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Vermeiden Sie den: „gedoppelter Plural“!

Lesezeit: 2 Minuten Auf den treffen Sie allenthalben, speziell bei Fremdwörtern: Eine bereits im Plural stehende Wortform kriegt nochmals einen Plural angehängt. Setzt sich zwar „im Volksmund“ mehr und mehr durch, bleibt trotzdem falsch – also: bitte vermeiden!

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Vermeiden Sie den: „gedoppelter Plural“!

Vermeiden Sie den: „gedoppelter Plural“!

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Einfach mal ein „s“ dranhängen?!

Lexikas, Internas, Visas & Co.: Hier hat sich die Pluralform als Singular eingebürgert – das Lexikon, ein Internum (für „innere Angelegenheit“) und das Visum sind offenbar dem Sprachgebraucht entfleucht. Jedenfalls der Umgangssprache, dem Volksmund. Nun entwickeln wir Sprecher die deutsche Sprache im Alltag weiter – doch warum sich ausgerechnet Fehler multiplizieren? Es gibt die Tendenz zur Sprach-Ökonomie, will sagen: wir vereinfachen. Und einfach mal ein plurales „s“ anzuhängen, ist einfacher als sich unterschiedliche Pluralformen zu merken, sie erst einmal zu lernen.

„Mischformen“: mehrere akzeptiert …

…jedenfalls lt. DUDEN, nehmen wir den mal als Maßstab: Da gibt es „Kaktusse“ neben den „Kakteen“. Oder Paradigmata/Paradigmen zu Paradigma (beachte die Betonung auf der zweiten Silbe!). Wie war das mit dem Konto? Konten … Konti … Kontos, alles von DUDEN inzwischen akzeptiert. N.B. Kennen Sie den Plural von „Aas“? Tatsächlich gibt es neben „die Aase“ auch – „die Äser“, oh mei! Rein theoretisch könnte das wiederum die Singular-Form eines äsenden (= grasenden …) Tieres sein, ein Äser also… [Das steht so nicht im DUDEN!]

Speziell Lateinisch: Plural = Singular

In diesen Fällen müssten Sie den „gedoppelten Plural“ im Grunde anwenden, ist er doch eigentlich ein – gedoppelter Singular. Jedenfalls im geschriebenen Text: „Kasus“ (=grammatikalischer Fall, z.B. Nominativ, Genitiv…) bleibt auch im Plural „Kasus“, wird dann allerdings mit langem „u“ gesprochen. Davon gibt es einige: Status, Bonus (wie auch Malus!), …. Für Bonus gibt es übrigens neben dem ursprünglichen Bonus (mit langem u) auch Bonusse, gängiger die Boni. Beachte aber: Korpus – Korpora, Virus – Viren, Globus – Globen, Stimulus – Stimuli. Das hat was mit jeweiligen Substantiv-Klasse im Lateinischen zu tun, aus der sich unterschiedliches Deklinieren ergibt … Warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht?

Singulare Tantum?

Bleiben wir bei grammatikalischen Bezeichnungen: Ein „singulare tantum“ ist ein Wort, der ausschließlich singularisch gebracht wird. Beispiel gefällig, neben (wieder mal aus dem Lateinischen) „dem Primus“ (tja, es kann nur einen geben …)? Eigentlich gibt es nur eine Alternative (wenn Sie auch häufig „Alternativen“ in Texten begegnen). Das gilt auch für den Bedarf und den Lärm, den Schutz und das Denken. Und schwer teilbare Stoffe wie das Gold oder die Butter. Auch andere Sprachen bieten Treffer: Ein japanischer Comic bleibt „Manga“ auch dann, wenn es mehrere Exemplare oder Titel sind: Manga eben. Das ist eine Art Genre-Bezeichnung, Hinweis auf eine Gattung statt auf mehrere Vertreter einer solchen …

Fazit

Deutsche Sprache, schwere Sprache? Ja, in vielen dieser Fälle allerdings aufgrund eingebürgerter Fremdwörter, primär aus dem Lateinischen … Genau, vielleicht das deutsche Pendant verwenden!

Bildnachweis: CrazyCloud / Adobe Stock

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