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Wann eine Abmahnung in der Ausbildung fällig wird

Lesezeit: 2 Minuten Benimmt sich ein Azubi daneben, dann stellt sich die Frage nach einer Sanktion. Ist es notwendig, gleich zum arbeitsrechtlichen Instrumentarium zu greifen, was sich dann auch in der Personalakte niederschlägt? Oder ist zunächst einmal ein ernsthaftes Gespräch die bessere Lösung? Und dann stellt sich auch noch die Frage nach einer sofortigen Kündigung – geht das überhaupt?

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Wann eine Abmahnung in der Ausbildung fällig wird

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Wenn Sie einem Azubi eine Abmahnung schreiben, dann ist dem ein nicht unerhebliches Fehlverhalten vorausgegangen. Denn schließlich drohen Sie in einem Abmahnungsschreiben eine Kündigung an und heften die Abmahnung darüber hinaus in der Personalakte ab. Sie erklären darin unmissverständlich, dass Sie entsprechendes Fehlverhalten nicht dulden. Darüber hinaus schreiben Sie, was passiert, wenn sich der Auszubildende erneut danebenbenimmt.

Ein klassischer Fall, eine berechtigte Abmahnung zu schreiben, ist das mehrfache morgendliche Verspäten im Ausbildungsbetrieb, das wiederholte Verweigern von bestimmten Arbeiten oder das Schwänzen des Unterrichts in der Berufsschule. So etwas kommt ziemlich häufig vor. Manchmal drückt der Ausbildungsbetrieb – bei einmaligen bzw. nicht gravierenden Vergehen – noch ein Auge zu.

Denn auch ein ermahnendes Gespräch könnte das Problem lösen. In diesem sollte der Ausbilder darauf hinweisen, dass beim nächsten Mal eine Abmahnung fällig wird. Und er macht deutlich, was die Abmahnung für das Ausbildungsverhältnis bedeutet.

Damit die Abmahnung tatsächlich auch Früchte trägt

Grundsätzlich hat eine Abmahnung 2 Funktionen: Zum einen – und das ist aus meiner Sicht die wichtigere Funktion – soll sie bewirken, dass der Azubi sein Verhalten ändert. Wer also die Berufsschule geschwänzt hat, dafür eine Abmahnung kassiert, der sollte durch die Abmahnung dazu bewegt werden, nicht erneut in der Berufsschule unentschuldigt zu fehlen.

Wird dieses Ziel erreicht, dann haben alle Seiten gewonnen: Der Ausbildungsbetrieb hat nicht mehr das Problem, auf Fehlverhalten hart zu reagieren, was schließlich bis hin zu einer Kündigung führen könnte. Daran kann er normalerweise in Zeiten des Fachkräftemangels kein Interesse haben. Und was hat der Azubi davon? Er rettet sein Ausbildungsverhältnis!

Die 2. Funktion der Abmahnung kommt in dem Fall zum Zuge, dass der Azubi sein Verhalten nicht ändert. Die Abmahnung soll nämlich rechtssicher eine Kündigung vorbereiten. Das tut sie dann, wenn das Fehlverhalten im Abmahnungsschreiben konkret mit Orts- und Zeitangaben beschrieben wird. Wiederholt sich das Fehlverhalten (und erfolgt gegebenenfalls noch eine Abmahnung), muss sich die mögliche Kündigung auf die Abmahnung(en) und das darin beschriebenen Fehlverhalten beziehen.

Nur dann ist es möglich, eine Kündigung erfolgreich und rechtssicher durchzusetzen. Leistet sich der Azubi ein anderes Vergehen, das mit dem in der Abmahnung/den Abmahnungen nichts zu tun hat, dann wird der Azubi die Kündigung erfolgreich anfechten können.

Wenn auf eine Abmahnung verzichtet werden kann

Allerdings gilt das nur, wenn das Fehlverhalten nicht so gravierend war, dass eine Abmahnung entbehrlich ist. Dann sollte in der Kündigung aber auf keine vorhergehende Abmahnung (mit nicht passendem Inhalt) Bezug genommen werden. Eine direkte Kündigung ist allerdings nur möglich, wenn ein außergewöhnlich wichtiger Grund dafürspricht.

Gewaltanwendung des Auszubildenden, Diebstahl, glaubwürdige Drohung und schwere Beleidigung sind Vorfälle, bei denen gegebenenfalls auf eine Abmahnung verzichtet werden und sofort gekündigt werden kann.

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