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Was muss ein Trainer verdienen?

Lesezeit: 2 Minuten Die Honorare für Dozenten, Trainer und Coaches bei Bildungsträgern oder bei Inhouse-Seminaren sind recht unterschiedlich und extrem weit gespreizt. Sie reichen von gut 12 Euro die Unterrichtsstunde in einem Profilingseminar der Bundesagentur für Arbeit bis zu mehreren tausend Euro Tageshonorar bei speziellen Führungscoachings Aber was muss ein Dozent mindestens verdienen?

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Was muss ein Trainer verdienen?

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Dozentenhonorare lassen sich mit üblichen Mindestlöhnen kaum vergleichen. In einer Unterrichtsstunde sind Vor- und Nachbereitung ebenso einzukalkulieren wie die zeitlichen und materiellen Aufwendungen der Akquise von Unterrichtseinheiten und Seminaren. Die Bedingungen für die Landschaft der Honorarkräfte hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verschlechtert.

Als ich vor kurzem meine Diplomarbeit von 1983 über die Honorare der Dozenten aus einer großen Bildungseinrichtung ansah, waren sie mit den aktuellen vergleichbar. Für einen Dozenten in der fachlichen Weiterbildung kalkulierte man damals 52 DM; auch heute bekommt man im Durchschnitt (umgerechnet in Euro) nicht wesentlich mehr. Deshalb verwundert es keineswegs, dass ein Großteil der über 80% Prozent freiberuflichen Dozenten an dem Minimum der Grundsicherung operieren.

Erster Praxistipp für freie Dozenten
In der Praxis zeigt sich, dass Themen in "Nischen" und Spezialgebieten für Bildungseinrichtungen und Betriebe besonders attraktiv sein könne. Das setzt auch voraus, dass eine hohe geografische Mobilität verlangt wird, wenn Spezialthemen bedient werden sollen und bundesweit angeboten. Ein zu breites Spektrum des Angebotes könnte den Nachfragern signalisieren, dass das Angebot der freien Bildungstätigkeit nur eine Alternative zur Arbeitslosigkeit sein könnte.     

Was braucht der Dozent als Vergütung?
Man soll sich nicht täuschen! Ein Stundensatz von 30 Euro reicht nicht "vorne, noch hinten" und ein angepeilter Mindestlohn für die Beschäftigten in der Weiterbildungbranche von 12,38 Euro wird in den meisten Fällen nicht aureichen, um die Person unterstützungsunabhängig zu halten. Eine gute Übersicht über die zu kalkulierenden Kosten liefert Edit Frater vom Dachverband der Weiterbildungsorganisatonen. 

Wenn Sozialversicherungsbeiträge, Beiträge zur Berufs- und Privathaftpflichtversicherung, zur Berufsunfähigkeitsrenten etc., abgezogen werden, verbleiben von einem Bruttoeinkommen von 2555 Euro nur 844 Euro  Netto; von 3500 Euro bleiben 1409 Euro übrig.

Zweiter Praxistipp an die Bildungseinrichtungen und Betriebe: Überprüfen Sie Ihre Honorarstruktur
Auch wenn der Ausschreibungswettkampf um die Bildungsmaßnahmen hart ist, der Dozent ist das Aushängeschild des Bildungsträgers. Es sollten wieder mehr als 20 oder 30 Prozent der kalkulierten und effektiven Seminarkosten an den Dozenten oder der Dozentin fließen. Auch die Betriebe sollten wieder mehr auf die Qualität der Trainer, Dozenten und Coaches achten, wenn sie Maßnahmen der Fortbildung und der Personalentwicklung planen.

Dritter Praxistipp für Betrieb und Unternehmen: Weiterbildungsbudget überprüfen
Betriebe und Unternehmen mittlere und größerer Einheiten haben oft globale Bildungsbudgets, die sie für ihre kleineren Bildungseinheiten oder Abteilungen herunter brechen. Oftmals werden "der Gerechtigkeit halber" auch Budgetansätze zu gleichförmig verteilt.

Gelegentlich kann eine solche Situation dazu führen, dass es günstiger ist auf ein Seminar zu verzichten, und stattdessen auf höhere Qualität und langfristige Bindung an den Dozenten zu setzen. Committment lässt sich dann auch über ein höhreres Trainergehalt erreichen. 

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