Businesstipps Recht

Wann habe ich Anspruch auf einen Sonderurlaub?

Lesezeit: 2 Minuten Beim Sonderurlaub haben viele Arbeitnehmer falsche Vorstellungen. Leider gibt es den berühmten freien Tag bei einem Umzug oder der eigenen Hochzeit nicht immer. In manchen Fällen können Arbeitnehmer allerdings Ansprüche auf Sonderurlaub oder auf eine Arbeitsbefreiung, also eine Freistellung von der Arbeitsleistung, haben. Das muss sich dann aber in aller Regel aus dem Arbeitsvertrag oder einem Tarifvertrag ergeben.

2 min Lesezeit
Wann habe ich Anspruch auf einen Sonderurlaub?

Wann habe ich Anspruch auf einen Sonderurlaub?

Lesezeit: 2 Minuten

Tipp: Prüfung von Arbeits- und Tarifverträgen

Ein Blick in die anzuwendenden Arbeitsverträge und Tarifverträge führt häufig dazu, dass sich Regelungen zu Sonderurlaubs- und Freistellungsansprüchen offenbaren. Dort können sich Ansprüche auf eine Freistellung bei der Hochzeit, einem Umzug oder einem Todesfall ergeben.

Wichtig: Sonderurlaub, Arbeitsbefreiungen und Arbeitsversäumnisse sind etwas Verschiedenes und haben unterschiedliche Auswirkungen in der Bezahlung, Abrechnung und Abwicklung.

Arten der Abwesenheit

Wenn ein Arbeitnehmer nicht im Betrieb vor Ort ist, kann das vier verschiedene Gründe haben:

  • Sonderurlaub: Arbeitgeber und Arbeitnehmer einigen sich auf einen Sonderurlaub oder der Arbeitnehmer hat einen Anspruch im Arbeitsvertrag oder einem Tarifvertrag.
  • Freistellung auf Wunsch des Arbeitnehmers
  • Freistellung auf Wunsch des Arbeitgebers
  • Arbeitsversäumnis: Der Arbeitnehmer fehlt entschuldigt oder unentschuldigt.

Das Ende des Arbeitsverhältnisses

Der besonders wichtiger Fall der Arbeitsbefreiung auf Wunsch des Arbeitgebers ergibt sich häufig erst am Ende eines Arbeitsverhältnisses: Wenn einem Mitarbeiter gekündigt wurde und der Arbeitgeber nicht möchte, dass er noch weiter zur Arbeit erscheint, kann er dies durch die Vereinbarung einer Arbeitsbefreiung erreichen.

Wenn der Arbeitgeber ein solches Vorgehen durch eine einseitige Arbeitsbefreiung durchsetzen will, kann sich der Arbeitnehmer dagegen zur Wehr setzen. Nur, wenn im Arbeitsvertrag bereits die Möglichkeit der Freistellung im Fall der Kündigung vereinbart wurde, darf der Arbeitgeber das auch so durchführen.

Der § 616 BGB

Es kann für Arbeitnehmer Anlässe geben, nicht zur Arbeit zu erscheinen und trotzdem von ihrem Arbeitgeber Geld zu bekommen.

Arbeitnehmer haben bei einer Arbeitsbefreiung einen Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn sie für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in ihrer Person liegenden Grund ohne ihr Verschulden an der Arbeitsleistung verhindert sind.

Ausschluss: objektiver Grund

Keinen Anspruch auf bezahlte Freistellung hat dagegen ein Arbeitnehmer, wenn ein objektiver Grund für die Arbeitsverhinderung vorliegt.

Beispiele:

  • Verkehrsstau
  • Bahnstreik
  • Flutkatastrophe

Wichtig: die Bezahlung nach § 616 BGB

Ist vertraglich oder tarifvertraglich nichts anderes geregelt, gilt das Lohnausfallprinzip. Der Arbeitnehmer erhält also das, was er bekommen würde, wenn er gearbeitet hätte.

Bildnachweis: © Jozef Polc/123rf.com Lizenzfreie Bilder

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: