Wie Sie bei Ihrer Rede auf Zwischenrufe gekonnt reagieren

Was tun Sie bei wiederholten Zwischenrufen?
Wenn der Zwischenrufer keine Ruhe gibt, wählen Sie eine Taktik mit mehreren Reaktionsstufen:

1. Zwischenruf: Ignorieren Sie den Einwand und bleiben Sie souverän.

2. Zwischenruf: Wählen Sie zuerst die Verschiebetaktik: „Vielen Dank für Ihren Einwand. Ich komme zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurück.“ Fahren Sie fort, und beantworten Sie den Zwischenruf an geeigneter Stelle oder am Ende.

3. Zwischenruf: Jetzt dürfen Sie auch mal spöttisch zurückfragen, etwa: „Sie suchen Freunde, stimmt’s?“

4. Zwischenruf: Bitten Sie den Zwischenrufer, aufzuhören.

5. Zwischenruf: Lassen Sie die Person vom Ordner des Saales verweisen.

Berechtigte Zwischenrufe: Sie sollten hier anders reagieren
Sie müssen in Ihrer Reaktion zwischen störenden und berechtigten Zwischenrufen unterscheiden. Bei letzteren reagieren Sie mit einer dieser Taktiken:
Dankestaktik: "Ich bin Ihnen für Ihre Zwischenfrage sehr dankbar. Obwohl es hier nicht ganz passt, möchte ich doch kurz darauf eingehen: …"
Verlagerungstaktik: "Ich bitte Sie um etwas Geduld, denn ich werde später auf diesen Punkt zurückkommen."
Ja-Aber-Taktik: "Das mag aus Ihrer Sicht zwar richtig sein, doch bedenken Sie bitte Folgendes: …"
Das Publikum: Ihr Verbündeter bei Zwischenrufen
Falls Sie es mit einem besonders hartnäckigen und übellaunigen Zwischenrufer zu tun haben, hilft dieses Mittel: Verbünden Sie sich mit den anwesenden Zuhörern gegen den Störenfried. Locken Sie ihn aus der Reserve: "Warum stellen Sie die Frage? Bitte sagen Sie dem Publikum, was Sie mit Ihrem Einwand bezwecken." Jetzt ist Ihr Gegenüber im Zugzwang. Lassen Sie ihm aber nicht zu lange Zeit. Mit dem Hinweis, dass die Zuhörer wegen Ihres Vortrags gekommen sind, beenden Sie rasch das Intermezzo.
Keine schlagfertige Antwort auf den Zwischenruf?
Sicher fällt Ihnen nicht immer auf einen Zwischenruf partout eine Antwort ein. Das muss es auch nicht. Demonstrieren Sie in einem solchen Fall einfach Ihren – bewussten – Verzicht auf Schlagfertigkeit! Antworten Sie beispielsweise mit dem französischen Politiker und Widerstandskämpfer Georges Bidault: "Es ist oft wesentlich schwieriger, eine geistreiche Bemerkung zu unterdrücken, als sie auszusprechen." Fügen Sie dem noch genau einen Satz hinzu, nämlich: "Ich möchte dem nichts hinzufügen und mit meinem Vortrag fortfahren."

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