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WEG-Mitglied füttert Tauben auf dem Balkon – das geht nicht!

Darf ein Vogelliebhaber innerhalb einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) beliebig Tauben anlocken und auf seinem Balkon füttern? Nein, entschied das Amtsgericht München (23.09.2015, Az. 485 C 5977/15).

WEG-Mitglied füttert Tauben auf dem Balkon – das geht nicht!

WEG-Mitglied füttert Tauben auf dem Balkon – das geht nicht!

Nicht nur die Hausordnung verbietet Taubenfüttern

Dass das Taubenfüttern zum einen durch ein Gesetz und zum anderen durch die Hausordnung seiner WEG verboten war, interessierte einen Wohnungseigentümer nicht. Er platzierte Vogeltränken, Meisenknödel, Käsestreifen und Sonnenblumenkerne auf seinem Balkon und streute Rosinen in die Blumenkästen.

Zuhauf kamen die Tauben angeflogen, um gierig das Futter aufzupicken. Die anderen Eigentümer sahen das gar nicht gern.

Denn die Vögel hinterließen auf Balkon und Hausdach beträchtliche Mengen an Kot. Zudem machten sie sich Sorgen um die Krankheitskeime, die bekanntermaßen von Tauben übertragen werden.

WEG-Mitglied uneinsichtig

Die Aufforderung der anderen WEG-Mitglieder, die Fütterung zu unterlassen, lief ins Leere.

Taubenkot könne man problemlos mit einem Spatel vom Balkon entfernen, so der Vogelfreund. Das mache er auch täglich, und Schäden durch Verätzungen entstünden nicht, wenn man dem mit Kalkpulver vorbeuge.

Und die Kotrückstände auf dem Dach seien nur eine Folge davon, dass es sich um ein Flach- und kein Satteldach handle. Auch das Krankheitsargument wies er zurück.

Gericht: Verbot genügt für Unterlassungsanspruch

Diese Argumente ließ das Gericht alle nicht gelten. Entscheidend sei, so der zuständige Richter, dass das Taubenfüttern in München überhaupt nicht erlaubt sei. Schon deshalb stünde der WEG ein Unterlassungsanspruch zu. Zudem sei das beständige Taubenfüttern ein erheblicher Verstoß gegen das Gebot der Rücksichtnahme.

Bildnachweis: © Thomas Klee/123rf.com

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