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Workplace-Typologien: Ihre zukünftigen Kollegen am Arbeitsplatz

Lesezeit: 4 Minuten Es gibt viele Arten und Methoden, arbeitende Menschen in Kategorien einzuteilen. Eine Kategorisierung basiert auf den verschiedenen Arbeits-Typen, die durch neue organisatorische Notwendigkeiten und Veränderungen im Arbeitsmarkt entstehen.

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Workplace-Typologien: Ihre zukünftigen Kollegen am Arbeitsplatz

Lesezeit: 4 Minuten
Im Folgenden betrachten wir die Kollegen in einer persönlichkeits-basierten Einteilung vom Standpunkt des Arbeitsstils sowie mit Problemen im Bereich Work-Life-Balance. Während solche Kategorien manchen als belanglos erscheinen, zeigen sich andere überzeugt, dass eine umfassende und quantitative Erfassung der Bandbreite der Erfordernisse verschiedener Typologien nicht nur für die Planung von Büros, sondern auch für Maßnahmen der Firma im Work-Life-Balance-Bereich von großem Nutzen sein kann.

Der High Skill Worker
Der "High Skill-Worker" ist der "Arbeiter" in der "leanen", der hochproduktiven und weitgehend automatisierten Fabrik der Zukunft. Da alle gleichförmige Arbeit entweder von Maschinen übernommen oder in Billiglohnländer exportiert wird, muss unser Fabrikarbeiter neue "Skills" erlernen.

Seine Leistungsfähigkeit bezieht sich nicht auf Muskelkraft, auch nicht auf Ausdauer, sondern auf technische Intelligenz. Er muss im Team arbeiten können. Er benötigt eine andere Form der Flexibilität und Teilhabe gegenüber dem Produktionsprozess.

Der Symbolanalyst
Der amerikanische Ex-Arbeitsminister Robert B. Reich brachte diesen Begriff für die neue Elite der Wissensgesellschaft auf. Symbolanalysten sind eine "Kaste", deren enormes Wachstum auf der Eigenart der Informationsgesellschaft basiert, große Mengen von Informationen und Symbolen zu erzeugen, die im Grunde wertlos sind, wenn sie nicht interpretiert und auf eine komplexere Interpretationsebene gebracht werden.

Typische Symbolanalysten-Berufe sind: Investment-Broker und PR-Manager, Unternehmensberater und Werbeleute, Fernsehproduzenten und Anwälte und Notare, Manager, Personalvermittler und Kostenanalytiker, Marketing-Strategen, Art Direktoren und sofort.

Wissensarbeiter sehen sich selbst als Gleichberechtigte gegenüber ihren Auftraggebern oder Arbeitgebern. Sie fühlen sich nicht als Angestellte, sondern als "Professionals". Die Wissensgesellschaft ist keine Gesellschaft von Bossen und Befehlsempfängern, sondern von Juniors und Seniors (Peter Drucker, The Next Society, Economist 3.11.01).

Die Teleworker
Die modernen Technologien ermöglichen es uns mehr und mehr, die häusliche Sphäre näher an die berufliche heranzurücken. Aber es ist nicht die Nebenerwerbs-Hausfrau, die zu Hause Daten eingibt, die sich am Ende als klassische Teleworkerin herausmendelt (solche Tätigkeiten erledigt man heute für 1 Euro Stundenlohn in China oder Indien).

Telework ist Teil einer neuen Lebensqualität, in der immer mehr Menschen den Bruch zwischen Familie und Beruf neu heilen. Ortlose Arbeit heißt: Wir können wieder in der Natur wohnen, ohne beruflich gehandicapt zu sein.

Neue Formen von Nachbarschaft, kombiniert mit "Flexwork", werden möglich. Televillages haben sich in ganz England und Wales als neues Lebenskonzept ausgebreitet – 150 "neue elektronische Dörfer", oft im alten, historisierenden Fachwerk-Stil gebaut, aber mit Glasfaser-Anschluss an den Information Highway.

Groundworker – die neuen Basisarbeiter
In der Wissensökonomie entsteht ein neues, schnell wachsendes Arbeitssegment im Bereich der eher einfachen, meist gering entlohnten Service-Dienstleitungen. Hier arbeiten Menschen, die hinter den Kulissen die Grundarbeiten ausführen. Die kranke Menschen pflegen, säubern, putzen, bewachen, sich kümmern. 30 Prozent der Erwerbstätigen werden im Jahr 2020 in diesem Sektor arbeiten. Eine Autorin in der "ZEIT" nannte diese Schicht das "Bodenpersonal der Globalisierung". Aber die Basis-Arbeiter repräsentieren kein neues "Proletariat", sie bilden vielmehr ein Milieu von Einzelselbstständigen.

