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Warum es steuerlich vorteilhaft ist, Freiberufler zu sein und wer freiberuflich tätig ist

Lesezeit: 8 Minuten Was mit diesem Begriff der Freiberuflichkeit oder auch der selbstständigen Tätigkeit gemeint ist, hat meist nichts mit dem steuerrechtlichen Fachbegriff zu tun.

8 min Lesezeit
Warum es steuerlich vorteilhaft ist, Freiberufler zu sein und wer freiberuflich tätig ist

Warum es steuerlich vorteilhaft ist, Freiberufler zu sein und wer freiberuflich tätig ist

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Viele, die sich als „freiberuflich“ ansehen, werden im Steuerrecht als Gewerbetreibende behandelt. Übersteigt deren Gewinn einen bestimmten Betrag, müssen sie Gewerbesteuer zahlen, von der Freiberufler grundsätzlich befreit sind.

Wenn Sie Ihre Tätigkeit als freiberuflich einordnen können, sparen Sie eine Menge Steuern und profitieren von einer Reihe steuerlicher Erleichterungen. Ich zeige Ihnen in diesem Beitrag die wichtigsten Merkmale der Freiberuflichkeit auf und erläutere sie anhand einer Vielzahl von Beispielen.

Diese steuerlichen Vorteile haben Sie, wenn Sie Freiberufler sind

Die Abgrenzung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit ist enorm wichtig. Diese Vorteile haben Sie, wenn Sie Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit erzielen:

  • Sie sind nicht gewerbesteuerpflichtig. Zwar können auch Gewerbetreibende einen pauschalierten Gewerbesteuerbetrag auf ihre Einkommensteuer anrechnen (§ 35 EStG), aber in den meisten Gemeinden Deutschlands ist die Gewerbesteuer höher, in vielen sogar deutlich höher als die pauschale Anrechnung, sodass Sie meistens draufzahlen, wenn Sie gewerbesteuerpflichtig sind.
  • Wenn Sie Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit beziehen, dürfen Sie Ihren Gewinn stets durch EinnahmenÜberschuss-Rechnung ermitteln. Das ist unabhängig von der Höhe Ihres Gewinns. Gewerbetreibende haben dieses Privileg nicht. Sie müssen bei größerem Umfang ihren Gewinn mittels eines handelsrechtlichen Jahresabschlusses oder einer steuerrechtlichen Bilanz ermitteln. Das ist viel aufwendiger und kostenintensiver als eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Größerer Umfang bedeutet: Sie erwirtschaften Umsätze von mehr als 600.000 € oder einen Gewinn von mehr als 60.000 € pro Jahr.
  • Wenn Sie einen Investitionsabzugsbetrag bilden wollen, ist die Höhe Ihres Betriebsvermögens nicht von Bedeutung. Einzige Grenze ist der von Ihnen erzielte Gewinn. Dieser darf in dem Jahr, in dem Sie Ihren Investitionsabzugsbetrag bilden wollen, 100.000 € nicht überschreiten.
  • Sie dürfen Ihre Umsatzsteuer auf Antrag stets nach vereinnahmten Entgelten berechnen (Ist-Besteuerung).
  • Als Freiberufler melden Sie Ihre Tätigkeit nicht beim Ordnungsamt oder Gewerbeamt Ihrer Gemeinde oder Stadt an, denn Sie betreiben kein Gewerbe. Sie teilen lediglich Ihrem Finanzamt formlos mit, dass Sie sich mit einer freiberuflichen Tätigkeit selbstständig gemacht haben.

Machen Sie das vor Aufnahme Ihrer Tätigkeit oder unmittelbar danach. Meist übersendet Ihnen das Finanzamt dann einen Fragebogen, in den Sie Ihre wichtigsten steuerlichen Daten eintragen.

Mit diesen Tätigkeiten sind Sie Freiberufler

Im Einkommensteuergesetz ist eine Reihe von Tätigkeiten aufgelistet, die als freiberuflich gelten (§ 18 Abs. 1 EStG). Alle anderen selbstständigen Tätigkeiten, mit Ausnahme der Land- und Forstwirtschaft, sind gewerblich. Zu den Tätigkeiten, die den freien Berufen zugeordnet werden, gehören

    die selbstständig ausgeübte

  • wissenschaftliche,
  • künstlerische,
  • schriftstellerische,
  • unterrichtende oder
  • erzieherische Tätigkeit,

die selbstständige Berufstätigkeit z. B. der

  • Ärzte,
  • Zahnärzte,
  • Tierärzte,
  • Rechtsanwälte,
  • Steuerberater,
  • Notare,
  • Ingenieure,
  • Architekten,
  • Journalisten,
  • Heilpraktiker und
  • Krankengymnasten.

