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Was Sie tun können, wenn Ihr Azubi den Ausbildungsbetrieb wechseln will

Lesezeit: 2 Minuten Die Ausbildung hat gerade begonnen und ganz offensichtlich ist Ihr Azubi nicht vollständig zufrieden. Seine Gedanken hat er woanders, möglicherweise läuft noch ein anderes Bewerbungsverfahren. Und letztendlich will er tatsächlich kündigen und die Ausbildung in einem anderen Betrieb im gleichen Beruf wahrnehmen bzw. fortsetzen. Ist das möglich?

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Was Sie tun können, wenn Ihr Azubi den Ausbildungsbetrieb wechseln will

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Was Sie tun können, wenn Ihr Azubi den Ausbildungsbetrieb wechseln will

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Ob und wenn ja, warum dies möglich ist, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Durch die Probezeit erlischt eine Kündigungsfrist

Da am Anfang jeder Ausbildung eine Probezeit steht, ist das ohne weiteres möglich. Der Auszubildende darf nämlich genau wie Sie kündigen, muss dabei keine Frist beachten und auch keinen Grund angeben. Er legt Ihnen kurzerhand eine schriftliche Kündigung auf den Tisch (schriftlich muss sie allerdings sein!), packt seine Sachen und geht – möglicherweise direkt zur Konkurrenz. Rein rechtlich können Sie dagegen nichts tun. Aber vielleicht haben Sie ja noch Argumente parat?

Ganz anders sähe es aus, wenn die Probezeit bereits vorbei wäre. Dann darf der Auszubildende nämlich auch nicht mehr ohne weiteres den Ausbildungsbetrieb wechseln – und das schon gar nicht fristlos. Für eine Kündigung nach der Probezeit gelten für den Auszubildenden nach dem Berufsbildungsgesetz (§ 22) folgende Regeln: Er kann mit einer Kündigungsfrist von 4 Wochen kündigen, wenn er die Ausbildung aufgeben möchte oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will.

Nur dann darf der Azubi den Ausbildungsbetrieb wechseln

Genau dieser Aspekt wird häufig falsch interpretiert. Er stellt für den Auszubildenden nämlich keinen Freifahrtschein dar. Hier ist tatsächlich jedes Wort im Gesetzestext genau zu interpretieren. Er darf also kündigen, wenn er die Berufsausbildung aufgeben will. Das bedeutet, dass wenn eine Ausbildung, oder zumindest diese, für ihn nicht mehr infrage kommt, darf er gehen.

Zudem darf er kündigen, wenn er sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will. Er darf also den Ausbildungsberuf wechseln und dann eine neue Ausbildung in einem anderen Betrieb beginnen.

Was er allerdings nicht darf: dem alten Betrieb mit einer Kündigung den Rücken zu kehren und den Rest der Ausbildung bei einem anderen Betrieb absolvieren. Ein Wechsel des Ausbildungsbetriebs ohne Wechsel des Berufs ist dem Azubi also nicht mehr gestattet, wenn die Probezeit vorbei ist.

Sie als Ausbildungsverantwortlicher haben es mit einer Kündigung nach der Probezeit natürlich noch viel schwerer. Sie dürfen nur noch dann kündigen, wenn ein wirklich wichtiger Kündigungsgrund vorliegt. In solchen Fällen wird oftmals die Metapher vom Diebstahl goldener Löffel bemüht – und das nicht ganz zu unrecht.

Bildnachweis: Monkey Business / stock.adobe.com

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