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Zukunftsmarkt: Produkte gegen Zeitnot

Lesezeit: 2 Minuten Das Problem ist nicht neu - die Lösungen schon: Über Zeitnot klagen die Menschen seit Erfindung der Uhr. Heute klagen schon Schulkinder über Zeitnot. Doch was Soziologen zu Wehklagen veranlasst, bringt Anbietern von zeitsparenden Produkten und Dienstleistungen neue Chancen im Markt.

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Zukunftsmarkt: Produkte gegen Zeitnot

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"Time rich – money poor", "time poor – money rich": zwischen diesen beiden Polen organisieren sich die Märkte der Zukunft. Wer kaufkräftig ist, hat häufig Zeitnot, Menschen mit viel Zeit hingegen bilden im Allgemeinen die Phalanx der Smart- und Discount-Shopper. Da wundert es nicht, dass die Datensammler der Gesellschaft für Konsumforschung herausgefunden haben, dass 60 % der Deutschen grundsätzlich das Gefühl haben, ihr Leben werde allein von der Uhrzeit bestimmt.

Und eine Untersuchung des Saarbrücker Gesundheitsamtes ergab, dass 38 % der Frauen und 44 % der Männer der Meinung sind, ihre Zeit reiche eigentlich nie aus und sie hätten immer Zeitnot. Was also liegt näher, als neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die den Menschen ganz praktisch das Gefühl für ihre eigene Zeitsouveränität zurückgeben?

  • Die Schweizer Einzelhandelskette Coop etwa setzt konsequent auf "Frische-Convenience", wobei besonders die Idee der neuen Schüttelbecher-Salate überzeugt: ein gemischter Salat, dessen mitgeliefertes Dressing sich durch Deckelabreißen und Schütteln verteilen lässt. Die Gabel findet sich ebenfalls anbei.
  • Auch die Getränkebranche hat erkannt, wie viel Marktpotenzial in der großen Zeitnot der Kunden steckt. Im Angebot etwa ein neuer Gemüsecocktail mit dem Namen Vega-plus von Nestlé, der es den Verbrauchern leicht machen soll, die aus Gesundheitsgründen angeratene Wellness-Frequenz von 5-mal Frischem pro Tag trotz Zeitnot einzuhalten; neuartige Frühstücksdrinks, die die erste Mahlzeit des Tages auf schnelle, weil flüssige Basis stellen, oder auch ein Fastendrink der österreichischen Molkerei Nöm, der sogar Phasen des bewussten Nicht-Essens beschleunigen kann.
  • Mit einem sehr überzeugenden Zeitsparargument arbeitet neuerdings der Oetker-Konzern: Das neue Backmischungsprodukt zaubert Konditorwaren, die nicht mal mehr in den Backofen müssen. Und auch die neuen Instant-Kuchenteige von Nestlé aus dem Kühlregal sind im Handumdrehen fertig.
  • Instant lautet das Zauberwort auch im Cosmed-Sektor: Immer mehr Produkte wirken sofort und ohne Einwirkzeit – und passen sich damit dem beschleunigten Lebenststil an.
  • Das neue Persil mit Kurzwaschformel ermöglicht daneben nicht nur ein optimales Waschergebnis, sondern vor allem die "Möglichkeit, Zeit zu sparen", so das Herstellerunternehmen Henkel in seiner Presserklärung.
  • Wer es schafft, sich am Telefon kurz zu fassen, kann fortan gar umsonst telefonieren: Ein neuer Mobilcom-Tarif macht es möglich. Die Grundgebühr beträgt hier zwar 10 Euro, dafür sind aber auch alle Gespräche unter 10 Sekunden Länge in alle Handy-Netze kostenfrei.
  • Und auch die Betreiber einer Quick-Spa-Kette haben sich der Zeitnot angepasst: Gesichtspflege, Maniküre, Massage – alles in 25 Minuten. Weitere Informationen unter www.blissworld.com.

Fazit: Was kulturgeschichtlich in der Regel kritisch bewertet wird, entspricht dennoch der Sehnsucht der Menschen: nach Vereinfachung und einem Gewinn an Eigenzeit. Nur so ist zu erklären, dass etwa Verbraucher im Supermarkt eher dann zum Ausprobieren neuer Produkte geneigt sind, wenn die Auswahl überschaubar bleibt, wie US-Psychologe Barry Schwartz mit umfangreichen Studien nachweisen konnte.
In Frankfurt/Main wurde unlängst zudem gar eine "Agentur für Zeitsparen" gegründet. Deren Betreiber bieten Hilfe bei Zeitnot in allen Alltagsangelegenheiten an, für rund 12 Euro die Stunde.

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