Diese Berufe bezeichnet man als Katalogberufe, weil sie im Gesetz wie in einem Katalog aufgezählt sind.
Weiter, und das birgt vielfaches Streitpotenzial in sich, gehören auch Berufe, die den Katalogberufen ähnlich sind, zu den freien Berufen, wenn sie selbstständig ausgeübt werden.

Das ist ein freier Mitarbeiter

Unterscheiden Sie zwischen einer freiberuflichen Tätigkeit im steuerlichen Sinne und einer Tätigkeit als freier Mitarbeiter. Wenn Sie einen Dienstleistungsvertrag abgeschlossen haben, der kein Arbeitsvertrag ist, spricht man von freier Mitarbeit. Ob Sie als freier Mitarbeiter eine freiberufliche Tätigkeit ausüben, hängt von der Art Ihrer Tätigkeit ab. Ein freier Mitarbeiter kann also steuerlich Gewerbetreibender oder Freiberufler sein.

Die freien Berufe im Einzelnen

Wenn Sie mit dem Finanzamt darüber streiten, ob Ihr Beruf als freiberuflich oder als gewerblich einzuordnen ist, müssen Sie sehr sorgfältig argumentieren. Ich gebe Ihnen auf den folgenden Seiten eine Reihe von Tipps, woran Sie die freiberufliche Tätigkeit erkennen können und wie Sie argumentieren sollten, falls das Finanzamt anderer Auffassung ist.

Wissenschaftliche Tätigkeit

Eine wissenschaftliche Betätigung im Sinne des Einkommensteuerrechts setzt voraus, dass eine anspruchsvolle, besonders qualifizierte Arbeit ausgeübt wird. Diese Arbeit muss dazu geeignet sein, grundsätzliche Fragen oder konkrete Vorgänge methodisch nach streng objektiven und sachlichen Gesichtspunkten in ihren Ursachen zu erforschen, zu begründen und in einen Verständniszusammenhang zu bringen.

Praxis-Tipp

Das Steuerrecht geht davon aus, dass keine wissenschaftliche Tätigkeit vorliegt, wenn man praxisorientierte Kenntnisse vermittelt oder beratend tätig ist. Der Bundesfinanzhof hat das zuletzt für den Fall eines Politikberaters entschieden, der eine wissenschaftliche Ausbildung abgeschlossen hatte, dann aber seine Auftraggeber schriftlich über Hintergründe und Stand laufender Gesetzgebungs- und Verordnungsverfahren informierte (BFH, Urteil vom 14.5.2014, Az. VIII R 18/11).

Das wurde als gewerbliche Tätigkeit eingestuft. Insbesondere die Erstellung von Gutachten gehört zur wissenschaftlichen Tätigkeit. Die Gutachtertätigkeit muss allerdings besonders qualifiziert sein. Werden nur Marktkenntnisse oder Erfahrungen angewandt, fehlt es an der Wissenschaftlichkeit. So gehört die Tätigkeit eines Kfz-Sachverständigen ohne ein abgeschlossenes Ingenieurstudium nicht zu den wissenschaftlichen Tätigkeiten (BFH, Urteil vom 9.7.1992, Az. IV R 116/90).

Es sind wissenschaftliche Kenntnisse und Methoden im Rahmen einer schöpferischen oder forschenden Tätigkeit oder die Anwendung von Forschungserkenntnissen auf konkrete Vorgänge erforderlich. Diese Kenntnisse müssen nicht zwingend durch ein Hochschulstudium erworben worden sein. Dennoch müssen Kenntnisse vorhanden sein, wie sie an Hochschulen vermittelt werden (Bundesfinanzhof, Urteil vom 11.6.1997, Az. XI R 2/95). Das Finanzamt kann verlangen, dass Sie solche Kenntnisse nachweisen, beispielsweise durch das Gutachten eines unabhängigen Gutachters.

