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Wann Sie einen Detektiv beauftragen dürfen

Lesezeit: 2 Minuten Schwarze Schafe gibt es überall, auch unter Mitarbeitern. Gelegentlich schießen Arbeitgeber aber über das Ziel hinaus, wenn es darum geht, diese schwarzen Schafe zu überführen. Unter welchen Voraussetzungen Sie einen Detektiv mit der Überwachung der Mitarbeiter beauftragen dürfen, ergibt sich aus einer Entscheidung des BAG vom 19.2.2015 ( 8 AZR 1007/13).

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Wann Sie einen Detektiv beauftragen dürfen

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Eine Mitarbeiterin war bereits 6 Monate nach Beginn ihres Beschäftigungsverhältnisses wegen einer Bronchitis arbeitsunfähig erkrankt. Über einen Zeitraum von 2 Monaten lagen 6 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen eines Allgemeinarztes sowie 2 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen eines Orthopäden vor.

Die Vielzahl der Arbeitsunfähigkeiten machte den Geschäftsführer stutzig. Hinzu kam, dass ihm die Mitarbeiterin mitgeteilt hatte, sie habe einen Bandscheibenvorfall erlitten. Auch davon war er nicht überzeugt.

Noch während der Krankschreibung ließ er die Mitarbeiterin an insgesamt 4 Tagen durch einen Detektiv überwachen. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass sie einen Waschsalon aufsuchte.

Die Mitarbeiterin erhielt die Überwachung insgesamt für nicht zulässig. Sie verlangte daher Schmerzensgeld von ihrem Arbeitgeber.

Im Ergebnis folgten ihr die Richter am Bundesarbeitsgericht. Nur gab es statt der verlangten 10.500 € Schmerzensgeld lediglich 1.000 €.

Überwachung durch Detektiv zulässig

Die Überwachung durch einen Detektiv ist zulässig, wenn es hierfür einen berechtigten Anlass gibt. Genau diesen Anlass sahen die Richter aber nicht. Ihrer Ansicht nach hätten die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bereits vor der Beauftragung des Detektivs erschüttert gewesen sein müssen. Anhaltspunkte dafür, dass die Arbeitsunfähigkeit trotz der Bescheinigung nicht vorlag, ergab sich aber erst durch die Beobachtung durch den Detektiv.

Kurz zusammengefasst: Die Zweifel waren zum Zeitpunkt der Beauftragung des Detektivs nicht groß genug. Alleine, dass der Arbeitgeber einen Verdacht hatte, ohne diesen auf Tatsachen stützen zu können, reichte nicht. Das berühmte Bauchgefühl des Arbeitgebers ist an dieser Stelle also kein taugliches Kriterium.

Anders wäre es gewesen, wenn die Mitarbeiterin zum Beispiel bei Arbeiten auf einer Baustelle oder beim Umzug beobachtet worden wäre und der Arbeitgeber dies vor Beauftragung des Detektivs gewusst hätte. Denn dann hätte es Anhaltspunkte dafür gegeben, dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung falsch ist. Ohne solche Anhaltspunkte müssen Sie erst einmal davon ausgehen, dass die ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen korrekt ausgestellt sind.

Eine mögliche Alternative zum Einsatz von Detektiven ist ein Antrag an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), die Mitarbeiterin zu einer Kontrolluntersuchung vorzuladen.

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