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Zukunftsforscher Matthias Horx über Sprachentwicklung in unserer Zeit: Wörter für die Zukunft

Lesezeit: 2 Minuten Matthias Horx, renommierter Zukunftsforscher und Chefredakteur des "Zukunftsletters", über die Notwendigkeit in der Trend- und Zukunftsforschung, neue Wörter zu kreieren, um Wandel und Veränderung auszudrücken.

2 min Lesezeit

Zukunftsforscher Matthias Horx über Sprachentwicklung in unserer Zeit: Wörter für die Zukunft

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"Ich habe Ihren ‚Zukunftsletter‘ abbestellt", so schreibt unser Leser H. aus Heidelberg, "weil ich es Leid war, jeden Monat vergeblich mein Fremdwörterlexikon zu bemühen. Warum immer diese Anglizismen, diese Wortschöpfungen, die in keinem Wörterbuch stehen? Kann man das nicht einfach in ordentlichem, korrektem Deutsch für ganz normale Leute ausdrücken?"

Nein, sehr geehrter Herr H. aus Heidelberg, man kann leider nicht. Eine unserer wichtigsten Aufgaben als Trend- und Zukunftsforscher ist es, neue Wörter vorzuschlagen und auszuprobieren – Wörter, die Wandel und Veränderung ausdrücken können.

Sprache ist Macht, und in Wörtern zeigt sich ungeheuer viel Bedeutung. Oft auch unbewusst. Wir sagen im Deutschen zum Beispiel Ausbildung. AUS-BILDUNG. Klingt harmlos, ist aber im Zeitalter des lebenslangen Lernens ein mentales (Denk-)Hindernis par excellence. Wer in Zukunft AUSGEBILDET ist, wird es sehr schwer haben. Ähnliches gilt für ARBEITSPLATZ. PLATZ und AUS sagt man im 21. Jahrhundert allenfalls zu seinem Hund, aber nicht mehr zu Arbeit und Bildung, die in jeder Hinsicht "flüssig" werden und sich aus den alten Korsettstangen der industriellen Produktion befreien. [adcode categories=“unternehmen,trends“] Ein weiteres Problem ist, dass viele interessante Wörter von den Panikmachern einfach entführt und "umgedreht" werden. Globalisierung, dieser unglaublich spannende Prozess der Vernetzung unseres Planeten, ist von den Angst-Populisten als "Falle" umgebrandet worden.

Wir haben nun versucht, den schönen Begriff der GLOKALISIERUNG dagegenzusetzen (Global + LOKAL = GLOKAL). "Glokalisierung" heißt, dass trotz (oder wegen) aller Globalisierungsprozesse das Lokale immer wichtig bleiben wird – auf der Ebene der Produkt-Differenzierung und der inneren Bindungen der Menschen.

So können Wörter, die eben NOCH NICHT im Duden stehen, zu Botschaftern der Zukunft werden. Zum Beispiel SELFNESS. Das ist schrecklich englisch, aber es baut auf einem anderen, fast schon eingedeutschten Wort auf: Wellness. Es handelt von der zunehmenden Sehnsucht der Menschen nach mehr Selbst-Kompetenz, mehr Lebensglück, mehr authentischem Sein.

Schon sind die Missverständnisse und Fehl-Interpretationen vorprogrammiert ("Zukunftsinstitut propagiert Neuen Egoismus"). Aber wir werden nicht lockerlassen, Strömungen in der Tiefe unserer Kultur zu orten, zu beschreiben, durch Wörter sichtbar zu machen.

Sprache lebt. Viele Jahrhunderte wurde das Deutsche aufs Vorteilhafteste durch französische Wörter ergänzt. Heute lebt die deutsche Sprache dialogisch vor allem mit dem Englischen.

Wollen wir wirklich "Kokonieren" statt "Cocooning" sagen? Haben wir es besser, wenn "Wellness" als "Wohlfühlsein" verplüscht wird? Lieber Herr H. aus Heidelberg, lassen Sie uns lieber gemeinsam auf die Suche nach den intelligenten Wörtern gehen, die die Welt in ihrem Werden erleuchten und verändern.

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