Künstlerische Tätigkeit

Auch Künstler sind Freiberufler. Immer wieder aber versucht das Finanzamt, einem Künstler die künstlerische Tätigkeit abzusprechen. Dabei hat das Steuerrecht eine Reihe objektiver Kriterien dafür entwickelt, was steuerrechtlich als Kunst angesehen werden kann. Falls Sie Künstler sind und das Finanzamt will Ihre künstlerische Betätigung als gewerblich einstufen, geben Sie nicht zu schnell auf, nur weil der zuständige Sachbearbeiter ein anderes Kunstverständnis hat als Sie.

Das Finanzamt stellt Ihre Eigenschaft als Künstler voraussichtlich nicht infrage, wenn Sie sich mit zweckfreier Kunst in traditionell künstlerischen Berufszweigen beschäftigen, also beispielsweise bei

  • Malern,
  • Sängern,
  • Komponisten,
  • Dirigenten und
  • Schauspielern.

Bei Gebrauchskunst, also wenn die künstlerischen Erzeugnisse einen praktischen Nutzen haben, wird die Abgrenzung schwierig. Das ist beispielsweise bei

  • Grafikern,
  • Designern,
  • Modezeichnern oder
  • Werbefotografen der Fall.

Die Finanzgerichte verlangen für die Annahme von Kunst eine eigenschöpferische Tätigkeit mit einer gewissen Gestaltungshöhe. Das sind Leistungen, in der die individuelle Anschauung und eine besondere Gestaltungskraft des Künstlers zum Ausdruck kommen (Finanzgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 22.6.2015, Az. 14 K 3317/13; BFH, Beschluss vom 28.2.2014, Az. V B 76/13).
Er verleiht dadurch einem ästhetischen Ideal-Ausdruck.

Auch hier gilt: Werden aus einer künstlerischen Tätigkeit während eines längeren Zeitraums nur Verluste erzielt, kann das Finanzamt dies als Indiz werten, dass es an der Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt. Die Betätigung kann dann als eine steuerlich nicht relevante Liebhaberei angesehen werden.

Dabei muss das Finanzamt aber berücksichtigen, dass Künstler oft erst nach einer längeren Anlaufphase einen Gewinn aus ihrer Arbeit erzielen können. Daher gilt teilweise sogar ein Zeitraum von 10 Jahren als Anlaufphase, in der Verluste steuerlich möglich sind (z. B. BFH, Urteile vom 7.5.1993, Az. VI R 39/90, vom 6.3.2003, Az. XI R 46/01).

Schriftstellerische Tätigkeit

Wenn Sie

  • eigene Gedanken
  • mit Mitteln der Sprache
  • schriftlich
  • für die Öffentlichkeit niederlegen, sind Sie schriftstellerisch tätig (Bundesfinanzhof, Urteil vom 25.4.2002, Az. IV R 4/01).

Nicht erforderlich ist, dass das Geschriebene wissenschaftlichen oder künstlerischen Inhalt hat.

Daher sind auch

  • Werbetexter,
  • Ghostwriter,
  • Verfasser von Computer-Trainingsprogrammen,
  • Drehbuchautoren,
  • Verfasser technischer Bedienungsanleitungen und
  • Autoren von Trivialromanen schriftstellerisch tätig und erzielen damit Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit.

Ein Übersetzer ist im Allgemeinen nicht schriftstellerisch tätig. Aber er übt einen Katalogberuf aus und erzielt somit dennoch Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit.

Unterrichtende Tätigkeit

Wer Schülern

  • Wissen,
  • Fähigkeiten,
  • Fertigkeiten,
  • Handlungsweisen oder
  • Einstellungen in organisierter und institutionalisierter Form vermittelt, erteilt Unterricht und ist als Lehrer tätig (Bundesfinanzhof, Urteil vom 11.6.1997, Az. XI R 2/95).

Eine besondere Qualifikation müssen Sie dafür nicht nachweisen. Auch das Sachgebiet ist dabei unerheblich. Wenn Sie selbstständig sind, erzielen Sie dadurch Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. Unterrichtende Tätigkeit beschränkt sich aber nicht auf Seminare. Auch durch alle anderen Arten von Unterricht sind freiberufliche Einkünfte möglich, also auch beispielsweise durch Tanz-, Schwimm-, Turn-, Reitund Fahrunterricht.

