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Von Vorteil für Sie – die Reform der Berufsausbildung

Lesezeit: 2 Minuten Seit 1969 heißt die Lehrlingsausbildung "Berufsausbildung im dualen System", weil sie im Betrieb und in der Berufsschule stattfindet. Diese Form der Berufsausbildung ist auch heute noch einzigartig und hat sich auch im Wesentlichen bewährt (in den meisten Ländern der EU findet Berufsausbildung rein schulisch statt, der praktische Bezug fehlt). Aber die Änderungen der Rahmenbedingungen (EU-Erweiterung, demografische Entwicklung, Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt) machen Reformen dringend notwendig.

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Von Vorteil für Sie – die Reform der Berufsausbildung

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Ausbildungsbetriebe und Sie als verantwortlicher Ausbilder übernehmen ja bereits seit Jahren schon den Großteil der Ausbildung, nämlich den praktischen Teil, und müssen zusätzlich noch immer mehr die zunehmenden Defizite der schulischen Ausbildung ausgleichen.

Die Gründe für eine Reform
Auf die Notwendigkeit dieser Reform haben die Wirtschaft und die meisten Ausbildungsbetriebe schon lange hingewiesen ("Wer nicht rechnen, lesen und schreiben kann, den kann auch die Wirtschaft nicht ausbilden" – Zitat Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt): Insbesondere folgende Gründe spielen eine große Rolle:

  • Jugendliche mit einer mangelhaften schulischen Vorbildung oder gar ohne Schulabschluss (z.B. verlassen ca. 90.000 Schüler pro Jahr die Schule ohne einen Abschluss).
  • Abgebrochene Ausbildung – Rund 25% aller Auszubildenden brechen gemäß Angaben des Berufsinstituts für Berufsbildung ihre Ausbildung vorzeitig ab – die meisten hiervon im Handwerk (durchschnittlich jeder dritte Auszubildende).
  • Zunahme der rein theoretischen Ausbildung – Über 191.000 Auszubildende absolvieren inzwischen eine vollschulische Ausbildung außerhalb des Geltungsbereichs des BBiG. Gefordert wird ein höherer Praxisanteil (z.B. durch Praktika) – hier entstehen für Ihren Ausbildungsbetrieb ganz neue Möglichkeiten der beruflichen Ausbildung, die aber zu ihrer Durchführung solide abgesichert sein müssen.

Die Realisierung der Reform würde Ihnen als Ausbilder daher die Suche nach geeigneten Auszubildenden und auch die praktische Durchführung der Ausbildung erleichtern. Für Sie zusammengestellt – die Inhalte der Reform
Die Verabschiedung dieser Reform bietet Ihnen als Ausbildungsbetrieb bzw. Ausbilder eine Reihe längst fälliger Vereinfachungen und neue Möglichkeiten, Berufsausbildung in der Praxis zukunftsorientiert zu gestalten. Die parlamentarische Beratung soll noch vor der Sommerpause aufgenommen werden, und zum 1. Januar 2005 soll das reformierte BBiG mit folgenden Inhalten in Kraft treten:

  • Schaffung und Förderung von Experimentierspielraum für innovative Ansätze in der beruflichen Ausbildung (z.B. in der Zusammenarbeit mit bisher rein schulischen Ausbildungsträgern über Praktika und Volontariate in Ihrem Ausbildungsbetrieb oder die Vereinfachung bei der Möglichkeit einer überbetrieblichen Ausbildung).
  • Förderung der Berufsausbildung in kleineren und mittleren Unternehmen: Für kleinere, mittlere und spezialisierte Betriebe werden kürzere Ausbildungsgänge und gestufte Berufsbilder definiert, um die Ausbildung praxisorientiert zu gestalten und Anreiz zu bieten, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen (z. B. mit der Möglichkeit einer Stufenausbildung, die zunächst nur zweijährig angelegt ist).
  • Modernisierung des Prüfungsrechts und Verschlankung der Gremienstruktur: Verfahren zum Erlass von Ausbildungsordnungen sollen beschleunigt werden, damit Ausbildungsbetriebe einfacher und schneller handeln können und die Erst-Ausbildung entbürokratisiert wird (z.B. Entlastung der Ausbildungsbetriebe von administrativen Tätigkeiten).
  • Verstärke Internationalisierung: Ausbildungsabschnitte, die im Ausland absolviert werden, gelten zukünftig direkt als Teil der Ausbildung – entsprechende Richtlinien sollen die Ausbildungsbetriebe in der Handhabung unterstützen.
  • Ausweitung regionaler Handlungsspielräume: Mit dieser Reform sollen die Berufsausbildungsausschüsse auf regionaler Ebene einen größeren Handlungsspielraum erhalten, damit die Kooperation zwischen den Betrieben und den Berufsschulen gefördert und gestärkt wird. Die zum Teil mangelhafte theoretische Ausbildung in den Berufsschulen soll nicht länger zu Lasten der Ausbildungsbetriebe gehen.
  • Förderung der schulischen Berufsbildungsgänge: Ein erheblicher Teil der Berufsausbildung in Deutschland findet mittlerweile in Schulen statt (z.B. die Qualifikationswege in den IT-Berufen). Wenn eine schulische Ausbildung und eine duale Ausbildung gleichwertig sein sollen, muss ein entsprechender Praxisbezug vorliegen, damit auch der Zugang zu einer Kammerprüfung erfolgen kann.

Dieser Praxisbezug ist aber nur möglich, wenn z.B. entsprechende qualifizierte Praktikumsplätze in Ihrem Ausbildungsbetrieb angeboten werden. Für Ihre Unterstützung werden bei dieser Art der Berufsausbildung verbindliche Richtlinien und Maßstäbe formuliert.

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