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Wann endet die Ausbildung?

Lesezeit: 2 Minuten Diese etwas profane Frage ist aus rechtlichen Gründen von enormer Wichtigkeit. Denn zum einen gibt es hier immer wieder Missverständnisse, da im Ausbildungsvertrag ein Ausbildungsende eingetragen ist, das so gut wie nie greift. Und zum anderen hat eine falsche Interpretation des Ausbildungsendes gravierende Konsequenzen auf Ihre Übernahmeentscheidung.

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Wann endet die Ausbildung?

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Das wichtigste zuerst: Ist die Ausbildung bereits beendet und Sie beschäftigen einen Auszubildenden, den Sie eigentlich nicht übernehmen wollen, weiter, dann kommt dadurch ein unbefristeter Arbeitsvertrag zu Stande. Dieser muss nämlich nicht schriftlich abgeschlossen werden – eine mündliche Vereinbarung reicht aus. Und auch ein Vertragsabschluss durch schlüssiges Handeln ist möglich.

Kommt der Azubi nach Ende der Ausbildung in den Betrieb und nimmt seine Arbeit auf und Sie widersprechen dem nicht, dann ist er offensichtlich im Rahmen irgendeiner Beschäftigung bei Ihnen tätig – die Ausbildung kann es nicht mehr sein. Durch sein schlüssiges Handeln (Arbeitsaufnahme) und Ihr schlüssiges Handeln (stillschweigendes Einverständnis) besteht nun ein normaler Arbeitsvertrag – und zwar unbefristet.

Damit drängt sich die Frage auf, wie das eigentlich passieren kann. Warum gibt es Missverständnisse bezüglich des Ausbildungsendes? Wenn eine Ausbildung beispielsweise über drei Jahre geht und diese am 1. September 2013 begonnen hat, dann steht im Ausbildungsvertrag in der Regel ein Enddatum 31.8.2016. Besteht der Auszubildende die Abschlussprüfung aber beispielsweise bereits am 7. Juli 2016, dann ist das im Ausbildungsvertrag eingetragene Datum nicht mehr relevant. Denn aus dem Berufsbildungsgesetz geht hervor, dass die Ausbildung mit Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses durch den Prüfungsausschuss endet.

Teilt der Prüfungsausschuss dem Auszubildenden nach der letzten Prüfung, beispielsweise am 7. Juli um 11:30 Uhr, mit, dass er die Gesamt-Prüfung bestanden hat, dann ist die Ausbildung damit beendet. Beschäftigen Sie den Azubi dann nicht mehr im Rahmen der Ausbildung!

Ende der Ausbildung: Was ist bei Übernahme?

Wollen Sie einen Auszubildenden übernehmen, dann hat das Ende der Berufsausbildung ebenfalls rechtliche Bedeutung. Sie bezahlen dann ab dem 1. Arbeitstag nach der Ausbildung die höhere Vergütung und nicht mehr die Ausbildungsvergütung. Nimmt der Azubi nach bestandener Abschlussprüfung am 7. Juli bei Ihnen am 8. Juli morgens die Arbeit auf, dann bekommt er ab diesem Tag mehr Geld. Berechnen Sie das taggenau für diesen Monat. Ab dem Monat September gilt dann die erhöhte Ausbildungsvergütung für den gesamten Monat.

Machen Sie sich am besten bereits heute einen entsprechenden Vermerk in Ihren Kalender bzw. in Ihr Terminverwaltungssystem, wann der letzte Tag der Abschlussprüfung bei Ihren Auszubildenden liegt. Dieser kann sich von Beruf zu Beruf unterscheiden. Errechnen Sie so für jeden Ihrer Azubis, an welchem Tag die Ausbildung endet, falls die Abschlussprüfung bestanden wird. So können Sie alle Konsequenzen richtig ziehen – ganz gleich, ob der Azubi übernommen wird oder nicht.

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