Eine Abgrenzung zwischen gewerblicher und freiberuflicher Tätigkeit ist bei Sportund Fitnessstudios oft schwierig, wenn das Gerätetraining im Vordergrund steht. Es handelt sich um eine gewerbliche Tätigkeit, wenn Ihre Kunden nur eine Einweisung in die Handhabung der Geräte erhalten.

Eine Überwachung des Trainings in Einzelfällen reicht nicht aus. Nur wenn Sie die Geräte im Rahmen einer systematischen Unterweisung als Unterrichtsmittel einsetzen, handelt es sich um eine freiberufliche Tätigkeit.

Auch Individualunterricht ist begünstigt (Bundesfinanzhof, Urteil vom 18.4.1996, Az. XI R 2/95). Voraussetzung ist, dass Sie 1. den Unterricht auf die besonderen Bedürfnisse des Einzelnen abstellen und 2. ein nach Lehrziel und Lehrmethode feststehendes Programm entwickelt haben.

Auch wenn Sie eine Schule betreiben, kann das eine freiberufliche Unterrichtstätigkeit sein. Voraussetzung ist, dass Sie als Schulleiter über entsprechende Fachkenntnisse verfügen und leitend und eigenverantwortlich tätig sind, wenn Sie fachlich vorgebildete Arbeitskräfte beschäftigen (BFH, Urteil vom 1.4.1982, Az. IV R 130/79).

Erzieherische Tätigkeit

Der Bundesfinanzhof definiert die erzieherische Tätigkeit als körperliche, geistige und charakterliche Formung junger Menschen (Urteil vom 19.6.1997, Az. VI R 26/96). Er meint damit konkret die Betreuung von Kleinkindern in einer Spielgruppe.

Auch wer Erziehungshilfe durch zeitweise Aufnahme betreuter Kinder im eigenen Haushalt leistet, kann das freiberuflich tun (BFH, Urteil vom 2.10.2003, Az. IV R 4/02). Der Betrieb eines Kinderheims ist allerdings nur dann eine erzieherische Tätigkeit, wenn die erzieherische Tätigkeit der Gesamtleistung des Heims das Gepräge gibt.

Ansonsten handelt es sich um einen Gewerbebetrieb (BFH, Urteil vom 27.8.1985, Az. III R 198/81). Katalogberufe und Berufe, die diesen ähnlich sind Keine Diskussion über die Freiberuflichkeit Ihrer Tätigkeit gibt es mit dem Finanzamt, wenn Sie einen Beruf ausüben, der ausdrücklich im Gesetz (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 Einkommensteuergesetz) genannt ist.

Diese Berufe lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Heilberufe: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker und Krankengymnasten
  • Rechtsund wirtschaftsberatende Berufe: Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volksund Betriebswirte usw.
  • Naturwissenschaftlich-technische Berufe:Vermessungsingenieure, Ingenieure, Handelschemiker, Architekten
  • Medienberufe u. Ä.: Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher und Übersetzer
  • Lotsen Heilberufe

Wer als

  • Arzt,
  • Zahnarzt,
  • Tierarzt,
  • Heilpraktiker,
  • Dentist oder
  • Krankengymnast selbstständig Heilkunde ausübt, erzielt Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit.

Anders kann das bei einem Klinikbetrieb zu beurteilen sein. In diesem Fall liegen unterschiedliche Tätigkeiten vor, die, wenn das möglich ist (BFH, Urteil vom 2.10.2003, Az. IV R 48/01), getrennt werden müssen in

  • eine gewerbliche Tätigkeit aus dem Betrieb der Klinik, z. B. Unterbringung und Verpflegung der Patienten, und
  • eine freiberufliche Tätigkeit aus den erbrachten stationären ärztlichen Leistungen. Auf den gewerblichen Teil Ihrer Einkünfte fällt Gewerbesteuer an.

Und auch nicht alle Tätigkeiten, die Sie als Arzt ausüben, sind freiberufliche Tätigkeiten. Den Gewinn oder Verlust aus dem gewerblichen Teil Ihrer Tätigkeit ermitteln Sie getrennt von Ihren freiberuflichen Einkünften (vgl. Seite F 70/018).

