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Wenn der Azubi möglicherweise krank feiert

Lesezeit: 2 Minuten Bei manchen Azubis bleibt ein ungutes Gefühl, wenn sie krankheitsbedingt fehlen. Sie als Ausbilder zweifeln möglicherweise an einer Krankheit. Aber ein gelber Schein liegt vor – stets pünktlich. Damit stellt sich die Frage, wie Sie am besten verfahren.

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Wenn der Azubi möglicherweise krank feiert

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Krank ist krank. Wenn morgens ein Anruf eines Azubis kommt, in dem er sich krank meldet, dann gibt es zunächst einmal keinen Grund, daran zu zweifeln. Dies gilt erst recht, wenn die Krankheit von einem Arzt bescheinigt wurde. Allerdings tauchen von Zeit zu Zeit Indizien auf, die dafür sprechen könnten, dass der Azubi überhaupt nicht krank ist, sondern sich nur krank meldet. Dann läge Betrug vor und der Vorgang wäre als schwerwiegendes Vergehen einzustufen.

Ein solches Indiz könnte sein, dass ein Azubi stets genauso viele Tage krank ist, wie er keine ärztliche Bescheinigung vorlegen muss. Häufig sind das 3 Tage. Am 4. Tag taucht er immer wieder bestens gelaunt und kerngesund auf. Es könnte Zufall sein, es könnte aber auch ein ernst zu nehmendes Indiz dafür sein, dass es um seinen Gesundheitszustand auch in den 3 Tagen zuvor ebenfalls bestens bestellt war.

Ein weiteres Indiz wäre, dass sich der Azubi für einen längeren Zeitraum von einem Arzt krankschreiben lässt, der einen entsprechenden Ruf genießt. Aber auch hier gilt zunächst einmal, dass Sie der Krankmeldung und der ärztlichen Bescheinigung Glauben schenken. Es sei denn, der Auszubildende erschüttert die Beweislast der Krankmeldung bzw. der ärztlichen Bescheinigung. Dies würde er beispielsweise tun, wenn er wegen einer Sportverletzung krankgeschrieben ist, er diesen Sport aber nachweislich weiterhin ausübt.

Azubi feiert krank – was tun, wenn sich der Verdacht erhärtet?

Für den Fall, dass keine ärztliche Bescheinigung vorliegt, weil der Azubi die 2 oder 3 Tage ohne Arztbesuch stets ausnutzt, können Sie eine sehr konkrete Maßnahme ergreifen: Sie können nämlich von diesem Azubi verlangen, die ärztliche Bescheinigung, um die er sich bislang immer gedrückt hat, früher vorlegen zu müssen. Das kann nach einem oder zwei Krankheitstagen sein, aber auch schon am ersten Tag. Dann liegen die Hürden für eine Krankmeldung für diesen einzelnen Azubi höher und das Problem der häufigen Kurzerkrankungen könnte sich schnell in Luft auflösen.

Für den Fall, dass Sie an der ärztlichen Bescheinigung zweifeln, weil deren Beweiskraft erschüttert wurde, können Sie den medizinischen Dienst der Krankenkasse in Anspruch nehmen. Er soll feststellen, was es mit der Krankheit auf sich hat. Auf diese Art können Sie die Diagnose des behandelnden Arztes überprüfen.

Darüber hinaus ist es möglich, mit einem solchen Azubi nach seiner Rückkehr ein Krankenrückkehrgespräch zu führen. Darin fragen Sie aktiv nach, wie es ihm geht und ob die Krankheit nun überstanden ist. Bieten Sie zudem an, die Rahmenbedingungen der Ausbildung zu verändern, falls die Erkrankungen etwas mit den Ausbildungsalltag zu tun haben. So tun Sie selbst etwas für die Gesundheit des Auszubildenden, zeigen Interesse an seiner Person und nehmen ihn ein Stück weit mehr in die Pflicht. Auch das wirkt. Allerdings: Stellen Sie im Rahmen von Krankenrückkehrgesprächen keine medizinischen Fragen. Sie haben nämlich nicht das Recht, solche Informationen zu erhalten.

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