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Warum redet keiner über Entfremdung?

Lesezeit: 2 Minuten In Krisenzeiten wird über Rationalisierung und Controlling permanent gesprochen. Dabei führt der Rationalisierungsdruck auch zu Begleiterscheinungen, die mit dem traditionellen Ausdruck Entfremdung beschrieben werden können.

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Warum redet keiner über Entfremdung?

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Eigentlich war ich nicht überrascht, als ich kürzlich auf einer Fachtagung von einem Teilnehmer angesprochen wurde: "Herr Breitkreuz, warum redet eigentlich keiner über Entfremdung?" Sicherlich wird dieser Begriff nicht mehr allzu häufig verwendet, aber parallele Bezeichnungen und Diskussionsfelder wie Stress, Rationalisierung am Arbeitsplatz oder Identität mit der Firma, verweisen auf die Problematik der Entfremdung und der Humanisierung in der Arbeitswelt.

Der Begriff der Entfremdung
Als Joachim Israel 1972 eine profunde Einführung in diesen Begriff unter gleichlautendem Buchtitel schrieb, war die Entfremdungsdiskussion schon im Wesentlichen geführt.

Gerade Erich Fromm hatte auf die verschiedenen Dimensionen des Marxschen Entfremdungsbegriffes verwiesen:

  • Entfremdung vom Gegenstand/Produkt seiner Arbeit
  • Entfremdung von der Form des Arbeitsprozesses und des Arbeitsvollzuges
  • Entfremdung von der Sprache 
  • Entfremdung von sich selbst

Diese Entfremdungsformen erschweren – und das gilt bis heute uneingeschränkt- die Tätigkeit als Arbeiter oder Angestellter.

Humansierung der Arbeit (HdA)
Diese Entfremdungsaspekte waren die Ausgangspunkte für ein groß angelegtes Humanisierungsprojekt der damaligen Bundesregierung in den 70ziger und 80ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, an dem sich alle Sozialpartner aktiv beteiligten.

Folgende Konzeptionen erinnern auch heute noch an diese Wegbeschreitung;

  • job rotation
  • job enlagement
  • job enrichment

Die Verrechtlichung weitgehender Mitbestimmungsrechte in der Novellierung des Betriebsverfassungsrechtes 1972 und die Neuschaffung des Mitbestimmungsgesetz 1976 waren Ergebnisse dieser gemeinsamen Humanisierungsstrategie. Damit verbunden waren auch Vorhaben in der Weiterbildung und Personalentwicklung, um den Ansprüchen auf Gruppenfertigung oder eines  teil-autonomen Arbeitens gerecht zu werden.

Ist eine Humanisierungsstrategie auch in Zeiten der Krise möglich?
Nun wissen wir, dass die günstigste Zeit für einen neuen Aufbruch der Beginn einer Aufschwungsphase und nicht die Rezession selbst ist. Das führt zur Zeit dazu, dass das schon in der Schublade des Kabinetts befundene neue HdA – Konzept in dieser Legislaturperiode nicht mehr angepackt werden kann.

Aber mittelfristig sollten Geschäftsführer und Personalleiter auch daran denken, wie neue Tätigkeitsprofile und Kompetenzmodelle auch wieder zur zunehmenden Zufriedenheit der Mitarbeiter führen können? Denn der nächste "Kampf um Talente" wird spätestens im zweiten Quartal 2010 wieder eingeläutet.

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