auch automatisch geht? Genauso einen Service versprechen Treiber-Aktualisierungsprogramme.
Weshalb Sie von solchen “Helfern” besser die Finger lassen, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag.

Wenn es zwischen dem Computer und der angeschlossenen Hardware hakt, versprechen sogenannte Treiber-Aktualisierungsprogramme Abhilfe. Das verführerische Angebot: Sie suchen und installieren stets die aktuellen Treiber mit wenigen Klicks. Dadurch entfalle die umständliche manuelle Suche auf den Herstellerseiten. Es handle sich sozusagen um eine Treiber Automatik für Ihren Windows 10-Computer, so versprechen die Programmierer zumindest. Solche Tools gibt es im Internet zuhauf – in der Regel ganz und gar gratis.

So funktionieren Treiberprogramme

Die Aktualisierung verläuft dabei meist nach Schema F.

  • Sichern: Um notfalls alle Änderungen wieder zurücksetzen zu können, sichern die Programme den aktuellen Stand. Das ist deshalb wichtig, weil ein falscher Treiber die Situation durchaus "verschlimmbessern" kann.
  • Scannen: Die Programme durchsuchen den gesamten PC und stellen eine Liste aller eingebauten bzw. angeschlossenen Geräte und der eingesetzten Treiber zusammen.
  • Vergleichen: Die Treiberversionen checken die Programme auf Aktualität. Dazu haben sie in der Regel eine Treiber Datenbank, die sie per Internet auf dem neusten Stand halten.
  • Auflisten: Die Software listet alle veralteten Treiber auf und bietet den Download der aktuellen Treiberversionen an.
  • Aktualisieren: Das Programm überspielt die ausgewählten Treiber aus dem Internet und installiert sie auf dem PC.

Meine Erfahrungen mit dieser Art von Software

So weit die Theorie. Im Laufe der Jahre habe ich einige dieser Programme ausprobiert, die Ergebnisse waren durchweg ernüchternd. Die Probleme waren stets dieselben:

  • Die Programme finden kaum neue Treiber: Obwohl es viele neue Treiber gibt, sind sie in den Datenbanken oft nicht eingepflegt.
  • Hucke-Pack-Software bei Gratisprogrammen: Alle Programmeversuchen unter der Hand, überflüssige und manchmal sogar gefährliche Zusatz- und Werbesoftware mitzuinstallieren. Die sind oft so gut versteckt, dass selbst Experten darauf hereinfallen. Otto Normalverbraucher fällt allzu gerne auf solch fiese Tricks herein. Deshalb muss man beim Aufspielen aufpassen wie ein Luchs. Nur wer "Benutzerdefinierte Installation" (engl. Custom Installation) auswählt, kommt den Hintertürprogrammen auf die Schliche. Die Plagegeister wieder loszuwerden, gestaltet sich ebenfalls alles andere als einfach. Leider ein Trend, der bei Gratisprogrammen immer häufiger vorzufinden ist.
  • Vorgaukeln von neuen Treibern: Einige Programme gaukeln Ihnen vor, wie gut sie funktionieren. Sie installieren vermeintlich neue Treiber, die sich bei einer Überprüfung als die gleichen wie vorher entpuppen.
  • Unverschlüsselte Übertragung: Die Programme schnüffeln Ihren PC aus. Klar, das müssen sie auch, schließlich benötigen sie Informationen über Ihre Konfiguration. Allzu oft werden die gesammelten Infos dann unverschlüsselt über das Internet als den Programmhersteller übermittelt. Ihre Daten kann also jeder einsehen.
  • Ressourcenfresser: Die Programme nisten sich im Autostart-Bereich von Windows 10 ein, laufen also die ganze Zeit im Hintergrund. Logisch, schließlich müssen sie ja jederzeit in der Lage sein, neue Treiber installieren zu können. Das ist natürlich Unsinn und verbraucht nur unnütz Systemressourcen. Schließlich ist die Aktualisierung von Treibern etwas, was nicht jeden Tag ansteht.

Geschenkt ist noch zu teuer

Heutzutage bekommt man nichts geschenkt. Das gilt auch für Treiber-Aktualisierungsprogramme. Die Entwicklung und die Vermarktung solcher Programme kostet Zeit und Geld. Auch die Datenbank aktualisiert sich nicht von allein und muss durchgehend gepflegt werden, wenn das Programm anständig funktionieren soll. Derartige Programme lassen sich seriös nicht kostenlos anbieten.

Mein Fazit

Fallen Sie nicht auf diesen Schwindel herein! Treiber-Aktualisierungsprogramme versprechen mehr, als sie halten: Sie finden in der Regel kaum neue Treiber oder gaukeln nur vor, dass sie neue gefunden hätten. Wenn Sie also frische Treiber für Ihren Computer benötigen, schauen Sie besser direkt auf den Internetseiten der Hersteller nach.

Mein Tipp: Treiber-Tools der Hersteller

Sie haben einen Computer oder ein Notebook von einem gro­ßen PC-Hersteller im Einsatz? Für solche Geräte gibt es oft Treiber-Programme, die direkt vom Hersteller stammen und auch meist gut funktionieren. Schließlich wissen die Hersteller genau, was für Bauteile im Computer stecken. Marken wie Acer, Asus, HP und Lenovo bieten solche Software für ihre Geräte an.

Sie überprüfen die Hardware und bieten neben neuen Treibern auch neue Programmversionen sowie oft auch BIOSUpdates an. Die Neuerungen lassen sich dann mit wenigen Klicks aufspielen. Bei Hewlett-Packard-Rechnern (HP) heißt der System-Scan beispielsweise "Support Assistant". Nach wenigen Klicks zeigt der eine Übersicht zu allen verfügbaren Aktualisierungen. Das Ganze können Sie sogar in den Einstellungen über die Schaltfläche "Wichtige und empfohlene Updates automatisch installieren" automatisieren.

Andere Hersteller wie Dell offerieren zwar keine entsprechenden Programme, dafür aber spezielle Treiber-Services auf Ihren Internetseiten. Darauf verlinkt das Programm "DellUpdate" nach einem Klick auf Dell Online Support. Sie gelangen auf eine spezielle Support-Seite, die genau auf Ihren Computer zugeschnitten ist. Unter "Driver & Downloads" finden Sie dort aktuelle Treiber und andere Aktualisierungen.

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.