Naturwissenschaftlich-technische Berufe

Im Bereich der technischen Berufe sind es vor allem die Ingenieure, deren freiberufliche Tätigkeit von den Finanzgerichten immer wieder von anderen – nicht freiberuflichen und damit gewerblichen – Berufsbildern abgegrenzt werden muss.

Die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ darf grundsätzlich nur derjenige führen, der dazu aufgrund der dafür vorgeschriebenen und erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung an einer Hochschule berechtigt ist (BFH, Urteil vom 18.6. 1990, Az. I R 109/77).

Ein Kfz-Sachverständiger, der Gutachten für Unfallschäden anfertigt, ist nur dann freiberuflich tätig, wenn er

  • Ingenieur ist oder
  • die von einem Ingenieur geforderten Fachkenntnisse auf andere Weise als durch ein Studium erworben hat und deshalb einen ingenieurähnlichen Beruf ausübt (BFH, Urteil vom 9.7.1992, Az. IV R 116/90).

Mein Praxis-Tipp für Sie:

Immer wieder gibt es Abgrenzungsprobleme bei EDV-Beratern. Sie werden nicht bei den Katalogberufen aufgeführt. Nur unter ganz besonderen Voraussetzungen werden sie als Freiberufler betrachtet. Es muss sich um besonders qualifizierte Tätigkeiten handeln.

Was genau darunter zu verstehen ist, muss im Einzelfall geklärt werden. Entwickler von Systemsoftware sind meist als Freiberufler einzustufen, Entwickler von Anwendersoftware dagegen eher als Gewerbetreibende. Medienberufe In den Medienberufen sind vor allem Journalisten tätig. Deren Berufsbild ist durch das

  • Sammeln und Verarbeiten von Informationen des Tagesgeschehens,
  • die kritische Auseinandersetzung mit diesen Informationen und
  • die Stellungnahme zu den Ereignissen des Zeitgeschehens auf politischem, gesellschaftlichem, wirtschaftlichem oder kulturellem Gebiet gekennzeichnet (BFH, Urteil vom 2.12.1971, Az. IV R 145/68).

Ein Bildberichterstatter vermittelt oder vertieft die journalistische Nachrichtenübermittlung durch Bilder oder Filme (BFH, Urteil vom 25.11. 1970, Az. I R 78/69). Im Rahmen seiner selbstständig ausgeübten journalistischen Tätigkeit wendet sich der Journalist mit den Ergebnissen seiner Arbeit unmittelbar oder mittelbar über

  • Zeitungen,
  • Zeitschriften,
  • Film,
  • Rundfunk,
  • Fernsehen oder
  • Internet schriftlich oder mündlich an die Öffentlichkeit.

Von den Journalisten sind diese Berufsbilder abzugrenzen, die zu Einkünften aus Gewerbebetrieb führen:

  • Werbeberater
  • PR-Berater (BFH, Urteil vom 25.4.1978, Az. VIII R 149/74)
  • Politikberater (BFH, Urteil vom 14.5.2014, Az. VIII R 18/11)
  • Fotografen, die für Zeitschriften Bildserien entwerfen und hinsichtlich der abgelichteten Objekte auf Bezugsquellen hinweisen (BFH, Urteil vom 19.2.1998, Az. IV R 50/96)

Diese Berufe sind den Katalogberufen ähnlich

Ein Beruf ist einem der Katalogberufe ähnlich – und damit ein freier Beruf –, wenn er mit einem Katalogberuf in wesentlichen Punkten vergleichbar ist. Dazu gehört vor allem die Vergleichbarkeit von Ausbildung und beruflicher Tätigkeit.

Wenn für einen Katalogberuf eine bestimmte wissenschaftliche Ausbildung gefordert wird, muss die Ausbildung für den ähnlichen Beruf nicht unbedingt durch ein entsprechendes Hochschulstudium absolviert werden.

Die Kenntnisse können auch durch die Berufstätigkeit oder im Selbststudium erworben werden. Wichtig ist aber, dass die wesentlichen Inhalte, die im Rahmen eines Studiums vermittelt werden, auch durch die alternative Ausbildung vermittelt wurden. Im Zweifel muss das durch entsprechende unabhängige Gutachten nachgewiesen werden.

Bildnachweis: detailblick-foto / Adobe Stock

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