Es sind Menschen, die ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen möchten. Die oft aus anderen Ländern zu uns kommen. Die leistungswillig, fleißig und bereit sind, Jobs auszuüben, die kein Einheimischer sich mehr zumuten möchte. Diese Gruppe wird auf 30 Prozent aller Erwerbstätigen anwachsen.

Die neuen Selbständigen
Die Angestelltenkerne der Zukunft werden kleiner sein, immer mehr Dienstleistungen werden "outgesourct", und in diesem Feld außerhalb der großen Unternehmen bildet sich die neue "Kreative Klasse", das breite Feld der Selbst-Unternehmer, der "Ich-AGs" und "Freien Agenten", die Kernschicht der Wissensgesellschaft.

Mit ihrer Intelligenz und einem Laptop als Investitionskapital werden immer mehr Menschen zu Einzelselbstständigen. Man schätzt, dass in den Vereinigten Staaten heute bereits 23 Millionen Menschen als "Freie Agenten" arbeiten, und auch in Deutschland sind die Einzelausgründungen weitaus zahlreicher als die Gründungen von Firmen mit Angestellten.

Downshifter – die neuen Arbeits-Reduzierer
Eine zunehmend wachsende Minderheit nutzt unsere Wohlstandsgesellschaft, um die Zwänge und Verpflichtungen der Arbeitswelt zu umgehen. Die so genannten "Downshifter", meist hochgebildete Angehörige der Mittelschicht, verzichten auf allzu steile Karrieren, sie kümmern sich mehr um Familie und Freundschaften, sie reduzieren die Erwerbsarbeit.

Sie leisten Konsumverzicht, aber nicht aus ideologischen Gründen, sondern aus Gründen der Lebensqualität. Diese Schicht sucht primär nach Zeitwohlstand statt nach materiellem Wohlstand, und ihre Zahl wird von derzeit 5 Prozent auf 10 Prozent der Bevölkerung ansteigen.

Grey Activists – Reife Aktivisten
Mit steigendem Lebensalter wird der Ruhestand zum Unruhestand. Ältere Menschen haben zunehmend einen anderen Lebensentwurf als in der industriellen Gesellschaft. Sie suchen nach der Pensionierung nach vielfältigen Möglichkeiten des Engagements. Sie leisten freiwillige wohltätige Arbeit in der Zivilgesellschaft, engagieren sich für ihr Umfeld oder nehmen an politischen Aktivitäten teil. Viele von ihnen erschließen auch neue Bildungsressourcen – der Anteil der Studierenden jenseits der 60 wächst rapide!

Hobbyworker
Hier handelt es sich um eine Variante der "Downshifter": Eine neue Selbstständigen-Schicht, die ihre Selbstverwirklichung zur Erwerbsgrundlage macht, ohne dabei dem alten Selbstständigentypus (z.B. Handwerker) zu entsprechen. Aus Leidenschaften werden Teilzeitjobs gemacht, aus der Reiki-Massage wird ein kleines Massagestudio. Besonders Frauen nutzen diesen Erwerbszugang.

Patchwork Jobber
Diese Variante entsteht eher um Umfeld spät-universitärer Lebensformen in den großen Städten. Das zum Leben notwendige Einkommen wird aus verschiedenen Quellen zusammengestückelt. Taxifahren PLUS Philosophie-Dissertation schreiben PLUS Kellnern PLUS ein kleines Zubrot von den Eltern, bis wir vierzig sind. Diese Lebensform, die besonders im Laufe der Bildungsreform der 70er-Jahre entstanden ist, kann allerdings auch geradewegs in eine Verarmung und die Bildung eines neuen "Lumpenproletariats" führen.

Couch Potato
Eine wachsende Schicht von Menschen, vor allem geringer gebildeten Männern, wird in den kommenden Jahren frühzeitig aus dem Erwerbsprozess ausscheiden – oder gar nicht erst hineinkommen. Im Zuge des Übergangs zur Wissensökonomie tut sich dieser Personenkreis zunehmend schwer, bei den neuen Anforderungen der Arbeitswelt mitzuhalten. Das Wachstum dieser Gruppe wird von der Frage abhängen, welche Anstrengungen im Zuge einer neuen Sozialpolitik unternommen werden, die nicht nur auf Geldtransfer, sondern auf "Empowerment" der Marginalisierten abzielt.

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